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Westdeutsche Zeitung: Nicht die letzte schwäbische Überraschung = Von Martin Vogler
Geschrieben am 25.03.2007 - [Nächster Artikel] |
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Düsseldorf (ots) - Angeblich ist alles ganz harmlos. Porsche erhöht seine VW-Beteiligung auf 31 Prozent, und sogar das Land Niedersachsen, das sich vormals vehement gegen die schwäbische Invasion in Wolfsburg wehrte, findet das gut. Denn jetzt verfügen Land und Porsche zusammen über 50 Prozent der Aktien. Damit ist der VW-Konzern für internationale Finanzinvestoren, die in Heuschreckenmanier einfallen könnten, uninteressant geworden. Das ist gut. Dass deshalb die Arbeitsplätze in Niedersachsen erhalten bleiben werden, ist eine trügerische Hoffnung. Auch Schwaben kennen das Wort Synergieeffekte. Bei Entwicklung und Produktion werden Porsche, VW und Audi enger zusammenrücken. Ansonsten wären die Aktienzukäufe nämlich sinnlos.
Nicht glaubwürdig sind auch Beteuerungen, man plane keine Komplettübernahme. Was solche Bekenntnisse taugen, zeigt das bereits gebrochene Gelöbnis des Porsche-Chefs Wiedeking vom 8. März, sein Unternehmen wolle seine VW-Beteiligung auf nicht mehr als 29,9 Prozent aufstocken. Jetzt wird es mehr, so dass das sogenannte Pflichtangebot an alle Aktionäre ergehen muss. Ein doppelt geschickter Schachzug. Porsche nennt den Aktionären einen bewusst miesen Preis, so dass das Unternehmen vorerst nicht in Not gerät, viel mehr als 31 Prozent der Anteile erwerben zu müssen. Das spart Geld. Zweiter Vorteil: Dieses Pflichtangebot war auch das letzte, denn gesetzlich steht damit weiteren Zukäufen nichts mehr im Wege. Porsche kann nun zu einem späteren Zeitpunkt unbemerkt die 50-Prozent-Hürde überspringen.
Somit strebt Porsche klar die Vorherrschaft in Deutschland an. Daimler-Chrysler ist der einzige ernstzunehmende Konkurrent. Bereits die geplante Fusion bei den Nutzfahrzeugen zwischen VW, MAN und Scania könnte weitere Vorteile bringen. Zum Angriff auf den internationalen Marktführer Toyota fehlt allerdings noch einiges, vor allem die Präsenz in den Vereinigten Staaten. Doch das kann sich ändern. Porsche-Enkel Ferdinand Piëch, der unbestrittene Strippenzieher, wird wohl auch dafür trotz seiner fast 70 Jahre noch ausreichend Ausdauer aufbringen. Sein Machthunger als Triebfeder ist groß genug. Porsche wird uns also noch öfter überraschen, was für den Standort Deutschland nicht nachteilig sein muss.
Originaltext: Westdeutsche Zeitung Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=62556 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_62556.rss2
Pressekontakt: Westdeutsche Zeitung Nachrichtenredaktion Telefon: 0211/ 8382-2358 redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de
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