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Finanzdienstleistungsbranche: Ertragsorientiertes Risikomanagement wird wichtiger

Geschrieben am 07.03.2007 - [Nächster Artikel]

Frankfurt am Main (ots) -

Deutlich höhere Ausgaben für Risikomanagement / PwC-Studie:
Finanzdienstleister nehmen Ertragschancen stärker wahr / Defizite
bei der Verknüpfung mit strategischen Zielsetzungen

Banken, Versicherungen und andere Finanzdienstleistungsunternehmen
haben in den vergangenen Jahren ihre Ausgaben für das eigene
Risikomanagement deutlich gesteigert. Während bei den Investitionen
bislang die Anpassung an Vorgaben der Regulierungsbehörden im
Vordergrund stand, geht es nunmehr verstärkt um die Realisierung von
zusätzlichem Nutzen, wie aus der Studie "Creating value: Effective
risk management in financial services" von PricewaterhouseCoopers
(PwC) und der Economist Intelligence Unit (EIU) hervor geht.
"Zweifellos können Risikomanager einen Mehrwert schaffen, indem sie
die unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen mit der internen
Ertrags- und Risikosteuerung in Einklang bringen und damit für das
operative Geschäft nutzbar machen. Bei immer mehr Instituten setzt
sich die Erkenntnis durch, dass systematisches Risikomanagement
Wettbewerbsvorteile schafft und damit unmittelbar zur Wertsteigerung
beitragen kann", sagt Stefan Palm, PwC-Partner und Leiter des
Bereichs Financial Services Risk Management. Allerdings zeigt die
Studie auch, dass Risikoaspekte im Alltagsgeschäft und bei
strategischen Entscheidungen häufig noch nicht ausreichend
berücksichtigt werden.

Risikomanagement macht sich bezahlt

Über 70 Prozent der weltweit gut 400 befragten Unternehmen haben
ihre Ausgaben für das Risikomanagement (beispielsweise für Personal
und IT-Einrichtungen) zwischen 2004 und 2007 um mindestens fünf
Prozent pro Jahr gesteigert. Fast jeder vierte Finanzdienstleister
gab jährlich sogar über 25 Prozent mehr aus. Deutlich ausgezahlt
haben sich diese Anstrengungen bei gut 40 Prozent der Unternehmen,
während weitere 40 Prozent immerhin von einem leicht höheren Beitrag
des Risikomanagements zur Wertschöpfung als 2004 ausgehen. Nur 14
Prozent gaben an, keinen positiven Effekt erkennen zu können.

Die Erfüllung von Regulierungsvorschriften oder gesetzlichen
Vorgaben (Basel II, Sarbanes-Oxley-Act u.a.) bleibt zwar nach Ansicht
von 55 Prozent der befragten Manager auch weiterhin eine der
wichtigsten Aufgaben für das Risikomanagement. Jedoch erwarten 27
Prozent eine stärkere Ertragsorientierung des Risikomanagements.

Vernachlässigtes Ertragspotenzial

Viele Unternehmen haben in der Vergangenheit das Ertragspotenzial
eines effizienten Risikomanagements nicht erkannt oder nur ungenügend
ausgeschöpft. So geben die Befragten zwar häufig an, dass sich durch
das verstärkte Risikomanagement das Verhältnis zu den
Regulierungsbehörden verbessert habe (55 Prozent der Nennungen).
Positive Auswirkungen auf das operative Geschäft werden jedoch
deutlich seltener genannt: 47 Prozent der Manager schreiben dem
Risikomanagement einen Imagegewinn bei den Kunden zu, und 42 Prozent
sind davon überzeugt, dass die zusätzlichen Investitionen das
Verhältnis von Erträgen und Risiken verbessert haben. Die effektive
Unterstützung des Managements im Alltagsgeschäft und bei
strategischen Entscheidungen halten sogar nur knapp 40 Prozent der
Befragten für gewährleistet.

Die Studie zeigt zudem, dass viele Risiken zwar als bedrohlich für
den Unternehmenserfolg eingestuft werden, aber dennoch kaum vom
Risikomanagement erfasst sind. Das gilt in besonderem Maße für
Risiken, die sich nur schwer in Geldeinheiten messen lassen: Ausfälle
oder Fehlfunktionen der IT-Systeme beispielsweise halten 45 Prozent
der Befragten für gefährlich oder sogar sehr gefährlich, eine
effektive Vorsorge haben jedoch nur 32 Prozent der Unternehmen
getroffen. Noch deutlicher ist die Diskrepanz im Bereich Human
Resources. So halten 42 Prozent die Anwerbung und Bindung von
qualifiziertem Personal für einen entscheidenden Erfolgsfaktor, aber
nur 23 Prozent glauben, dass dieser Aspekt vom Risikomanagement
ausreichend abgedeckt ist.

Risikobewusstsein ist noch zu schwach

Bislang haben nur wenige Finanzdienstleister realisiert, dass
Risikomanagement eine Geschäftsfeld übergreifende Kernkompetenz ist.
Nur einer von acht Befragten bewertet das Zusammenspiel der einzelnen
Geschäftsbereiche mit dem Risikomanagement seines Unternehmens als
"sehr gut", und nur jeder Fünfte ist der Ansicht, dass das allgemeine
Risikobewusstsein stark ausgeprägt ist.

Selbst in Kernbereichen kommt das Risikomanagement häufig zu kurz.
So sind Risikomanager nur bei jedem dritten Unternehmen an Übernahme-
oder Fusionsentscheidungen beteiligt. Und bei der Einführung neuer
Produkte, die in besonderem Maße mit Risiken verbunden ist,
verzichtet jeder dritte Finanzdienstleister auf eine systematische
Risikoeinschätzung.

"Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es für Risikomanager noch
sehr viel zu tun gibt. Allerdings scheint sich die Erkenntnis
durchzusetzen, dass Risikomanagement einen wichtigen Beitrag zum
Unternehmenserfolg leisten kann, wenn es in allen Geschäftsfeldern
und auf allen Ebenen in Entscheidungsprozesse eingebunden wird",
resümiert Palm.

Die aktuelle PwC-Studie "Creating value: Effective risk management
in financial services" erhalten Sie kostenlos bei dem angegebenem
Pressekontakt.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Stefan Palm PricewaterhouseCoopers AG WPG Leiter des Bereichs
Financial Services Risk Management Tel.: (069) 9585 - 25 71 E-Mail:
stefan.palm@de.pwc.com

Hinweis für die Redaktion:

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist
in Deutschland mit 8.100 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von
rund 1,2 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet
Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie
in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung
(Advisory).

Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=8664
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_8664.rss2

Pressekontakt:
Claudia Mende
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Corporate Communications / Presse
Tel.: (069) 95 85 - 31 79
E-Mail: claudia.mende@de.pwc.com
 
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