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Energieversorgungssektor steht vor enormer Herausforderung

Geschrieben am 11.04.2006 - [Nächster Artikel]

Frankfurt (ots) -

PwC-Studie The Big Leap - Utilities Global Survey 2006
prognostiziert fast "revolutionäre" Veränderungen / In Europa
steigt Angst vor Stromausfällen / Klimawandel fördert neue
Technologien und den Einsatz von Kernenergie

Der Energieversorgungsbranche stehen weltweit gewaltige
Umwälzungen bevor. In den führenden Versorgungsunternehmen rechnet
das Management mit schon fast "revolutionären" Veränderungen in der
Branche. Besonders stark ausgeprägt ist diese Erwartung in Europa. 72
Prozent der von PricewaterhouseCoopers (PwC) für die achte Auflage
des Utilities Global Survey befragten Topmanager aus europäischen
Energieversorgungsunternehmen haben diesen Eindruck angesichts der
widersprüchlichen Anforderungen, mit denen sie sich konfrontiert
sehen: Ungleichgewicht bei Angebot und Nachfrage, sensible
Infrastruktur und Sorgen um die Umwelt.

Die Branche ist bereit für einen großen Sprung nach vorne. Nach
Ansicht von zwei Dritteln der von PwC befragten 116 Topmanager aus 98
Unternehmen in 43 Staaten müssen in den kommenden zehn Jahren gleich
mehrere Probleme gleichzeitig angepackt werden: Umweltschäden müssen
reduziert, innovative Technologien entwickelt und neue
Brennstoffquellen gefunden werden. Auch am Kundenservice muss gefeilt
werden. Aber nicht nur die Unternehmen müssen aktiv werden, sondern
insbesondere auch die politischen Entscheidungsträger. 80 Prozent der
Befragten sind davon überzeugt, dass politische und regulatorische
Faktoren sie bislang an der effektiven Lösung der bestehenden
Herausforderungen hindern. Vielleicht seien erst Versorgungskrisen
oder Umweltkatastrophen nötig, um den notwendigen Impuls für einen
Richtungswechsel auszulösen, war vielfach zu hören.

The Big Leap: Utilities Global Survey 2006 zeigt, dass die
Versorgungssicherheit wie auch in den beiden Jahren zuvor das größte
Sorgenkind der Branche ist. Vor allem in Europa hat die Angst vor
Stromausfällen und Gasengpässen zugenommen. Die Zahl der
Energieversorgungsunternehmen, die mit einer Zunahme von Blackouts
rechnen, hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Vielen
Managern gehen die Veränderungen angesichts der künftigen
Herausforderungen zu langsam voran. 42 Prozent sind davon überzeugt,
dass die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen hinterherhinkt.


Regulierung und Gesetzgebung sind Stolpersteine

Unsicherheiten bei den Rahmenbedingungen und der Regulierung
behindern Investitionen in den Sektor und rangieren bei den befragten
Unternehmen unter den drei meistgenannten Herausforderungen. Um den
prognostizierten Nachfrageanstieg befriedigen zu können, müssen laut
"World Energy Outlook 2005" der International Energy Agency bis zum
Jahr 2030 13 Billionen US-Dollar in die Erzeugung, den Transport und
den Vertrieb von Strom und die Versorgungsinfrastruktur bei Gas
investiert werden. 42 Prozent der Umfrageteilnehmer sind davon
überzeugt, dass Regulierung und Gesetzgebung sie bei der Entwicklung
langfristiger Pläne behindern.

"Die Befragung zeigt einmal mehr, dass die notwendigen
Fortschritte - ob in der Infrastruktur, bei Technologie, Umwelt oder
Investitionen - nur gemacht werden können, wenn die Branche den
Schulterschluss mit den Gesetzgebern und den Investoren sucht",
stellt Manfred Wiegand, Global Utilities Leader bei PwC, fest. Er ist
davon überzeugt, dass die Strom- und Gasindustrie der Zukunft völlig
anders aussehen wird als heute. "Es wird zwar weniger, dafür aber
größere 'superregionale' Erzeuger und Distributeure geben. Upstream-
und Downstreamgeschäft werden enger zusammenrücken und
Infrastrukturanlagen werden immer häufiger in den Besitz von privaten
Investmentfonds wechseln", lautet seine Prognose. Auf der Kundenseite
werden sich die Energieversorgungsunternehmen voraussichtlich auf
eine größere Beteiligung der Endkunden einstellen müssen: z.B. den
industriellen Großkunden bei großen Kraftwerksanlagen ebenso wie bei
kleineren und mittleren Abnehmern im Zusammenhang mit dezentralen
Stromerzeugungsanlagen. Eine Schlüsselrolle kommt der Technologie zu.
Wiegand: "Investitionen- speziell in die Stromerzeugung auf Basis der
sogenannten Clean Coal Technologien - werden eine wichtige Rolle
dabei spielen, in welchem Ausmaß Treibhausgasemissionen gesenkt
werden können. Kohle und Kernenergie werden im Brennstoffmix eine
größere Rolle spielen. Viele in der Branche rechnen damit, dass es
weltweite Cap-and-Trade-Modelle zur Emissionskontrolle geben wird."


Weitere Highlights der PwC-Umfrage

Die Aktivitäten der Branche im Bereich Mergers & Acquisitions
haben sowohl beim Gesamtwert aller Transaktionen als auch bei der
Größe der Einzeltransaktionen Rekordniveau erreicht. Der Wert aller
Transaktionen ist im Jahr 2005 auf 196 Milliarden US-Dollar
gestiegen, ein Jahr zuvor lag er bei 123 Milliarden US-Dollar.

Kohle wird in den kommenden fünf Jahren neben Gas den Löwenanteil
zur Befriedigung der steigenden Nachfrage beitragen.

Die Atomenergie steht vor einer Renaissance: Die Hälfte der
Befragten in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Europa und 44
Prozent aller Umfrageteilnehmer rechnen damit, dass in ihrer Region
im Kampf gegen die Erwärmung der Erdatmosphäre die
Kernenergiekapazitäten aufgestockt werden.

Technologische Innovationen sollen den Unternehmen dabei helfen,
ihren Wirkungsgrad zu erhöhen und die Gratwanderung zwischen den
künftigen Herausforderungen durch gesteigerte Nachfrage einerseits
und Umweltprobleme andererseits zu bewältigen.

Die Ergebnisse der Umfrage "The Big Leap: Utilities Global Survey
2006" können Sie auch anfordern bei: karim.schaefer@pwc.com

Originaltext: PriceWaterhouseCoopers
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=8664
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_8664.rss2


Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Manfred Wiegand
PricewaterhouseCoopers
Global Utilities Leader
Tel.: (0201) 438 - 1509
E-Mail: manfred.wiegand@de.pwc.com

Karim Schäfer
PricewaterhouseCoopers
Corporate Communications / Presse
Tel.: (069) 9585 - 54 35
E-Mail: karim.schaefer@de.pwc.com


Hinweis für die Redaktion:

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist in
Deutschland mit ca. 8.000 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von
rund 1,1 Milliarde Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet
Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie
in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung
(Advisory).
 
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