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Südwest Presse: Kommentar: von Pierer
Geschrieben am 20.04.2007 - [Nächster Artikel] |
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Ulm (ots) - Am Ende empfinden es alle als Erleichterung. Heinrich von Pierer, der Zurückgetretene, Siemens, das in eine Reihe von Skandalen verwickelte Unternehmen, Aktionäre und Mitarbeiter, die das Vertrauen in das Kontrollorgan und in die Führung des Konzerns weitgehend verloren haben. Pierers Demission kommt unverständlich spät. Auch wenn der integre, persönlich sehr umgängliche Jurist keine Schuld an den Korruptionsfällen in seinem Hause hat, die zum Teil bewiesen sind, zum Teil erst vermutet werden: Er trägt, ob er will oder nicht, die Verantwortung dafür - als früherer Vorstandsvorsitzender genauso wie als bisheriger Aufsichtsratschef. Es gehört zu den Merkwürdigkeiten in der deutschen Wirtschaft, dass die Führungselite zwar alle Rechte für sich einfordert, aber im Ernstfall von den Pflichten nichts wissen will. Von Pierer machte da keine Ausnahme, bis er jetzt dem öffentlichen Druck nicht mehr Stand halten konnte. Sein Fall weist aber auch noch auf eine andere Sollbruchstelle in der Unternehmenslandschaft hin: Der direkte Wechsel von der Führungs- in die Kontrollfunktion, wie ihn der gebürtige Franke vollzog, ist weder hilfreich für das betroffene Unternehmen noch für die Position selbst. Wie will ein Ex-Vorstandschef neutral über das richten und urteilen, was zu seiner aktiven Zeit geschah? Selbst wenn er es könnte, bliebe immer ein Gschmäckle hängen.
Originaltext: Südwest Presse Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=59110 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_59110.rss2
Pressekontakt: Rückfragen bitte an: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218
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