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Leipzig (ots) - Boxen made in Germany Von Guido Schäfer Killer-Plautze Stefan Raab walzt mit einem Panzer in die Halle. Axel Schulz rollt mit ausladenden Hüften hinterher. Die "Gegner" von Koloss Nikolai Walujew schießen sich selbst in die eh weichen Knie. Und die Klitschkos plätten Fallobst, das Promoter Don King dauerlächelnd in 1a-Ware umetikettiert. Das Ganze firmiert unter dem Sammelbegriff Boxen made in Germany und ist vor allem: Ein Hohn. Und: Geldvermehrung. Man könnte auch sagen: Volksverdummung. Längst ist das, was die Sportkameraden anbieten, nur noch schmückendes Beiwerk einer Show, einer Vermarktungsmaschinerie. Der Kampf als Anhängsel der Verwertungskette. Nun also Maske gegen Hill. Natürlich mit Verona und tiefen Einblicken. Natürlich auch mit Let's-get-ready-Buffer. Plus jenen, die armdicke Goldketten um Rotlicht-gebräunte Hälse tragen. Hingucker, ja, allesamt jenseits der eigentlichen Hauptsache. Maske/Hill, "Die Revanche", war wieder so ein Ereignis, das die Welt nicht braucht, das zuvorderst die TV-Macher, beide Herrn und RTL-Society-Lady Frauke Ludowig glücklich macht. Passend dazu hat Maskes Management die begehrten Plätze direkt am Ring jenen Berichterstattern reserviert, die aus dem Altherren-Treffen um die Goldene Ananas (Hills WM-Gürtel stand nicht zur Disposition) den Kampf des Jahrtausends machten. Weniger Euphorische brauchten ein Fernglas, um die Frage aller Fragen zu klären: Wann kommt es zum Erstschlag? Maske fand nach der 96er Demütigung zehn lange Jahre keinen Nachtschlaf, wachte auch in der Olympiahalle spät auf, gewann, ja: verdient. Winnetou Hill kam mit stolzem Indianer-Gefieder an, war aber weit weg von Maskes schwindsüchtigem Skalp, packte dann die Friedenspfeife aus und schmauchte vor sich hin. Die Schlagstatistiker drehten Locken auf der Glatze, die Pausenwerbung für den Stimmungsaufheller "Kleiner Feigling" klang wie eine Verheißung. Maske, der seinen Sport immer schon als Selbstverteidigung versteht, boxte wie eh und je: kopfgesteuert, ausweichend. Problem: Es gab fast nichts zum Ausweichen. Die Zuschauer feierten ihren erstaunlich behenden und im Gegensatz zu Schulz tatsächlich seriös vorbereiteten Henry trotzdem. Die Boxexperten drehten sich mit Grausen ab. Wobei sich die Frage stellt, was Sportreporter bei derartigen Angelegenheiten zu suchen haben, wo doch eher die Kenner für Klatsch und Tratsch auf ihre Kosten kommen. Die gute Botschaft erreichte Box-Deutschland am Sonntag früh um 1.40 Uhr: Henry Maske steigt nie wieder in den Ring. Sagt er. Die schlechte: Das sagte er schon mal. Erschwerend hinzu kommt: Hill ist so was von heiß auf ein Rematch. Und RTL droht mit Geld. Gott bewahre.
Originaltext: Leipziger Volkszeitung Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6351 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_6351.rss2
Pressekontakt: Rückfragen bitte an: Leipziger Volkszeitung Redaktion Telefon: 0341/218 11558
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