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China will Transrapid-Strecke um 30 Kilometer verlängern / Auftragsabschluss für Siemens und ThyssenKrupp so gut wie sicher

Geschrieben am 09.02.2007 - [Nächster Artikel]

Köln (ots) - 9. Februar 2007 - Neben dem Bau einer Teststrecke zur
Entwicklung einer eigenen Magnetschnellbahn-Technologie hat sich
China dazu entschlossen, die Transrapid-Strecke in Shanghai um gut 30
Kilometer zu verlängern. Wie die Online-Ausgabe des
Wirtschaftsmagazins 'Capital' aus Kreisen der Shanghaier
Stadtregierung erfuhr, soll die zusätzliche Trasse die bereits
existierende Transrapid-Strecke beim internationalen Shanghaier
Flughafen Pudong mit dem Finanzzentrum auf der Ostseite des
Huangpu-Flusses und dem vor allem für Inlandsflüge benutzten
Flughafen Hongqiao im Westen der Stadt verbinden. Darauf haben sich
laut 'Capital' das deutsche Transrapid-Konsortium aus ThyssenKrupp
und Siemens und die Shanghai Maglev Transportation Development Co.
Ltd., ein Tochterunternehmen der Shanghaier Stadtregierung, nach
jahrelangen Verhandlungen geeinigt. Derzeit warten die
Vertragspartner darauf, dass die Pekinger Zentralregierung den Bau
genehmigt. Die endgültige Entscheidung soll noch vor dem chinesischen
Neujahrsfest am 17. Februar bei einer Sitzung des Staatsrats fallen.

Für Siemens-Chef Klaus Kleinfeld wäre dies ein willkommener
Image-Erfolg, auch wenn das Projekt für den Konzern wirtschaftlich
relativ wenig Gewicht hat. Insgesamt beträgt das Auftragsvolumen für
diesen zweiten Abschnitt etwa 1,2 Milliarden US-Dollar. Das
entspricht etwa den Baukosten für die existierende Strecke. Trotzdem
mussten Siemens und ThyssenKrupp nach 'Capital'-Informationen große
Nachlässe geben, um im Geschäft zu bleiben. Denn die Baukosten für
die Trasse sind etwa doppelt so hoch wie für die erste, weil neben
dem Tunnel drei zusätzliche Stationen gebaut werden müssen und die
Trasse durch die Innenstadt verläuft. Außerdem sind die Preise etwa
für Stahl seit dem Bau der ersten Strecke vor fünf Jahren deutlich
gestiegen.

Um die Preisanforderungen der Chinesen zu erfüllen, musste das
Konsortium zustimmen, dass die zunächst 30 Zugsektionen ohne
Schwebetechnik komplett in zwei chinesischen Fabriken gebaut werden.
Die chinesischen Arbeiter werden in Deutschland angelernt. Nur etwa
die Hälfte der Siemens-Leittechnik und die Schwebe-Kerntechnologie
kommen noch aus Deutschland, lauten die 'Capital'-Informationen.
Immerhin konnte sich China nicht mit seiner Bedingung durchsetzen,
die gesamte Technologie übertragen zu bekommen. Die Chinesen erhalten
auch die in Deutschland neu entwickelte Fahrzeugreihe 09 nicht.

Die Strecke soll spätestens bis zur Weltausstellung 2010 fertig
gestellt sein. Selbst unter chinesischen Fachleuten gilt diese
Planung als sehr knapp. Zwar ist es gut möglich, dass der Shanghaier
Transrapid in einer weiteren Bauphase um einen dritten Abschnitt in
die 175 Kilometer entfernte Sieben-Millionen-Stadt Hangzhou
verlängert wird. Doch von den ursprünglichen Zielen ist das
Konsortium weit entfernt. Ende der 90er Jahre waren Siemens und
ThyssenKrupp angetreten, erst Shanghai und Peking mit einer Trasse
von 1.200 Kilometern zu verbinden und dann das ganze Land zu
vernetzen.

Für Rückfragen:
Claudia Reischauer, Redaktion 'Capital',
Tel. 0221/4908-119, reischauer.claudia@capital.de

Originaltext: Capital, G+J Wirtschaftspresse
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=8185
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_8185.rss2
 
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