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Commerzbank: Börsenbericht/Wochenausblick

Geschrieben am 19.02.2007 - [Nächster Artikel]

Frankfurt (ots) - In der vergangenen Woche konnten die
internationalen Aktienmärkte unter Führung der Überseemärkte erneut
positiv performen. Besonders in Szene setzte sich hierbei der
japanische Aktienmarkt trotz eines Feiertags mit einem Anstieg von
2,12% im Nikkei 225. Ausschlaggebend waren hier die positiven
volkswirtschaftlichen Rahmendaten (das BIP im dritten Quartal Oktober
bis Dezember stieg um annualisiert 4,8% deutlich stärker als die
prognostizierten 3,8%) und steigendes Interesse von
Auslandsinvestoren. Auch die Anleger im Dow Jones können sich über
Kursgewinne freuen: Nach einem noch verhaltenen Montag konnte der
Index kontinuierlich steigen und erzielte eine Wochenentwicklung von
1,5%. Hier wirkte neben den guten Unternehmensdaten und weiterer
Übernahmephantasien (besonders im Rohstoffbereich) die positiv
interpretierte Rede vom Notenbankchef Ben Bernanke vor dem
amerikanischen Senat. Dagegen blieben die bisherigen Outperformer,
die europäischen Börsen, deutlich zurück. Während der Dax noch einen
Anstieg um 0,67% erzielte, stagnierte der EuroSTOXX 50 vollends.

Die volkswirtschaftlichen Rahmendaten hatten insgesamt limitierten
Einfluss auf die Aktienmärkte. Wesentlich mehr Einfluss hatten da die
fortgesetzten Übernahmephantasien und die laufende
Gewinnberichterstattung. Bereits am Montag redete man in den USA von
einem "Merger Monday". Das Scheitern des feindlichen
Übernahmeangebots der NASDAQ an die London Stock Exchange führte
ebenso zu starken Kursbewegungen wie der Abbruch der Gespräche
zwischen Sanofi-Aventis und Bristol-Myers Squibb. Starke Kursavancen
erlebte auch KarstadtQuelle nach der Ankündigung, dass ihre Tochter
Thomas Cook die britische MyTravel übernehmen wird. Einen Tag darauf
brachten Gerüchte um eine beabsichtige Übernahme von Alcoa durch Rio
Tinto oder BHP Billiton Bewegung in den Aluminiumbereich, die sich
dann auf den Stahlsektor ausdehnte. Alcoa stieg in diesem Zuge um ca.
8%, ThyssenKrupp im weiteren Verlauf der Woche um 7,5%.

Die Gewinnberichterstattung lief weiter positiv. Das Gros der
Unternehmen konnte überzeugen (Commerzbank, Comdirect, Bilfinger
Berger, Singulus, Danone, Diageo, Credit Suisse, Total und LVMH).
Während die Zahlen von Daimler und UBS als gemischt aufgenommen
wurden, enttäuschten die Unternehmenszahlen bei Sanofi-Aventis und
den drei französischen Großbanken Société Générale, BNP Paribas und
Crédit Agricole. Wir konnten nach den positiven Zahlen von Total und
LVMH unsere Kaufempfehlungen bestätigen.

Die internationalen Rentenmärkte reagieren nach wie vor nervös auf
geringste Anzeichen einer Änderung in der Geldpolitik der großen
Notenbanken bzw. auf neue Daten zur Konjunkturlage. In der
vergangenen Handelswoche stand eine Vielzahl von Indikatoren sowohl
in den USA als auch im Euroraum auf der Agenda. Für die USA
zeichneten sie mehrheitlich ein robustes Konjunkturbild mit ersten
Hinweisen auf eine Abschwächung, im Euroraum belegten sie eine
gesunde Wirtschaftsdynamik. Im Fokus der Märkte stand allerdings die
halbjährlich stattfindende Rede des US-Notenbank-Präsidenten Ben
Bernanke vor dem Kongress am Mittwoch vergangener Woche.

Diese Rede bestimmt das Geschehen an den Rentenmärkten in den USA.
In dieser ursprünglich als "Humphrey-Hawkins-Report" bekannt
gewordenen Einschätzung der US-Wirtschaft gibt die Fed zweimal im
Jahr Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank.
Hinsichtlich des zukünftigen Wirtschaftswachstums äußerte sich
Bernanke eher vorsichtig: Die weiteren Wachstumsaussichten im US-Raum
seien eher moderat. Entsprechend passte die Notenbank ihre
Wachstumsprognose für 2007 auf unter 3,0% und damit unter der
Potenzialrate an. Optimistisch zeigte sich der Notenbank-Chef
bezüglich der Inflationsaussichten: Der Preisdruck nehme langsam -
auch bedingt durch niedrige Öl- und Energiepreise - ab.

