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Militärhistoriker Messerschmidt: "Oettinger schaut nicht über den Tellerrand seiner Partei hinaus" / "Filbinger hat Todesurteile unterschrieben"
Geschrieben am 12.04.2007 - [Nächster Artikel] |
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Baden-Baden (ots) - Baden-Baden. Die Äußerungen des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger bei der Trauerfeier für Hans Filbinger zu dessen Rolle in der NS-Zeit waren nach Ansicht des Freiburger Militärhistorikers Manfred Messerschmidt parteipolitisch motiviert. "Filbinger war ein prominenter CDU-Mann und damit auch ein Stück Geschichte der CDU", sagte Messerschmidt heute (12.4.2007) in der Sendung SWR2 Journal. "Und wenn ein CDU-Ministerpräsident bei einem Staatsakt derartige Äußerungen macht, dann tut er das auch im Interesse der Partei. Er hat nicht über den Tellerrand seiner Partei hinausgeschaut".
Messerschmidt betonte, dass Filbinger am Ende des Zweiten Weltkriegs Todesurteile unterschrieben und als Ankläger die Todesstrafe in mindestens zwei Fällen beantragt habe. Wenn die Urteile nicht vollstreckt worden seien, habe das nur daran gelegen, dass die Angeklagten geflüchtet seien. Dennoch seien sie auch nach dem Krieg de facto vorbestraft gewesen. Die Urteile hätten also für die Verurteilten Konsequenzen gehabt, "die noch Jahrzehnte gedauert" hätten, so Messerschmidt.
Zwar seien in der Zeit des Nationalsozialismus viele Richter faktisch in der Hauptverhandlung "nicht ganz weisungsfrei" gewesen, es habe jedoch auch Richter gegeben, "die in Kenntnis der Tatsache, dass ein Todesurteil erwartet wurde, dieses nicht verhängt haben. Und sie sind nicht gemaßregelt worden."
Das vollständige Interview finden Sie als Audiofile unter www.swr2.de/journal
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Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Georg Brandl, Tel. 07221/929-3854, georg.brandl@swr.de
Originaltext: SWR - Südwestrundfunk Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=7169 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_7169.rss2
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