Bankkaufmann
    hier anmelden...    
  Menü
Community
Anmeldung
Dein Account
Private Nachrichten
Chatroom
Forum
- Azubi Corner
- Einstellungstests
- Bewerbungen
- Prüfungen
Fortbildung:
Bankfachwirt:
Fachwirtstudium
Inhalte
Orte
Infomaterial
Kontakt
Fachwirt für Finanzberatung:
Allgemeines
Ablauf
Inhalte
Infomaterial
Kontakt
Specials



Online-Games
Downloads
Ausbildungsplatz

Artikelsuche

Infos
Feedback
Impressum
Unsere Banner
Linksammlung

Produktrückrufe sollen weltweit genormt werden / Aber "alles andere als good practice"

Geschrieben am 10.04.2007 - [Nächster Artikel]

München (ots) - Die von der Internationalen Organisation für
Standardisierung (ISO) vorgeschlagene weltweite Norm für
Produktrückrufe würde mehr schaden als nützen. Dieser Ansicht ist
Prof. Dr. Thomas Klindt, Rechtsanwalt bei Nörr Stiefenhofer Lutz und
Professor für technisches Sicherheitsrecht an der Universtität
Kassel. Die in Genf ansässige ISO hat mit Schreiben vom 14. März im
Kreis ihrer Mitglieder angeregt, ein einheitliches Verfahren für den
Rückruf gefährlicher Produkte zu entwickeln. In Deutschland gehört zu
den Mitgliedern unter anderem das Deutsche Institut für Normung
(DIN). Bis zum 20. April haben die Angeschriebenen Gelegenheit, zu
dem Vorschlag für das Normungsvorhaben "Consumer product recall and
corrective action: Code of good practice" Stellung zu nehmen.

"In ihrem Schreiben spricht die ISO von ´good practice´", sagt
Klindt. "Doch die Vorschläge sind schon im Ansatz alles andere als
das." So soll das einheitliche Verfahren angeblich für Rückrufe aller
Konsumgüter gelten einschließlich Elektrogeräte und Haushaltswaren.
Nicht erfasst sind jedoch Konsumgüter wie Nahrungsmittel,
Arzneimittel, Autos und verbrauchernahe Medizinprodukte wie Pflaster,
Kontaktlinsenflüssigkeit oder Gehhilfen.

Diese Unterscheidung ergibt nach Meinung von Klindt wenig Sinn.
"Die einzig angemessene Differenzierung wäre die zwischen
gefährlichen und ungefährlichen Produkten", sagt der Experte für
Produkthaftung. Dieses Kriterium sei jedoch bei dem ISO-Vorschlag
erkennbar nicht die Trennlinie gewesen: "Johannisbeerlimonade und
medizinische Heftpflaster sind nicht weniger gefährlich als
Gartenschläuche oder Spielzeug."

Außerdem ist es ein Widerspruch, einen Managementprozess zu
standardisieren, wenn die rechtlichen Vorgaben für Teile dieses
Prozesses schon in den EU-Mitgliedstaaten und erst recht weltweit
höchst unterschiedlich sind, wie Klindt weiter einwendet. Maßgeblich
für die Organisation und Abwicklung eines Rückrufs seien in der
Praxis nicht allein abstrakte Verfahrensvorgaben, sondern vor allem
die behördlichen Meldepflichten und die Regeln zur Produkthaftung.
Hier gebe es sogar innerhalb der EU erhebliche Unterschiede, ganz zu
schweigen von den USA, Kanada, Indien oder den "Tiger-Staaten"
Asiens. Schon die Analyse der Ausgangslage im ISO-Anschreiben ist
nach Ansicht des Anwalts falsch. Der Satz "Unfortunately, many
countries do not have any type of formal process for product recall"
drücke Bedauern an einer Stelle aus, wo keines angebracht sei. Nicht
unglücklicher-, sondern glücklicherweise gebe es allenfalls eine
Regelung des Ob, aber nie des Wie eines Rückrufs. Es müsse die
Normgeber doch nachdenklich machen, dass der Gesetzgeber bisher keine
bürokratische "Rückrufprogramm-Ablaufplanung" geregelt habe, so
Klindt. Dem Verbraucherschutz sei am besten gedient, wenn ein Rückruf
auf alle individuellen Besonderheiten von Produkt, Risiko,
Kundenkenntnis, Vertriebssystem, Bedienungsanleitung,
Eigenschutz-Chancen und Nutzerkreis zugeschnitten sei. "Spielzeug,
das für Kinder tödlich sein kann und über den Einzelhandel an
unbekannte Kunden vertrieben wurde, muss ohne Rücksicht auf den
finanziellen Aufwand öffentlich zurückgerufen werden - zur Not
weltweit", sagt Klindt. Bei einem Tierfutter, das über einen
Online-Handel an namentlich bekannte Kunden vertrieben wurde, könne
der Hersteller dagegen vielleicht geräuschloser agieren und
Liquiditätsrisiken berücksichtigen.

