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Insolvenzprognose 2007: Verliert die dramatische Beschleunigung der Pleitewelle an Kraft? / Knapp 180.000 Insolvenzen Natürlicher Personen zu erwarten - Auswirkung der Insolvenzrechtsänderung noch off

Geschrieben am 22.02.2007 - [Nächster Artikel]

Bremen (ots) - Die Zahl der gegen natürliche Personen eröffneten
Insolvenzverfahren steigt immer weiter. Im abgelaufenen Jahr 2006
wurden mit 136.589 Fällen 27,7 Prozent mehr Verfahren als im Vorjahr
(106.987) eröffnet. "Damit liegen wir zwar etwas unter unserer im
Oktober veröffentlichten Prognose von mehr als 138.000 derartiger
Verfahren, der Anstieg ist aber weiterhin als dramatisch zu
bezeichnen. Wir haben erste Anzeichen dafür, dass der Anstieg 2007
etwas geringer ausfallen wird. Doch nur die Beschleunigung der
Pleitewelle wird dadurch reduziert, tatsächlich wird die Zahl der
Fälle nochmals zunehmen. Bei unveränderten Bedingungen rechnen wir
für 2007 mit knapp 180.000 Insolvenzen natürlicher Personen",
berichtete Stephan Jender, Geschäftsführer der Seghorn Inkasso GmbH,
heute in Bremen. Auf Grund der geplanten Änderung des
Verbraucherinsolvenzverfahrens könnte es nach Jenders Einschätzung
jedoch doch noch wieder zu einem stärkeren Anstieg der
Verfahrensanzahl kommen. "Das neue Recht sieht vor, dass jeder
Schuldner einen finanziellen Beitrag zu den Verfahrenskosten leisten
soll. Deshalb muss man damit rechnen, dass manche Schuldner versuchen
werden, ihre Verfahrenseröffnung vorzuziehen um noch nach den alten
Regeln ohne eigene Kostenbeteiligung an die Restschuldbefreiung zu
gelangen", so Jender bei der Vorstellung der neuen bundesweiten
Insolvenz-Landkarte. Die in dieser Form in Deutschland einmalige
Analyse wird bereits seit vier Jahren durchgeführt und erlaubt die
Beurteilung des Insolvenzgeschehens auf Landes- und auf
Landkreisebene.

Der Begriff "Insolvenzen natürlicher Personen" umfasst nicht nur
Verbraucher, sondern einen deutlich größeren Personenkreis: Zu ihnen
zählen auch ehemals oder noch aktiv selbstständig Tätige sowie
Personen, die Gesellschafter von Firmen sind oder waren. Hinzu kommt
die allerdings sehr geringe Zahl überschuldeter Nachlässe.

Auf Grund von Daten, die gezielt für diese Studie ausgewertet
wurden, hat die volkswirtschaftliche Abteilung der Seghorn Inkasso
GmbH für jeden der 439 Stadt- und Landkreise die Zahl der eröffneten
Insolvenzverfahren natürlicher Personen mit der Bevölkerungszahl in
Verhältnis gesetzt. Hieraus hat das Unternehmen ein bundesweites
Ranking erarbeitet.

Bei der Analyse auf Bundesländerebene liegen Bremen mit 374 Fällen
je 100.000 Einwohnern, das Saarland mit 241, Schleswig-Holstein und
Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 221, Niedersachsen mit 216 sowie
Sachsen-Anhalt mit 213 Fällen am negativen Ende der Skala. Die
geringste Zahl an Fällen melden Baden-Württemberg (117 Fälle je
100.000 Einwohner), Bayern (120 Fälle) und Hessen (140 Fälle).

Auf Land- beziehungsweise Stadtkreisebene kommen dagegen
strukturelle Unterschiede zum Tragen. Demnach sind Stadtkreise
überproportional von der Insolvenzwelle betroffen: neun der zehn
Verwaltungseinheiten in der Negativ-Spitzengruppe sind Stadtkreise.
Die Stadtkreise Pirmasens (Rheinland-Pfalz) und Delmenhorst
(Niedersachsen) weisen für die 2006 deutschlandweit die höchste Quote
an Insolvenzverfahren natürlicher Personen auf. Während bundesweit
durchschnittlich 166 Insolvenzverfahren pro 100.000 Einwohner (plus
27,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr) eröffnet wurden, waren es in
Pirmasens mit 549 und Delmenhorst mit 507 jeweils mehr als drei Mal
so viel. Auf Platz drei liegt überraschenderweise die Stadt Bremen
mit 428 Fällen pro 100.000 Einwohner, was gegenüber dem Vorjahr einer
Steigerung um 84,5 Prozent entspricht.

Auf den weiteren Plätzen folgen wie bereits 2005 die Stadtkreise
Wilhelmshaven (Niedersachsen) mit 422 und Rostock mit 411 Pleiten pro
100.000 Einwohner. Platz sechs nimmt nach einem Anstieg um 79,6
Prozent jetzt der Landkreis Weißenfels mit einer Quote von 370 Fällen
ein, der Stadtkreis Neubrandenburg folgt mit acht Fällen weniger
(362). Auf den Plätzen acht bis zehn finden sich die Stadtkreise
Offenbach am Main (358 Fälle), Leipzig (349 Fälle) und
Mönchengladbach mit 347 Fällen.

Seghorn-Geschäftsführer Stephan Jender verwies abschließend
darauf, dass zumindest bei Verbrauchern eine mangelnde
Finanzkompetenz der Hauptgrund für Überschuldungsprobleme sei. Hierzu
habe sein Unternehmen im Sommer eine Studie unter dem Titel
"Überschuldung und Prävention" vorgestellt. Knapp ein Drittel der
1.996 befragten Verbraucher mit akuten Zahlungsschwierigkeiten
bekannten darin, dass eine unwirtschaftliche Haushaltsführung
wesentlich zur Misere beigetragen habe. "In die finanzielle
Schieflage führten schließlich nicht erwartete und nicht eingeplante
Ereignisse wie Arbeitslosigkeit (48,8 Prozent der Männer und 46,7
Prozent der Frauen) oder die Trennung beziehungsweise die Scheidung
vom Partner", berichtete Jender weiter.

Hintergrund:

Als eines der größten Inkasso-Unternehmen Deutschlands bearbeitet
die Seghorn Inkasso GmbH in Bremen derzeit mehr als eine Million
Inkassoaufträge. Das Unternehmen ist in fast jedem vierten
Verbraucherinsolvenzverfahren als Vertreter von Gläubigern beteiligt.
Weitere Informationen sowie das ausführliche Insolvenz-Ranking auf
Stadt- und Landkreisebene unter www.seghorn.de. Abbildungshinweis für
die Redaktion: Auf der Homepage www.seghorn.de finden Sie die
Abbildung der Insolvenz-Landkarte zum Download.

Originaltext: Seghorn Inkasso GmbH
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=42987
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_42987.rss2

Pressekontakt:
Stephan Jender,
Seghorn Inkasso GmbH,
Tel.: 0421/4391-360,
Fax: 0421/4391-316
www.seghorn.de

gmc Marketing & PR
Dirk Gieschen;
Postfach 11 32, 27409 Tarmstedt;
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