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stern.de: Zulieferer für E-Pass unter Korruptionsverdacht
Geschrieben am 03.04.2007 - [Nächster Artikel] |
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Hamburg (ots) - Einer der wichtigsten Zulieferer für den neuen E-Pass der Bundesregierung ist selbst in das Visier der Ermittlungsbehörden geraten. Das berichtet stern.de, das Online-Angebot des stern. Aufgrund von Informationen der indonesischen Justiz ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft wegen Korruptionsverdacht gegen Günther Mull, den Chef der Hamburger Firma Dermalog. Wegen des Verdachts, dass ein Beamter des indonesischen Justizministeriums bestochen wurde, hatten die indonesischen Behörden bereits einen lokalen Partner der Hamburger Firma festnehmen lassen. Das Ministerium in Jakarta hatte für etwa 1,5 Millionen Euro ein Fingerabdruckerken-nungssystem von Dermalog erworben. Mull sagte stern.de, er habe "nichts davon" gewusst, dass der lokale Vertreter Bestechungsgelder gezahlt haben soll. Den Vertrag mit ihm habe Dermalog sofort nach Bekanntwerden der Affäre gekündigt. Die deutsche Botschaft in Jakarta und der lokale Verbindungsbeamte des Bundeskriminalamtes (BKA) hatten Dermalog bei der Auftragsvergabe in Indonesien aktiv unterstützt. Nach stern.de vorliegenden Unterlagen war Mull zusammen mit dem jetzt verhafteten Firmenvertreter im Februar 2005 in der deutschen diplomatischen Vertretung zu Gast. Per Mail vom 26. Februar 2005 dankte der Dermalog-Geschäftsführer den deutschen Diplomaten, dass sie "sich so viel Zeit genommen haben, uns zu unseren Kunden im Justizministerium und bei der Polizei zu begleiten". Die Botschaft habe sich für Dermalog eingesetzt "wie für jede andere deutsche Firma auch", ließ das Auswärtige Amt erklären. Vor wenigen Wochen hatte die Bundesdruckerei mit Genehmigung des Innenministeriums ebenfalls einen Großauftrag an Dermalog vergeben. Die Firma liefert mehrere tausend Fingerabdruckscanner für die deutschen Meldestellen. Sie sollen ab November bei der Einführung der Speicherung der Fingerabdrücke in den neuen elektronischen Reisepässen helfen. Das Innenministerium will zuvor "alle relevanten Informationen (auch der Sicherheitsbehörden)" über Dermalog berücksichtigt haben, wie es gegenüber stern.de mitteilte.
Originaltext: Gruner+Jahr, stern Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6329 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_6329.rss2
Pressekontakt: Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Für Rückfragen: stern-Redakteur Hans-Martin Tillack, Tel. 030-202240
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