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Tiermehl europaweit illegal gehandelt / foodwatch veröffentlicht neue Zahlen, morgen Sondersitzung der EU-Kommission

Geschrieben am 19.03.2007 - [Nächster Artikel]

Berlin (ots) - Der internationale Schmuggel mit Tiermehl hat nach
neuen Recherchen von foodwatch ein größeres Ausmaß als bislang
vermutet und ist ein EU-weites Problem. Die
Verbraucherrechtsorganisation veröffentlichte heute aktuelle Zahlen
von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union (EU).
Demnach wurden im Jahr 2006 über 242.000 Tonnen Tiermehl in
Nicht-EU-Länder exportiert. Dies entspricht einer Steigerung um 150
Prozent im Vergleich zum Vorjahr (97.000 Tonnen). Dabei ist Tiermehl
auch in Länder gegangen, die seit der Krise mit dem Rinderwahnsinn
BSE ausdrücklich ein Importverbot verhängt haben. Dazu zählt Vietnam,
wohin über 51.000 Tonnen gingen (2005 über 21.000 Tonnen), ein
anderes Beispiel ist Indonesien mit rund 52.000 Tonnen (2005 rund
31.000 Tonnen). "Der unkontrollierte Handel mit Tiermehl ist kein
deutsches Problem, die illegalen Exporte mit Genehmigung deutscher
Behörden haben sich als Spitze des Eisberges herausgestellt", sagte
Matthias Wolfschmidt, Veterinärmediziner bei foodwatch.

Obwohl die EU bilaterale Abkommen für den Export von Tiermehlen
vorschreibt, habe die Kommission keinen Überblick über den Handel mit
tierischen Abfällen mit Nicht-EU-Staaten, so foodwatch. Die Gefahr,
dass exportiertes Tiermehl in diesen Staaten zur Herstellung von
Lebensmitteln verwendet werde und diese dann wiederum in die EU
geliefert würden, sei nicht auszuschließen. Für den morgigen Tag hat
die europäische Kommission (Arbeitsgruppe "Tierische Nebenprodukte")
eine Sondersitzung einberufen, um über die illegalen Exporte von
Tiermehlen aus Mitgliedsstaaten in Drittländer zu beraten.
Spitzenreiter ist Spanien, das seinen Export von Tiermehl 2006 mit
140.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdreifacht hat und
gleichzeitig Hauptexporteur nach Vietnam und Indonesien war.

"Die Fleischwirtschaft, darunter Europas größter Fleischkonzern
Vion, entsorgt ihren Abfall ohne Hemmungen in arme Länder und macht
dabei außerordentliche Profite", sagte Wolfschmidt. foodwatch fordert
Bundesverbraucherminister Horst Seehofer auf, während der
gegenwärtigen EU-Ratspräsidentschaft die strengen Regeln für die
Verbringung gefährlicher Industrieabfälle auch für tierische Abfälle
durchzusetzen. Der Export dürfe nur in OECD-Länder erlaubt werden.

foodwatch hatte auf einer Pressekonferenz am 21.02.2007
aufgedeckt, dass Tiermehl mit Billigung deutscher Behörden illegal in
Drittländer verbracht wurde. Die Verbraucherrechtsorganisation
erstattete Strafanzeige gegen Kreisämter in Niedersachsen sowie die
VION-Tochter SNP, die zur PHW ("Wiesenhof") gehörende Gepro und den
Düngemittelhändler Beckmann. Deutsche Behörden hatten daraufhin die
Exporte gestoppt und zugegeben, dass fälschlicherweise in 22 Länder
Tiermehle geliefert worden waren. Die Verbraucherorganisation hat im
Internet unter www.foodwatch.de eine Aktion zum Thema gestartet, bei
der jeder mitmachen kann. Bislang haben schon über 2.400 Bürger gegen
den unkontrollierten Handel mit tierischen Abfällen protestiert.

Originaltext: foodwatch e.V.
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=50496
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_50496.rss2

Pressekontakt:

foodwatch e.V.
Barbara Hohl
Kommunikation

Brunnenstr. 181
10119 Berlin
Germany
Internet: www.foodwatch.de

E-Mail: presse@foodwatch.de
Fon: +49 (0)30 / 240 476-19
Fax: +49 (0)30 / 240 476-26
 
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