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Studie zur Zukunft der Pflege in Deutschland / Eine Reform der Pflegeversicherung ist dringend nötig

Geschrieben am 02.05.2007 - [Nächster Artikel]

Köln (ots) - Eine Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung (GPV)
wird immer drängender. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das
Professor Reinhold Schnabel von der Universität Duisburg-Essen über
"Die Situation der Pflege bis zum Jahr 2050" für die Initiative Neue
Soziale Marktwirtschaft (INSM) angefertigt hat. Die Zahl der
Pfle¬gebedürftigen wächst bis 2020 um 50 Prozent auf 2,7 Millionen
(2050: 4,7 Millionen) Das bedeutet wachsende finanzielle Lasten für
den Faktor Arbeit: Kamen im Jahr 2005 auf 100 Erwerbsfähige im Alter
von 20 bis 64 Jahren vier Pflegefälle, werden es in 2020 bereits 5,8
sein und 2050 sogar 12.

Zugleich werden künftig immer weniger Menschen ihre Angehörigen zu
Hause pflegen. Kinderlosigkeit und Single-Dasein führen dazu, dass in
Zukunft auf jeden Pflegebedürftigen immer weniger Angehörige kommen.
Politik und Betroffene müssen sich deshalb darauf einstellen, dass
die Pflege wesentlich stärker als bisher durch professionelle
Pflegekräfte erfolgen wird. Der Pflegemarkt der Zukunft wird deshalb
boomen - derzeit sind hier 545.000 Vollzeit-Beschäftigte tätig, im
Jahr 2030 werden es über eine Million sein. Dann kommen auf 100
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte annähernd zehn Beschäftigte
im Pflegesektor. Heute sind es nur 2,1.

Damit werden die Ausgaben für professionelle Pflege stärker
wachsen als die reine Pflegedürftigkeit. Der Anstieg wird rund 3
Prozent pro Jahr betragen. Bis zum Jahr 2020 wird der Markt für
professionelle Pflege auf 37 Milliarden Euro anwachsen, 2030 auf 48
Milliarden Euro und bis 2050 auf 72 Milliarden Euro.

Vor diesem Hintergrund wächst die Pflegelücke stark an, also die
Differenz zwischen den notwendigen Ausgaben für die Pflege und den
Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Heute beträgt diese
Lücke circa 8 Milliarden Euro, im Jahr 2030 werden die Ausgaben bei
nahezu 48 Milliarden Euro liegen, von denen die gesetzliche
Pflegeversicherung lediglich 32 Milliarden Euro übernimmt. Die
Pflegelücke wird durch mehr private Selbstbeteilung und die Kommunen
(Sozialhilfe) geschlossen werden müssen. Die Selbstbeteiligung von
Patienten und die Unterstützung durch die Kommunen ("Hilfe zur
Pflege") werden sich bis zum Jahr 2050 verfünffachen.

Die gesetzliche Pflegeversicherung könnte ihr heutiges
Leistungsniveau nur um den Preis erheblich steigender Beitragssätze
halten. Je nach Szenario (künftige Anzahl der Pflegefälle) müsste der
Beitragssatz auf 3 bis 5,5 Prozent steigen. Reinhold Schnabel: "
Höhere Beiträge zur Pflegeversicherung sind allerdings kein Ausweg
aus der Versorgungslücke. Denn steigende Beiträge erhöhen die
Lohnnebenkosten und verschärfen über eine wachsende Arbeitslosigkeit
das Finanzproblem."

Um die Pflegelücke zu schließen bietet sich die Ergänzung der
umlagefinanzierten gesetzlichen Pflegeversicherung durch eine
freiwillige oder verpflichtende ergänzende private kapitalgedeckte
Vorsorge an. In jedem Fall muss die Politik aber handeln. Max A.
Höfer, Geschäftsführer der INSM: "Private Haushalte müssen
rechtzeitig wissen, was sie von der gesetzlichen Pflegeversicherung
erwarten können, um im Alter abgesichert zu sein und ihr
Vorsorgeverhalten rechtzeitig darauf einzurichten."

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist eine
überparteiliche Reformbewegung von Bürgern, Unternehmen und Verbänden
für mehr Wettbewerb und Arbeitsplätze in Deutschland.
www.insm.dew.insm.de

Originaltext: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=39474
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_39474.rss2

Pressekontakt:
Christoph Birnbaum, Tel.: (0221) 4981-433, E-Mail: birnbaum@insm.de
 
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