Düsseldorf (ots) - Die jüngsten Krawalle in Italien und Leipzig "sind ein gesamtgesellschaftliches Alarmzeichen". Das sagte der Augsburger Moraltheologe Prof. Klaus Arntz in einem Gespräch mit der Rheinischen Post (Samstagausgabe). Arntz findet, dass "der Fußball in seiner sozialen Integrationskraft überschätzt wird. Der Sport ist nicht der Reparaturbetrieb der Gesellschaft, sondern vielmehr deren Abbild". Arntz spricht sich für "eine gesunde Art der Gegnerschaft" aus und regt an, künftig den Fairplayer des Jahres zu wählen. Der Moraltheologe glaubt an die Vorbildfunktion des Profifußballs. "Aber man darf ihm nicht die gesamte Last gesellschaftlicher Missstände aufbürden. Er kann sie nicht lösen, sondern muss mit ihnen leben." Bei aller Freude über die positiven Ereignisse während der WM kann Arntz "die sportpolitische Euphorie, die in rosaroten Farben gezeichnet wurde, nicht nachvollziehen. Innenpolitische Kontroversen wurden kaschiert und eine heile Welt zelebriert".
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