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stern: EnBW-Chef Utz Claasen will gleichzeitig Atomausstieg und längere Laufzeiten der Kernkraftwerke im Grundgesetz festschreiben lassen
Geschrieben am 25.04.2007 - [Nächster Artikel] |
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Hamburg (ots) - Utz Claassen, Vorstandschef der EnBW Energie Baden-Württemberg (EnBW), bringt mit einem neuen Vorschlag Bewegung in die Diskussion um Klimaschutz und Atomausstieg. In der neuen Ausgabe des Hamburger Magazins stern stellt er ein Konzept vor, das folgende Elemente enthält: Der Klimaschutz wird als Verfassungsziel ins Grundgesetz aufgenommen. Zugleich wird das Ende der friedlichen Kernenergienutzung im Grundgesetz festgeschrieben - bei Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke um weitere zehn Jahre, also über die im Ausstiegsgesetz von 2002 festgelegten Fristen hinaus. Für den Fall einer solchen Einigung sagt Claassen zu, dass die EnBW, Deutschlands drittgrößter Energieversorger, erhebliche Geldmittel in einen Forschungsfonds zur Weiterentwicklung regenerativer Technologien investieren würde. Claassen zum stern: "Wir können so einen Pakt für das Klima schließen."
Hintergrund für Claassens Vorschlag ist der Streit darüber, ob sich der geplante Atomausstieg mit dem Ziel vereinbaren lässt, die deutschen CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Die Stromwirtschaft, viele Experten und die CDU/CSU argumentieren, wenn es bei den geplanten Restlaufzeiten der Atommeiler bleibe (nach dem von der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung verabschiedeten Gesetz ginge das letzte Kernkraftwerk um das Jahr 2020 vom Netz), sei die Branche gezwungen, zum Ersatz zahlreiche konventionelle Kohlekraftwerke zu bauen. Denn alternative Energietechnologien seien noch nicht weit genug entwickelt. SPD und Grüne hingegen fürchten, durch eine Verlängerung der Laufzeiten würde der Atomausstieg dauerhaft hintertrieben.
Gemeinsam hätten die Volksparteien die Mehrheit, längere Laufzeiten und den endgültigen Atomausstieg gleichzeitig im Grundgesetz zu verankern: "Das ist politisch geradezu eine fantastische Konstellation, bei der alle gewinnen", sagte Utz Claassen dem stern. "Ich bin überzeugt, dass mit diesem Vorschlag in einer für unsere Zukunft so entscheidenden Frage der gordische Knoten durchschlagen werden könnte."
Für einen Manager der Strombranche ungewöhnlich deutlich warnte Claassen im stern-Interview vor den Gefahren des Klimawandels: "Er ist statistisch eindeutig nachweisbar, er droht unumkehrbar zu werden - und wenn wir nicht gegensteuern, nimmt er existenzbedrohenden Charakter für die Menschheit an. Ich würde mir schon wünschen, dass man auch einem Energiemanager glaubt, dass er ein Interesse an der Zukunft der Menschheit hat."
Originaltext: Gruner+Jahr, stern Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6329 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_6329.rss2
Pressekontakt: Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Für Rückfragen: stern-Nachrichtenredaktion, Tel. 040-37033555.
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