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Über den Wolken ist die Freiheit wohl grenzenlos?

Geschrieben am 23.04.2007 - [Nächster Artikel]

München (ots) -

Der "Airline Fraud Survey" von Deloitte zeigt: Neue Technologien
erhöhen das Betrugsrisiko bei Airlines / Das Riskomanagement ist
bisher unzureichend

Knapp 446 Mio. Euro beträgt der Verlust, den Airlines jährlich
durch Betrugsdelikte erleiden. Etwa 60 Prozent der Airlines verfügen
über keine speziellen Anti-Betrugs-Programme, betreiben kein
explizites Risikomanagement und dokumentieren aufgedeckte Fälle
nicht. Ganze 90 Prozent erwarten sogar einen weiteren Anstieg der
Betrugsquote, was größtenteils dem Einsatz innovativer Technologien
zuzuschreiben ist. Diese eröffnen Kriminellen immer neue
Möglichkeiten und die Sicherheitsmaßnahmen der Airlines halten
zumeist nicht Schritt. Das ergab die Airline-Fraud-Studie, die
Deloitte für die International Association of Airline Internal
Auditors (IAAIA) durchgeführt hat. Hierzu wurden die internen Audit-
und Finanzleiter der Fluggesellschaften befragt, bei den Fluglinien
handelte es sich um Network Carrier, Chartergesellschaften und
Billiganbieter.

"Seit der letzten Befragung im Jahr 2000 hat sich die Zahl der
Betrugsfälle mehr als verfünffacht. Jede Fluglinie verzeichnet
jährlich Schäden in Höhe von durchschnittlich 2,2 Mio. Euro. Der
tatsächliche Schaden liegt jedoch weit höher, denn gerade wenn die
Vorfälle zögerlich oder gar nicht aufgedeckt werden, wirkt sich dies
negativ auch auf die Unternehmenskultur aus. Bei einer engen
Margenstruktur können die Schäden zudem genau jenen feinen
Unterschied ausmachen, der die Grenze zwischen Gewinn und Verlust
markiert", erklärt Adrian Crampton, geschäftsführender Partner von
Deloitte.

Betrugsfälle 2006

Die Mehrheit der untersuchten Airlines vertraut bei der
Minimierung von Betrugsrisiken auf interne Audits. Jedoch sind die
entsprechenden Audit Teams deutlich kleiner als in anderen Branchen
und Sektoren. Knappe 80 Prozent der untersuchten Airlines mussten im
letzten Jahr Betrugsfälle verzeichnen, auf die einzelnen Fluglinien
entfielen dabei durchschnittlich 446 Ereignisse. Etwa 400 wurden
extern verursacht, die Zahl der internen Fälle war zweistellig. Den
Spitzenplatz nahmen dabei Kreditkartendelikte ein -sie allein
kosteten die betroffenen Anbieter knapp 740.000 Euro.

Grundsätzlich gilt: Je stärker die Airline beim Service auf
Technologie setzt, beispielsweise durch Online-Angebote, desto
anfälliger ist sie. Hauptsächlich europäische und amerikanische
Airlines sind hiervon betroffen. Insgesamt werden vor allem in Europa
und in Asien deutlich mehr Billiganbieter als Network Carrier zur
Zielscheibe externer krimineller Aktivitäten. Bei den internen
Betrugsfällen dominiert - neben Gepäckdiebstahl und
Bonusmeilenerschleichung - der Missbrauch von Kundendaten bis hin zum
kompletten Identitätsdiebstahl. Hier sind die Regionen Naher Osten
wie auch Nord- und Südamerika klare Spitzenreiter.

Sicherheit: Es gibt (noch) viel zu tun

Unabhängig von der geografischen Heimat ist die Tendenz eindeutig:
Die Zahl der Betrugsfälle wird weiter zunehmen. Alarmierend ist, dass
die Sicherheitsmaßnahmen der Airlines kaum mit dieser Entwicklung
Schritt halten. Im Gegenteil werden sie sogar immer unzureichender,
weil es an einem leistungsfähigen, flexiblen Gesamtkonzept mangelt.
72 Prozent der untersuchten Airlines verfügen über keine stringente
Betrugsrichtlinie, 65 Prozent haben kein gesondertes
Anti-Betrugsprogramm, 63 Prozent keine internen
Aufdeckungsmechanismen und 56 Prozent betreiben kein adäquates
Risikomanagement.

Besonders schwer wiegt, dass gerade die IT-Sicherheit von den
Verantwortlichen chronisch unterbewertet wird, doch dies haben die
Airlines laut Studie erkannt und wollen es ändern. Dazu gehört, dass
interne Kontrollmechanismen dem aktuellen Technologiestand konstant
angepasst und unternehmensweite IT-Richtlinien etabliert werden, um
die Compliance in allen Bereichen zu gewährleisten. Darüber hinaus
sollte ein umfassendes Anti-Betrugs-Programm installiert werden, das
regelmäßige Analysen und Kontrollmechanismen umfasst. Diese
Anti-Betrugs-Policy muss sämtlichen Mitarbeitern transparent gemacht
und aktiv an die Stakeholder kommuniziert werden.

Zur deutlichen Stärkung des Internal Audit Teams gehört die
Installation von "Frühwarnsystemen": Sie sind ein wichtiges
Instrument zur Betrugsprophylaxe und -aufdeckung, eine unfreiwillige
Förderung von Denunzianten muss hingegen ausgeschlossen werden
können. Nicht zuletzt empfiehlt sich auch eine möglichst lückenlose
zentrale Dokumentation sämtlicher Betrugsfälle und -versuche.

"Dass Airlines angesichts der aktuellen Situation in Sachen
Betrugssicherheit erheblich aufrüsten müssen, ist unübersehbar",
resümiert Adrian Crampton. "Schwerer als der rein materielle Schaden
wiegen die Nebeneffekte wie ein Vertrauensverlust seitens der Kunden.
Diesen kann sich kein Anbieter leisten, vor allem nicht, wenn er als
Servicedienstleister wahrgenommen werden möchte. Der
Sicherheitsaspekt spielt dabei eine zentrale Rolle. Ist das Vertrauen
darin erschüttert, ist der Schaden irreparabel."

Die komplette Studie können Sie unter
http://www.deloitte.com/dtt/research/0,1015,cid%253D154609,00.html
downloaden.

Ende

Deloitte Deutschland

Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und
Beratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrum
umfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate
Finance-Beratung. Mit 3.400 Mitarbeitern in 18 Niederlassungen
betreut Deloitte seit 100 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder
Rechtsform und Größe aus allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund
Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit 135.000 Mitarbeitern in
nahezu 140 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein
schweizerischen Rechts, dessen Mitgliedsunternehmen einschließlich
der mit diesen verbundenen Gesellschaften. Als Verein schweizerischen
Rechts haften weder Deloitte Touche Tohmatsu als Verein noch dessen
Mitgliedsunternehmen für das Handeln oder Unterlassen des/der jeweils
anderen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und
unabhängig, auch wenn es unter dem Namen "Deloitte", "Deloitte &
Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenen
Namen auftritt. Leistungen werden jeweils durch die einzelnen
Mitgliedsunternehmen, nicht jedoch durch den Verein Deloitte Touche
Tohmatsu erbracht. Copyright © 2007 Deloitte & Touche GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Originaltext: Deloitte
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=60247
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_60247.rss2

Pressekontakt:
Isabel Milojevic
PR Manager
Tel +49 89 29036-8825
imilojevic@deloitte.de
 
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