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MittelstandsMonitor 2007: Den Aufschwung festigen - Beschäftigung und Investitionen weiter vorantreiben

Geschrieben am 01.03.2007 - [Nächster Artikel]

Frankfurt (ots) - Der Mittelstand hatte im vergangenen Jahr vollen
Anteil am dynamischen Aufschwung der deutschen Wirtschaft. Auch 2007
können die kleinen und mittleren Unternehmen auf weiteren
konjunkturellen Rückenwind bauen. Das Wirtschaftswachstum dürfte zwar
etwas an Tempo verlieren, mit rund 2 % aber wiederum deutlich über
dem Durchschnittswert seit der Wiedervereinigung liegen. Dies ist ein
Ergebnis des MittelstandsMonitors 2007, den die KfW Bankengruppe
gemeinsam mit den Forschungsinstituten IfM Bonn, RWI Essen und ZEW
Mannheim sowie dem Informationsdienstleister Creditreform heute in
Frankfurt vorgestellt hat. Der gemeinsame jährliche Bericht befasst
sich mit der "Mittelstandskonjunktur" sowie der
"Unternehmensfluktuation". Schwerpunktmäßig behandelt der diesjährige
MittelstandsMonitor zudem die Themen "Internationalisierung des
Mittelstands" und "Mittelstand und Unternehmenssteuerreform". Der
MittelstandsMonitor, der in diesem Jahr zum fünften Mal vorgelegt
wird, vereint die exklusiven, sich gegenseitig ergänzenden
Datenbestände aller beteiligten Institute zu einer umfassenden Basis.
Die jeweils spezielle Expertise der Kooperationspartner macht den
MittelstandsMonitor zu einem umfassenden jährlichen Gutachten zu
Konjunktur- und Strukturfragen kleiner und mittlerer Unternehmen.
Ziel der gemeinsamen Publikation ist es, der Öffentlichkeit
umfassende Informationen über die aktuelle Lage und Perspektiven des
Mittelstands zu präsentieren. Die Hauptergebnisse des
MittelstandsMonitors 2007 im Überblick:

Die konjunkturelle Lage kleiner und mittlerer Unternehmen

Im Jahr 2006 trug endlich, neben den stets verlässlichen Exporten,
auch die Binnennachfrage wieder stärker zum Realwachstum bei. Das kam
den vergleichsweise stark auf die heimischen Märkte ausgerichteten
kleinen und mittleren Unternehmen besonders zugute. Die
Mittelstandskonjunktur konnte sich somit auf eine breitestmögliche
Basis stützen und entwickelte sich dynamisch. Auftragslage und
Stimmung der Mittelständler besserten sich rasant - und dies in
beiden Teilen Deutschlands sowie in allen Wirtschaftssektoren. Sogar
die bisherigen Problembranchen Einzelhandel und Bau erlebten die
konjunkturelle Trendwende. Eine positive Umsatz- und
Ertragsentwicklung ließ die Investitionsbereitschaft kleiner und
mittlerer Unternehmen weiter ansteigen:

Zuletzt waren 42 % der Mittelständler zu neuen
Investitionsprojekten bereit (2005: 37 %). Gleichzeitig wuchs der
Beschäftigungsbeitrag aus dem Mittelstand deutlich. Der Anteil
wachsender Firmen überstieg den Anteil schrumpfender Firmen um 16,7
Punkte. Für 2007 sind die Beschäftigungspläne im Mittelstand weiter
mehrheitlich positiv. Die am MittelstandsMonitor beteiligten
Institute gehen davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum im Jahr
2007 weiter dynamisch entwickeln wird. Die diesjährigen Belastungen,
allen voran der restriktive Kurs der Fiskalpolitik
(Mehrwertsteuererhöhung), werden den konjunkturellen Aufschwung aber
vorübergehend dämpfen.

Unternehmensfluktuation - aktuelle Trends im Gründungsgeschehen

Der Rückgang der Unternehmensgründungen in Deutschland setzte sich
2006 fort. Die Zahl der Gründer fiel auf den niedrigsten Stand seit
der Jahrtausendwende. Dreh- und Angelpunkt der Entwicklung ist der
Rückgang von Gründungen aus der Arbeitslosigkeit, seit die
Bundesagentur für Arbeit die Förderung dafür eingeschränkt hat.
Gleichzeitig führt die bessere konjunkturelle Lage zu vermehrten
abhängigen Beschäftigungsmöglichkeiten. Ein Teil der potenziellen
Gründer entscheidet sich hierfür, statt den Sprung in die
Selbständigkeit zu wagen. Die Zahl der Unternehmen, die aus dem Markt
ausgeschieden sind, ist 2005 nach einem leichten Rückgang im Vorjahr
wieder angestiegen. Es ist zu erwarten, dass die Liquidationen 2006
wieder etwas sinken. Unternehmensinsolvenzen als Teilmenge der
Liquidationen befinden sich seit Jahren in einem Abwärtstrend. In
Deutschland scheiden insgesamt weniger Unternehmen aus dem Markt aus,
als neue gegründet werden. Der Unternehmensbestand wächst weiter. Die
Höhe der Gründungsquote hängt auch vom Gründungsklima ab. Hier
besteht in Deutschland weiterhin Verbesserungspotenzial - vor allem
bei den kulturellen Rahmenbedingungen, z.B. durch eine stärkere
Verankerung des Themas "Selbständigkeit als Beruf" in den Schulen und
Hochschulen sowie die Etablierung einer "Kultur der zweiten Chance".

