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Länder-Update Pakistan/Indien, 7. April 2006. Sechs Monate nach dem Erdbeben in Kaschmir
Geschrieben am 07.04.2006 - [Nächster Artikel] |
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Berlin (ots) - Ein halbes Jahr nach dem schweren Erdbeben in Pakistan am 8. Oktober 2005 leisten weiterhin rund 60 internationale und 250 nationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen im pakistanischen und im indischen Teil Kaschmirs Hilfe. Bisher wurden etwa 100.000 Konsultationen durchgeführt und mehr als 800 Tonnen Hilfsmaterialien in die Region gebracht, darunter Zelte, Baumaterialien und Hygieneartikel. Das veranschlagte Budget für den Hilfseinsatz von Ärzte ohne Grenzen liegt derzeit bei gut 20 Millionen Euro.
Aktivitäten in Pakistan:
Im pakistanischen Teil Kaschmirs und in der ebenfalls stark zerstörten pakistanischen Nord-West-Provinz leisteten zum Höhepunkt der Nothilfeaktion von Mitte Oktober bis Mitte November vergangenen Jahres mehr als 140 internationale und 350 national Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen von gut einem Dutzend Orte aus medizinische Nothilfe und psychosoziale Unterstützung. Die Teams verteilten Hilfsgüter für Tausende Menschen, bauten Sanitäranlagen und bereiteten Trinkwasser auf. Schwerpunkt der Projekte waren die Regionen Mansehra, Bagh, Muzaffarabad und abgelegene Berggebiete auch nahe der Grenzlinie zu Indien.
Sechs Monate nach dem Erdbeben laufen die Nothilfemaßnahmen langsam aus. Die Verteilung von Hilfsgütern ist weitestgehend abgeschlossen. Zahlreiche Projekte werden in den kommenden Wochen beendet oder an andere Akteure übergeben. In der dem Epizentrum des Bebens am nächsten gelegenen Region Lamnian haben die Mitarbeiter bereits vier Programme an die pakistanische Gesundheitsbehörde übergeben. In Hattian stellt das Team derzeit ein Container-Krankenhaus fertig und ist mit dem Gesundheitsministerium wegen einer Übernahme im Gespräch. In Muzaffarabad, der Hauptstadt des pakistanisch verwalteten Teil Kaschmirs, werden die Mitarbeiter noch bis Ende des Jahres Basisgesundheitsversorgung und psychosoziale Unterstützung leisten. Die Teams erwarten, dass die Situation in den dortigen überfüllten Lagern während der angebrochenen Regenzeit kritisch bleibt.
Aktivitäten in Indien:
Im indischen Teil Kaschmirs unterstützte Ärzte ohne Grenzen nach dem Beben die Überlebenden in den am stärksten betroffenen Regionen psychosozial und mit Hilfsmaterialien. Nach dem Ende der akuten Nothilfephase hat das Team sein psychosoziales Programm, das noch bis Ende des Winters laufen wird, im Dezember ausgeweitet. Außerdem haben die Mitarbeiter in abgelegenen Regionen Berater trainiert, die die Bewohner unterstützen können, falls deren Dörfer erneut von der Außenwelt abgeschnitten werden. Die Teams überwachen auch weiterhin die medizinische Situation der Bevölkerung, um schnell auf etwaige Ausbrüche von Epidemien reagieren zu können.
Originaltext: Ärzte ohne Grenzen Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6684 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_6684.rss2
Kontakt:
Pressestelle, Svenja Kühnel Tel.: 030-22 33 77 00 http://www.aerzte-ohne-grenzen.de
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