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Börsen-Zeitung: Kleinere Brötchen Kommentar von Bernd Wittkowski, Frankfurt, zum Vorschlag einer Fusion von DZ Bank International (DZI) und WGZ Bank Luxembourg

Geschrieben am 09.03.2007 - [Nächster Artikel]

Frankfurt (ots) - Für die Kreditgenossen liegt viel Geld auf der
Straße, das sie nicht aufheben und das ihnen daher im Wettbewerb
fehlt: Was der Präsident des für fünf Bundesländer zuständigen
Genossenschaftsverbandes Frankfurt, Walter Weinkauf, mit Blick auf
die geplatzten Fusionsgespräche zwischen DZ Bank und WGZ Bank jüngst
konstatierte, ist keine Einzelmeinung, sondern eine in Volks- und
Raiffeisenbanken häufig vertretene Ansicht. Die Basis zeigt wenig
Verständnis für das Gegeneinander im Oberbau.

Für Außenstehende ist es umso weniger nachzuvollziehen, mit
welcher Inbrunst die Genossen ihre familieninterne Streitkultur
pflegen. Als gäbe es keine Konkurrenz, die den Nachfahren Raiffeisens
und Schulze-Delitzschs Marktanteile abknöpft. Da bringt den Verbund
in seiner Gesamtheit dann auch die im Vergleich zum
öffentlich-rechtlichen Lager eigentlich wettbewerbsfähigere
Aufstellung mit zentralen Anbietern von Versicherungsprodukten (R+V),
Fonds (Union) und Bausparverträgen (Schwäbisch Hall) nicht
entscheidend voran. Tatsächlich lachen sich prominente Privatbanker
ins Fäustchen angesichts der Potenziale zur Kräftebündelung, die die
beiden dezentralen Verbünde - Volks- und Raiffeisenbanken ebenso wie
Sparkassen und Landesbanken - ungenutzt lassen.

Doch was hilft es den Genossen, darüber ständig zu lamentieren?
Die Fusion DZ Bank/WGZ Bank hat sich in mehreren Anläufen als
unrealisierbar erwiesen. Man muss akzeptieren, dass für das Gelingen
großer strategischer Würfe die betriebswirtschaftliche Logik allein
nicht ausreicht. Da menschelt es eben auch ganz entscheidend. Und auf
dieser Ebene kommt man zwischen Frankfurt und Düsseldorf einfach
nicht zusammen - basta!

Vor diesem Hintergrund erscheint der von der DZ Bank unternommene
Versuch, erst einmal kleinere Brötchen zu backen, sinnvoll: Fusion
der Luxemburger Töchter. Das ist eine Option, die auch der
WGZ-Aufsichtsrat nicht ausgeschlossen hat, als er im Dezember die
Sondierungen über den Zusammenschluss an der Spitze scheitern ließ.
Für ein verbundpolitisch zweckmäßiges Miteinander im Interesse der
1250 Ortsbanken gibt es über Luxemburg hinaus eine Reihe weiterer
möglicher Ansätze - im Back Office, im Zertifikategeschäft oder bei
Beteiligungskapital. Vielleicht ist das der Weg, auf dem sich
längerfristig auch die beiden Zentralbanken einander annähern können.

Originaltext: Börsen-Zeitung
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=30377
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_30377.rss2

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Rückfragen bitte an:
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Telefon: 069--2732-0
 
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