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Tarifabschluss muss für alle bezahlbar sein Auftakt der Tarifgespräche in der hessischen kunststoffverarbeitenden Industrie in Niedernhausen bei Wiesbaden.

Geschrieben am 15.03.2007 - [Nächster Artikel]

Wiesbaden (ots) - Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie,
Energie (IG BCE) forderte eine Erhöhung der Vergütungssätze und
Ausbildungsvergütungen, die neben dem Ausgleich der
Preissteigerungsrate eine reale Einkommenserhöhung sicherstellt. Die
Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll 12 Monate betragen.

Im Mittelpunkt der ersten Verhandlungsrunde stand eine
mehrstündige Wirtschaftsdebatte. Vertreter des Arbeitgeberverbandes
HessenChemie machten gegenüber der Gewerkschaft deutlich, "dass der
Verteilungsspielraum nicht übermäßig groß sei". Die Unternehmen haben
erheblich mit der Schere zwischen explosionsartig steigenden Energie-
und Rohstoffkosten einerseits und anhaltendem Druck auf die
Verkaufspreise zu kämpfen. Außerdem gebe es ernst zu nehmende
Konjunkturrisiken, allen voran die, Turbulenzen an den Börsen, der
erneute Ölpreisanstieg und ein schwacher US-Dollar.

Arbeitgeber- wie Arbeitnehmervertreter stellten fest, dass 2006
für die Mehrzahl der Unternehmen ein gutes Jahr war. Das Umsatzplus
mit 4,8 Prozent in Hessen sei aber deutlich niedriger ausgefallen als
für die Unternehmen im Bundesschnitt (+ 10,2 Prozent). Die
konjunkturellen Erwartungen der Unternehmen für 2007 fallen eher
verhalten aus und sind nach Sparten uneinheitlich. Vor allem
berichten die Automobilzulieferer von einem starken Kosten- und
Wettbewerbsdruck.

Nachdem die Polymerpreise seit 2003 bereits um 50 Prozent, die
Strompreise um 12 Prozent gestiegen sind, erwarten bis zum Jahresende
Dreiviertel der Unternehmen weiter steigende Rohstoffpreisen. Jedes
zweite Unternehmen rechnet mit höheren Energiekosten. "Es wundert
mich daher nicht, dass laut Umfrage trotz höherer Umsätze 30 Prozent
der Betriebe über eine unbefriedigende Ertragslage berichten",
erklärt Thomas Wedekind, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite.

Mit Blick auf das laufende Jahr wird der Druck auf die Erträge
weiter zunehmen. Bei Produktion und Umsatz erwarten viele Unternehmen
einen spürbaren Rückgang. Die Zahlen für Beschäftigung und
Anlageinvestitionen werden dagegen stabil bleiben.
Auch die hohen Arbeitskosten im internationalen Vergleich erschweren
die Wettbewerbsfähigkeit der Branche. "Ein Tarifabschluss muss für
alle Unternehmen auch langfristig bezahlbar sein, um
Zukunftsfähigkeit und Beschäftigung zu sichern", machte Wedekind
deutlich.

Die Verhandlungen wurden ergebnislos vertagt und sollen am 27.
März in Wiesbaden fortgesetzt werden.

Originaltext: Arbeitgeberverband HessenChemie
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=53824
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_53824.rss2

Pressekontakt:
Arbeitgeberverband Chemie und
verwandte Industrien für das Land Hessen e.V.
Jürgen Funk, Pressesprecher
Abraham-Lincoln-Straße 24, 65189 Wiesbaden
Tel: 0611 / 7106-49
Mobil: 01622 / 710649
Fax: 0611 / 7106-66
E-Mail: funk@hessenchemie.de
Internet: www.hessenchemie.de
 
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