Die prognostizierte Verlangsamung der Konjunktur werde die
Preisentwicklung über eine geringere Kapazitätsauslastung zusätzlich
positiv beeinflussen. Gleichzeitig schloss Bernanke aber auch weitere
Zinserhöhungen nicht aus, sofern die Inflation doch nicht im
gewünschten Ausmaß zurückgehe.

Allgemein weisen die Konjunkturwerte zunehmend auf eine
allmähliche Abschwächung der Wirtschaft hin und bestätigen die
abwartende Haltung der US-Notenbank. Die Volkswirte der Commerzbank
erwarten vor diesem Hintergrund im Verlauf des Jahres 2007 keine
Zinssenkung der Fed.

Während der US-Rentenmarkt deutlich freundlicher tendierte, war
das Aufwärtspotenzial an den europäischen Bond-Märkten durch die
relativ klaren Aussagen des EZB-Präsidenten Trichet bei der letzten
Pressekonferenz begrenzt. Trichet hatte durch das Schlüsselwort
"Wachsamkeit" hinsichtlich der Inflationsgefahren eine weitere
Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf ein Niveau von 3,75% in der
kommenden EZB-Sitzung Anfang März de facto angekündigt. Die Daten der
vergangenen Woche bestätigten das Bild der EZB von einer recht
robusten europäischen Konjunktur. Vor allem die Zahlen zum
BIP-Wachstum in Deutschland, Frankreich und im gesamten Euroraum
überraschten mit starken Zuwächsen und machen weitere Zinserhöhungen
wahrscheinlich. Gemessen am ZEW-Indikator nimmt auch der Optimismus
der Marktteilnehmer weiter zu. Die Volkswirte der Commerzbank gehen
vor diesem Hintergrund davon aus, dass die EZB nach dem Zinsschritt
im März noch ein weiteres Mal an der Zinsschraube drehen und den
Leitzins der europäischen Wirtschaft im zweiten Quartal 2007 auf
4,00% anheben wird.

Für kurzfristiges Potential sollte weiter gesorgt sein. Soweit
keine außerordentlich negativen Überraschungen bekannt gegeben
werden, dürften die Märkte nach oben tendieren. Vor allem der Dax
sollte die 7000er Marke in Angriff nehmen. Zum Wochenanfang fehlt zu
großen Teilen die Unterstützung aus Übersee, da Hongkong und Singapur
wegen des chinesischen Neujahrfests und die USA wegen des President's
Day geschlossen haben. Die wichtigen Daten kommen dann zur
Wochenmitte, hier könnte dann stärkere Volatilität aufkommen.

Trotz dieser kurzfristigen Aussichten und der auf positiver
Bewertung und weiterem Gewinnpotentials basierenden, attraktiven
Langfristprognosen erwarten wir spätestens mit Auslaufen der
Gewinnberichtsperiode eine deutlichere Konsolidierung am Markt, die
in einer Korrektur auf die Unterstützungsniveaus unterhalb der
Trendkanäle zurückführen könnte. Privatanlegern wird die Aktie von
der ING Groep empfohlen.
_____________________________________________________________________
__
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Veröffentlichungen gemäß § 5 Abs. 4 Nr.3 der Finanzanalyseverordnung:
Anzahl der Aktien-Empfehlungen des "Zentralen Geschäftsfelds Privat-
und Geschäftskunden" der Commerzbank (ZPK) im 2. Quartal 2006
aufgeschlüsselt nach Kategorien: 45 Kaufen / 0 Halten / 2 Verkaufen.
Anzahl der Anleihe-Empfehlungen des "Zentralen Geschäftsfelds Privat-
und Geschäftskunden" der Commerzbank (ZPK) im 2. Quartal 2006
aufgeschlüsselt nach Kategorien: 20 Kaufen / 5 Halten / 0 Verkaufen.
Ó2006; Herausgeber: Commerzbank Aktiengesellschaft, Kaiserplatz,
60261 Frankfurt am Main. Diese Ausarbeitung oder Teile von ihr dürfen
ohne Erlaubnis der Commerzbank weder reproduziert noch weitergegeben
werden.

Originaltext: Commerzbank AG
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6676
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_6676.rss2
ISIN: DE0008032004

Pressekontakt:
Commerzbank AG
Zentraler Stab Konzernkommunikation -Presse-
Telefon: 069/136-22830
Fax: 069/136-29955
Email: pressestelle@commerzbank.com
 
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