Berlin (ots) - Drei Jahre nach dem EU-Beitritt der mittel- und osteuropäischen Länder hat VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh eine positive Bilanz der Lohnentwicklung gezogen. "Die Arbeitskosten liegen nach wie vor in allen diesen Ländern unter zehn Euro. Aber: Gestartet sind wir mit um die fünf Euro. Da liegen wir heute deutlich drüber. Das zeigt die für unsere Kolleginnen und Kollegen positive Entwicklung", sagte Osterloh dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe).
"Die Löhne in diesen Ländern werden sich meiner Einschätzung nach kontinuierlich nach oben entwickeln." Ein ähnlicher Trend sei auch in Spanien nach dem EU-Beitritt zu beobachten gewesen. "Dort lagen die Arbeitskosten bei Seat noch vor fünf Jahren bei unter 20 Euro. Heute liegen sie bei rund 24 Euro", sagte Osterloh, der als Vorsitzender des Europäischen- und des Welt-Betriebsrats die Interessen aller Konzernbeschäftigten vertritt. "Wenn die jeweiligen Standorte und Töchter in den Ländern erfolgreich sind, müssen unsere Kollegen angemessen am Erfolg beteiligt werden." Das Beispiel Skoda, wo vor zwei Wochen die Tarifeinkommen um zehn Prozent erhöht wurden, wird Osterloh zufolge Schule machen. "Da haben nicht nur wir die Löhne angehoben, sondern auch ein Wettbewerber musste nachlegen, damit man die Arbeitnehmer im Betrieb halten kann", sagte der Betriebsratschef dem "Tagesspiegel".
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