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Telekombranche nimmt bei Transaktionen wieder Fahrt auf

Geschrieben am 03-04-2007

Frankfurt am Main (ots) - Transaktionsvolumen in Europa erreicht
2006 rund 150 Milliarden Euro/Konzerne setzen auf Konvergenz von
Mobilfunk, Internet und Festnetz/Finanzinvestoren beteiligen sich
wieder stärker in Europa

Die Konsolidierung der europäischen Telekombranche gewinnt wieder
an Fahrt. Sowohl in den Jahren 2005 als auch 2006 belief sich der
Gesamtwert der Deals auf über 150 Milliarden Euro, wie aus der Studie
"M&A-Insights - Telecoms Sector 2007" von PricewaterhouseCoopers
(PwC) hervor geht. Damit liegt der Rekordwert von fast 500 Milliarden
Euro aus dem Jahr 2000 zwar noch in weiter Ferne, dennoch ist die
nachhaltige Steigerung im Vergleich zu 2004 bemerkenswert. Das
Volumen von Beteiligungen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions -
M&A) erreichte mit 36 Milliarden Euro damals einen Tiefstand.

"Der Aufschwung der M&A-Aktivitäten ist auf verschiedene Faktoren
zurück zu führen: Erstens haben die großen
Telekommunikationsgesellschaften das Konvergenz-Thema entdeckt,
zweitens stärken viele Anbieter durch Übernahmen ihre Position auf
Wachstumsmärkten, und drittens streben Finanzinvestoren mit Nachdruck
auf den europäischen Telekommunikationsmarkt", erläutert Werner
Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und
Telekommunikation bei PwC. Konvergenz meint die Integration von
Computer-, Telefon- und Fernsehtechnologien in ein digitales Umfeld,
die eine neuartige Nutzung von Daten, Unterhaltung, Produkten und
Serviceleistungen ermöglicht. Diese Trends dürften auch 2007 prägen
und für ein anhaltend hohes M&A-Volumen sorgen, so die Prognose des
Branchenexperten.

Töchter kehren zurück

Der Strategiewechsel hin zur Bündelung von Mobilfunk, Internet und
Festnetz ist vor allem auf sinkende Wachstumsraten im Telefongeschäft
zurück zu führen. So kletterte der Umsatz mit
Breitband-Internet-Zugangsentgelten von 2003 bis 2006 um knapp 45
Prozent, während das Umsatzplus im Mobilfunk nur bei knapp 20 Prozent
lag und die Erlöse im Festnetz sogar sanken. "Die Integration der
Kommunikationskanäle soll Kunden dazu bewegen, nur noch einen
Anbieter für sämtliche Dienstleistungen zu wählen. Geht dieses Kalkül
auf, dürfte es für Unternehmen schwer werden, die sich auf eine
Sparte konzentrieren", betont Ballhaus.

Zu den größten Akquisitionen in der Branche zählte 2006 die
Wiedereingliederung des Internet-Providers T-Online in die Deutsche
Telekom für gut 2,8 Milliarden Euro. Die spanische Telefonica ließ
sich den Rückkauf ihrer Mobilfunktochter knapp 3,4 Milliarden Euro
kosten, und 2005 holte Telecom Italia die frühere Tochter Telecom
Italia Mobile für über 23 Milliarden Euro zurück unter das
Konzerndach.

Konsolidierung im Inland

Die hohen Investitionen in neue Netze (Next Generation Networks,
NGN) und in neue Dienstleistungen wie das Fernsehen über Internet
(IPTV) oder über das Mobiltelefon sind für kleinere Gesellschaften
nur schwer zu finanzieren. Entsprechend stark ist der
Konsolidierungsdruck. So entfielen auf Zusammenschlüsse nationaler
Wettbewerber in den Jahren 2005 und 2006 rund 23 Prozent
beziehungsweise 13 Prozent des gesamten M&A-Volumens. Unter anderem
übernahm T-Mobile in Österreich den Konkurrenten tele.ring für 1,3
Milliarden Euro und die niederländische KPN kaufte den kleineren
Rivalen Telfort für eine Milliarde Euro.

Der Konsolidierungstrend hat auch die Kabelgesellschaften erfasst.
Insbesondere in diesem Segment spielen Private-Equity-Gesellschaften
eine große Rolle. In Deutschland beispielsweise übernahm im Jahr 2005
der hessische Netzbetreiber iesy den Konkurrenten ish für knapp 1,7
Milliarden Euro. Gemeinsam mit dem Sportrechtevermarkter Arena
gehören sie zur Unity Media, deren größte Anteilseigner private
Beteiligungskapitalgesellschaften sind.

Expansion auf ausgewählten Märkten

Auf Zukäufe im Ausland entfielen 2005 und 2006 zwar rund 42
Prozent und damit ein Großteil des M&A-Volumens. Allerdings hat sich
die Expansionsstrategie verändert. "Die Big Player konzentrieren sich
stärker auf die schnell wachsenden Märkte in Osteuropa, Asien und
Afrika, statt sich gegenseitig auf den weit gehend gesättigten
Märkten Westeuropas und Nordamerikas Kunden abzujagen," kommentiert
Ballhaus. Vodafone beispielsweise hat sich in den vergangenen Jahren
von Beteiligungen in Japan, Belgien, Schweden und der Schweiz
getrennt. Im Gegenzug übernahm der Konzern unter anderem die
türkische Telsim für 3,6 Milliarden Euro und die Mobilfunkanbieter
Mobifon in Rumänien sowie Oskar Mobil in Tschechien für 3,5
Milliarden Euro. Allerdings gibt es auch Ausnahmen von diesem Trend
wie die Übernahme der britischen O2 durch den spanischen
Telefonica-Konzern für über 25 Milliarden Euro.

Bemerkenswert ist das Engagement von Unternehmen aus dem Nahen
Osten in der europäischen Telekombranche. So übernahm die ägyptische
Orascom den italienischen Mobilfunkbetreiber Wind für 10,3 Milliarden
Euro und jüngst die griechische TIM Hellas.

Finanzinvestoren bündeln Kräfte

Auf Private-Equity-Gesellschaften entfielen 2006 rund 28 Prozent
des M&A-Volumens gegenüber 15 bis 20 Prozent in den Jahren von 2001
und 2005. Die größte Transaktion war die Übernahme des dänischen
Medien- und Kommunikationskonzerns TDC für knapp 8,5 Milliarden Euro.
An dem Deal beteiligten sich fünf Private-Equity-Fonds, darunter
Apax, Blackstone und KKR. Branchenexperten werten die
Gemeinschaftsaktion als Beleg dafür, dass Finanzinvestoren bei
M&A-Prozessen in Zukunft stärker zusammenarbeiten als in der
Vergangenheit. Künftig sind daher umfangreiche Transaktionen
vorstellbar.

Die Studie "M&A-Insights - Telecoms Sector 2007" können Sie bei
nachfolgendem Pressekontakt bestellen.

Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=8664
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_8664.rss2

Pressekontakt:
Christiane Jungfleisch
Corporate Communications / Presse
Tel.: (069) 95 85 - 15 64
E-Mail: christiane.jungfleisch@de.pwc.com

Werner Ballhaus
Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation
Tel.: (0211) 981 58 48
E-Mail: werner.ballhaus@de.pwc.com


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