Hamburg (ots) - Die Commerzbank belieferte offenbar jahrelang per Flugzeug Libyen mit großen Mengen an Dollar-Banknoten. Nach Aussagen beteiligter Piloten ließ die Bank seit mindestens 2002 wöchentlich Beträge von über 100 Millionen Dollar nach Tripoli und Bengasi fliegen. Das berichtet stern.de, das Online-Magazin der Zeitschrift stern. Ein Sprecher der Commerzbank verwies gegenüber stern.de auf den "Sortenhandel" der Bank, der "insbesondere mit Ländern" floriere, die nicht über eine ausreichende Infrastruktur für einen reibungslosen Zahlungsverkehr verfügen". Dort sei "der Bargeldbedarf vergleichsweise hoch". Nach Aussagen von zwei beteiligten Piloten flogen deutsche Chartermaschinen im Wochentakt gepresste Dollar-Scheine im Wert von 110 bis 150 Millionen Dollar nach Libyen. Das Geld sei in reißfesten, verplombten Plastiksäcken verpackt gewesen und in Libyen von uniformierten Männern mit Maschinenpistolen in Empfang genommen worden. Die Piloten legten stern.de auch Fotos der Transporte vor. Die libysche Botschaft in Berlin und die Zentralbank des Landes reagierten nicht auf schriftliche Fragen von stern.de. Die Commerzbank versicherte, sie nehme Aufträge wie diesen "erst nach einer sorgfältigen Prüfung" gemäß Geldwäschegesetz an. Offenbar waren die Transporte auch beim deutschen Zoll ordnungsgemäß gemeldet. "Erkenntnisse über Verstöße im Zusammenhang mit Bargeldtransporten nach Libyen liegen hier nicht vor", sagte eine Sprecherin von Finanzminister Peer Steinbrück zu stern.de. (Der vollständige Text unter www.stern.de/libyen)
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