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Apotheker fordern Ende der Diskussion über Fremd- und Mehrbesitzverbot / DAV-Vorsitzender Keller schätzt Lieferunfähigkeit bei Rabattarzneimitteln auf bis zu 50 Prozent

Geschrieben am 10.05.2007 - [Nächster Artikel]

Dresden (ots) - Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert alle
Unternehmen aus der Gesundheitsbranche auf, die Debatte über das in
Deutschland geltende Fremd- und Mehrbesitzverbot von Apotheken zu
beenden. "Das Fremd- und Mehrbesitzverbot steht nicht auf der
Tagesordnung", sagte Vorsitzender Hermann S. Keller heute zu Beginn
des 44. Wirtschaftsforums des DAV in Dresden. Er bezog sich damit auf
die Diskussion nach der Übernahme des Versandhändlers DocMorris durch
die Celesio AG, zu der auch die Gehe Pharma Handel GmbH gehört. Der
DAV registriert derzeit das Unverständnis zahlreicher Apotheken, die
bestimmte Arzneimittel nicht abgeben können, weil manche
Pharmahersteller mit AOK-Rabattverträgen nicht voll lieferfähig sind.
"Nach ersten Schätzungen gehen wir von einer Lieferunfähigkeitsquote
zwischen 15 und 50 Prozent bei Wirkstoffverordnungen aus", sagte
Keller.

Auch aus diesem Grund fällt die Bilanz des DAV nach den ersten
Wochen mit der neuen Gesundheitsreform (GKV-WSG) gemischt aus. "Die
Preisverhandlungen um das günstigste Arzneimittel finden jetzt dort
statt, wo sie hingehören, nämlich zwischen Krankenkassen und
Hersteller", sagte Keller. Allerdings bereiten diese so genannten
Rabattverträge den Apotheken seit dem 1. April auch einen erheblichen
organisatorischen Mehraufwand. In der EDV müssen über 1,3 Millionen
Datensätze kurzfristig bearbeitet werden. Viele Patienten verstehen
die Umstellung auf die von ihren jeweiligen Krankenkassen
ausgewählten Medikamente nur schwer.

Laut Apothekenwirtschaftsbericht 2006 war das Jahr finanziell
wenig erfreulich für die öffentlichen Apotheken in Deutschland. Um
durchschnittlich 6.000 Euro sank das Vorsteuerertrag einer typischen
Apotheke im Vergleich zum Jahr 2005 auf nunmehr 79.000 Euro. Dieser
Rückgang hängt eng zusammen mit dem Spargesetz AVWG aus dem April
2006. Trotzdem zeigte sich die Branche als Jobmotor. Rund 3.800 neue
Arbeitsplätze kamen 2006 hinzu. Mittlerweile sind in Apotheken rund
144.000 Menschen beschäftigt. Das sind mehr Beschäftigte als in der
Pharmazeutischen Industrie und dem Großhandel zusammen.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.abda.de

Originaltext: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=7002
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_7002.rss2

Pressekontakt:
Annette Rogalla
Pressesprecherin
Tel.: 030 40004-131
Fax: 030 40004-133
E-Mail: pressestelle@abda.aponet.de
www.abda.de
 
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