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Puma: Rekordgewinne und Hungerlöhne in den Nähfabriken

Geschrieben am 10.04.2007 - [Nächster Artikel]

Nürnberg (ots) - Trotz Rekordgewinne lässt Puma in Ländern wie El
Salvador Kleidung unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen herstellen
- Arbeitsrechte werden massiv verletzt - so die scharfe Kritik der
Kampagne für 'Saubere' Kleidung (Clean Clothes Campaign/CCC)
anlässlich der diesjährigen Hauptversammlung der Puma AG.

"Eine Näherin in El Salvador oder Indonesien, die Vollzeit für
Puma arbeitet, muss ihre Kinder hungrig ins Bett schicken, da die
157,75 US-Dollar in El Salvador nicht einmal für den Grundbedarf an
Lebensmitteln ausreichen", erklärt Sandra Dusch Silva von der
Christlichen Initiative Romero (CIR). Dieser geringe Lohn zwingt die
Arbeiterinnen, auf Pausen zu verzichten und Überstunden zu arbeiten,
um über Zuschläge und Bonusleistungen ihren mageren Lohn
aufzustocken. Das hat schwere gesundheitsschädliche Folgen: Bereits
mit 35 Jahren können die vorwiegend weiblichen Beschäftigten diesen
Marathon nicht mehr aushalten. Sie verlassen "freiwillig" die Fabrik
oder werden entlassen.

Während die realen Lohnzahlungen in den Zulieferbetrieben stetig
sinken, explodieren die Zahlungen an den Vorstandschef Zeitz und
dessen Stellvertreter Gänsler, wie die Koordinatorin der Kampagne für
'Saubere' Kleidung (CCC) Christiane Schnura deutlich macht. Pro Tag
erhielt Zeitz im Jahr 2006 umgerechnet 32.534 Euro nur aus
Aktienoptionen. Für die Umsetzung von Arbeitsrechten in den
weltweiten Zulieferfabriken fehlt jedoch das Geld.

So erklärte Puma im November 2006 das finanzielle Aus für ein
gemeinsames Pilotprojekt mit der CCC. In dem Projekt sollten die
Arbeitsbedingungen bei direkten und indirekten Puma-Lieferanten
überprüft werden. Besondere Beachtung fanden dabei frauenspezifische
Themen und die direkte Beteiligung lokaler Organisationen.

Die nötigten Mehrkosten für eine Projektverlängerung um ein halbes
Jahr lag weit unter dem "Tagesverdienst" des Vorstandsvorsitzenden
Zeitz. Zudem stieg der Umsatz des Konzerns im WM-Jahr um satte 33
Prozent. Denn nicht nur die meisten WM-Teams trugen das
Raubkatzenlogo auf der Brust, sondern auch der Weltmeister Italien
ging mit dem Puma-Logo auf den Titelblättern um die Welt. Doch wenn
selbst in einem wirtschaftlich so erfolgreichen Jahr keine
finanzielle Bereitschaft besteht für die Verbesserung von
Arbeitsrechten einzutreten, war das Pilotprojekt mit der CCC einzig
eine raffinierte Werbekampagne Pumas zur Fußball-Weltmeisterschaft.

Diese scheinheilige CSR-Politik werden am 11. April zahlreiche
AktivistInnen zur Hauptversammlung der Puma AG öffentlich an den
Pranger stellen.

Originaltext: CIR/Kampagne für Sauber Kleidung (CCC)
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=54029
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_54029.rss2

Pressekontakt:
Kampagne für 'Saubere' Kleidung,
c/o Christliche Initiative Romero (CIR), Sandra Dusch Silva,
Frauenstr. 3-7, 48143 Münster,
Tel.: 0251 - 89 503, mobil:0174 - 53 83 533,
Mail: cir@ci-romero.de; www.ci-romero.de
 
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