Ein weiterer Webfehler des Vorschlags ist nach Ansicht von Klindt,
dass die Versicherungswirtschaft nicht zur Stellungnahme aufgefordert
werden kann, weil sie nicht zu den Mitgliedern der ISO gehört.
Versicherungen verfügten aber wohl über den besten Überblick und die
genauesten Statistiken über die Gefährlichkeit von Produkten und die
effektive Organisation von Rückrufen, sagt Klindt. "Man kann sie bei
einem solchen Normungsvorhaben nicht außen vor lassen." Rechtlich
verbindlich wäre ein der Standard zum Produktrückruf nicht. "Die
Erfahrung lehrt jedoch, dass die schlichte Existenz einer ISO-Norm
einen Rechtfertigungsdruck für Unternehmen aufbaut, die davon
abweichen wollen", sagt Klindt. "Wie ein Unternehmen eine Krise
managt, lässt sich aber nicht in ein Stereotyp pressen."

Originaltext: Nörr Stiefenhofer Lutz
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=58950
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_58950.rss2

Pressekontakt:
Dr. Michael Neumann
Tel. +49-(0) 89-28 628-226
Fax +49-(0) 89-28 01 10
Mobile: 0171-1251428
E-Mail: michael.neumann@noerr.com
 
  Login
Benutzername

Passwort

Kostenlos registrieren!

  Themen-Infos
· Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews:
DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein


  Artikel Bewertung
durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht




Nachrichten-Archiv

Wirtschaft   April 2007 Wi, Mai 2007 Wi, Juni 2007 Wi, Juli 2007 Wi, August 2007 Wi, September 2007 Wi, Oktober 2007 Wi, November 2007 Wi, Dezember 2007 Wi, Januar 2008 Wi, Februar 2008 Wi, März 2008 Wi, April 2008 Wi, Mai 2008 Wi, Juni 2008 Wi, Juli 2008 Wi
Finanzen März 2007 Fi, April 2007 Fi, Mai 2007 Fi, Juni 2007 Fi, Juli 2007 Fi, August 2007 Fi, September 2007 Fi, Oktober 2007 Fi, November 2007 Fi, Dezember 2007 Fi, Januar 2008 Fi, Februar 2008 Fi, März 2008 Fi, April 2008 Fi, Mai 2008 Fi, Juni 2008 Fi, Juli 2008 Fi
Sonstiges März 2006 So, April 2006 So, Mai 2006 So, Juni 2006 So, Juli 2006 So, August 2006 So, September 2006 So, Oktober 2006 So, November 2006 So, Dezember 2006 So, Januar 2007 So, Februar 2007 So, März 2007 So, April 2007 So, Mai 2007 So, Juni 2007 So,
Fortsetzung Juli 2007 So, August 2007 So, September 2007 So, Oktober 2007 So, November 2007 So, Dezember 2007 So, Januar 2008 So, Februar 2008 So, März 2008 So, April 2008 So, Mai 2008 So, Juni 2008 So, Juli 2008 So
Sport September 2007 Sp, Oktober 2007 Sp, November 2007 Sp, Dezember 2007 Sp, Januar 2008 Sp, Februar 2008 Sp, März 2008 Sp, April 2008 Sp, Mai 2008 Sp, Juni 2008 Sp, Juli 2008 Sp


Web site engine's code is Copyright © 2003 by PHP-Nuke. All Rights Reserved. PHP-Nuke is Free Software released under the GNU/GPL license. - Erstellung der Seite: 1.452 Sekunden