Internationalisierung des Mittelstands

Die Globalisierung - in Form von Verflechtungen der Märkte und
grenzüberschreitender Produktion - bedeutet für den Mittelstand
einerseits verstärkten Wettbewerbsdruck, andererseits die Chance,
selbst auf ausländischen Märkten tätig zu werden. Insgesamt hat die
inter-nationale Ausrichtung der kleinen und mittleren Unternehmen in
Deutschland deutlich zugenommen. Gut 20 % der Mittelständler
exportieren. Binnen vier Jahren hat sich der Anteil der
Mittelständler mit Direktinvestitionen im Ausland nahezu verdoppelt.

Vor allem Betriebe aus dem FuE-intensiven Verarbeitenden Gewerbe
sind aktiv im Ausland. Mittelständler mit internationaler Ausrichtung
weisen eine deutlich größere Produktivität und höhere
Innovationsaktivitäten auf als die allein auf den inländischen Markt
fokussierten Unternehmen. Darüber hinaus hat sich die Beschäftigung
in den kleinen und mittleren Unternehmen mit Auslandsabsatz und mit
Auslandsinvestitionen in den letzten Jahren besser entwickelt als bei
den Mittelständlern, die nur auf inländischen Märkten anbieten.
Gleichzeitig steigt durch die Internationalisierung aber auch der
Wettbewerbsdruck auf deutsche Mittelständler durch ausländische
Anbieter auf inländischen Märkten. Hiervon sind auch die Betriebe
betroffen, die selbst keine Auslandsaktivitäten aufweisen.
Insbesondere aus den mittel- und osteuropäischen Ländern, die bisher
vor allem durch geringere Kosten punkten konnten, ist auch in Zukunft
mit einem verstärkten Qualitätswettbewerb zu rechnen.

Mittelstand und Unternehmenssteuerreform

Der deutsche Mittelstand dürfte - geschätzt - etwa die Hälfte und
damit einen beachtlichen Teil des von Unternehmen geleisteten
Steueraufkommens aufbringen. Die effektive Steuerbelastung von
Kapitalgesellschaften ist in Deutschland im europäischen Vergleich
mit am höchsten. Bezieht man die Anteilseignerseite mit ein, d.h. die
Besteuerung der dem Unternehmer zufließenden Gewinne, dann verbessert
sich Deutschland auf einen Platz im hinteren Mittelfeld. Für den
MittelstandsMonitor wurden jetzt Simulationsrechnungen zu den
Auswirkungen des Regierungs-Reformkonzepts (Tarifsenkung,
Verringerung von Anreizen zum Gewinntransfer ins Ausland) auf die
Steuerbelastung repräsentativer mittelständischer Modellunternehmen
durchgeführt. Klares Ergebnis dabei ist, dass die vorgesehenen
Maßnahmen zu einer steuerlichen Entlastung führen würden.
Mittelständische Kapitalgesellschaften wären die größten Gewinner der
geplanten Unternehmenssteuerreform. Profitieren würden vor allem die
Unternehmen, für die aufgrund ihrer Größe oder Finanzierungsstruktur
die Tarifsenkungen voll durchschlagen und vorgesehene
Gegenfinanzierungsmaßnahmen (Wegfall des Betriebsausgabenabzugs der
Gewerbesteuer, Ausweitung der Hinzurechnung von Zinsen bei der
Gewerbesteuer auf die Kurzfristzinsen, Abschaffung der degressiven
Abschreibung u. a.) nicht greifen. Neben dem positiven Aspekt der
Verbesserung der Standortattraktivität ist jedoch Kritik an der
fehlenden Entscheidungsneutralität des Reformkonzepts der
Bundesregierung zu üben. So kommt es zu einer Diskriminierung der
Eigenkapitalfinanzierung, weshalb die Anreize für den Mittelstand, am
Standort Deutschland Eigenkapital zu investieren, negativ
beeinträchtigt werden.

Originaltext: KfW
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=41193
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_41193.rss2

Für Rückfragen:
Christine Volk,
Tel: 069 7431-3867
E-Mail: christine.volk@kfw.de

KfW, Palmengartenstraße 5-9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM)
Tel.: 069 7431-4400
Fax: 069 7431-3266
E-Mail: presse@kfw.de
Internet: www.kfw.de
 
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