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LIGNA+ HANNOVER 2007: Holzbau gewinnt immer mehr Marktanteile

Geschrieben am 07.02.2007 - [Nächster Artikel]

Hannover (ots) - Mehr als die Hälfte des jährlichen Holzverbrauchs
in Deutschland in Höhe von 20 Millionen Kubikmeter (cbm) wird in der
Bauwirtschaft verarbeitet. Von den vielfältigen
Verwendungsmöglichkeiten des Holzes - Fenster, Türen, Boden, Wand,
Decke - geht ein erheblicher Anteil in den Holzbau im engeren Sinne.
Und dies mit steigender Tendenz. Allein die 9 400 Zimmereien in
Deutschland verarbeiten jährlich vier Millionen cbm stabförmige
Holzprodukte (Schnittholz, Bauholz, Brettschichtholz,
Konstruktionsvollholz). Dieses Volumen wird in den kommenden Jahren
zunehmen, denn zum einen hat die Bauwirtschaft nach elf Jahren
endlich die Talsohle verlassen und erhält auch im Inland wieder mehr
Aufträge, zum anderen steigt der Anteil des Holzbaus in allen
Segmenten der Bauwirtschaft.

Im vergangenen Jahr sind von den 169 000 in Deutschland neu
errichteten Gebäuden 23 000 in Holzbauweise gebaut worden, das sind
13,8 Prozent mehr als 2004. Das größte Segment des Holzbaus umfasst
die Einfamilienhäuser mit einem Anteil von 13,8 Prozent. Im
mehrgeschossigen Wohnungsbau liegt die Holzbauquote erst bei 1,9
Prozent, im Gewerbebau - Bürogebäude, Produktionshallen - und im
öffentlichen Bau - Sporthallen, Feuerwehrhäuser, Schulen - dagegen
bei 17,4 Prozent, das sind 1,5 Prozentpunkte mehr als 2004. Bei 25
500 erstellten Gebäuden im Nichtwohnungsbau entspricht dies 4 450
Gebäuden in Holzbauweise.

Nach wie vor gibt es im Holzbau in Deutschland große regionale
Unterschiede. Mit insgesamt 10 829 Gebäuden wurden fast 40 Prozent
der im vergangenen Jahr in Holzbauweise fertig gestellten Gebäude in
Bayern und Baden-Württemberg errichtet. Der Südweststaat liegt mit
20,5 Prozent sogar noch vor Bayern, das mit einer Quote von 19,4
Prozent den zweiten Platz mit Rheinland-Pfalz teilen muss; Hessen
kommt mit 17,4 Prozent auf den vierten Platz. Im gewerblichen und
öffentlichen Bau nehmen die Bayern mit einer Quote von 25,4 Prozent
den ersten Platz vor Baden-Württemberg ein, das mit 23,7 Prozent
allerdings auch in diesem Segment eine hohe Holzbauquote hat. Dass
man im Norden Deutschlands durchaus mit Holz bauen kann, zeigt die
hohe Holzbauquote im gewerblichen Bereich in Schleswig-Holstein mit
21,6 Prozent. Die östlichen Regionen der Bundesrepublik nutzen die
großen Fortschritte im mehrgeschossigen Holzbau, denn sie haben mit
drei Prozent die höchsten Quoten in diesem Segment. Zudem zeigt eine
Analyse auf Kreisebene, dass Architekten und Bauherren auch in diesen
Regionen durchaus die Vorteile des Holzbaus zu schätzen wissen, denn
in einigen Kreisen der östlichen Bundesländer liegt die Holzbauquote
über dem Bundesdurchschnitt.

Der wachsende Anteil des Holzbaus an der Gesamtzahl der
Bautätigkeit in Deutschland hat mehrere Gründe. Zum einen erkennen
immer mehr Menschen die Vorteile dieses Baustoffes, die vor allem in
der Energieeinsparung, der Kohlenstoffbindung, der Ressourcenschonung
und der kostengünstigen, weil zügigen Bauweise liegen. Zum anderen
haben sich immer mehr Architekten des Baustoffes Holz angenommen und
verbinden die ökologischen und ökonomischen Vorteile von Holz mit
zeitgemäßen, teils zukunftsorientierten gestalterischen Elementen.
Die Tatsache, dass der Holzarchitekturpreis 2006 an dem Schweizer
Architekten Prof. Peter Zumthor vergeben wurde, zeigt, dass der
Holzbau sein Landhaus-Image abgelegt hat und der modernen Architektur
zuzuordnen ist.

Innovative Produkte und neue Konstruktionsmöglichkeiten haben zu
dieser erfolgreichen Entwicklung beigetragen. So ist es in
Deutschland seit kurzem möglich, fünfgeschossige Wohnbauten in
Holzbauweise zu errichten, nachdem mit dem Brettschichtholz die
Tragfähigkeit der Bauelemente deutlich vergrößert wurde und die bei
diesen Geschosszahlen strengen Brandschutzvorschriften erfüllt
werden. In der Schweiz wurde vor kurzem das erste sechsgeschossige
Holzhaus realisiert. Noch bis vor wenigen Jahren waren Holzhäuser in
dieser Größenordnung unvorstellbar. Grundlage der Neuerungen sind
umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten vor allem im
Bereich der Statik und des Brandschutzes. Der imposante 20 Meter hohe
Holzbau - ein Wohn- und Arbeitsgebäude in Steinhausen (Kanton Zug)
mit sehr hohem Komfort - erfüllt darüber hinaus sämtliche
Anforderungen, die an ein Niedrigenergiehaus gestellt werden.

Die Holzbauweise eignet sich besonders vorzüglich für die
Errichtung von Niedrigenergiehäusern und von Passivhäusern, da Holz
die nach außen auftretenden Wärmeverluste im Gegensatz zu anderen
Baustoffen deutlich senkt. Niedrigenergiehäuser, auch
Energiesparhäuser genannt, benötigen nur etwa zehn Prozent an Energie
eines in herkömmlicher Bauweise errichteten Gebäudes, und beim
Passivhaus ist sogar die Energiegewinnung im Haus größer als der
Energieverbrauch. Ein für den deutschen Markt nicht so bedeutsamer
Vorteil, der aber im Export und für den technischen Standard des
Holzbaus signifikant ist, ist die Erdbebensicherheit der in
Holzbauweise errichteten Gebäude.

Alle diese Innovationen haben in den vergangenen Jahren dem Holz
erhebliche Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Baustoffen
gesichert, die sich - zusammen mit der Qualität des Holzbaus - in
steigenden Marktanteilen auswirken. Die ganze Bandbreite der
Innovationen - die sich von der Qualitätssicherung durch
Holzsortierung, Trocknung, Bearbeitung über die Herstellung von
hochwertigen Zwischenprodukten, die Konstruktion und Architektur
sowie die Energieeinsparung bis hin zum anspruchsvollen Interieur
hinzieht - ist auf der LIGNA+ HANNOVER 2007 (14. bis 18. Mai) zu
sehen, bei den Holzbearbeitungs- und Zimmerermaschinen ebenso wie bei
den Zwischenprodukten und fertigen Modellhäusern. Die Verleihung des
Deutschen Holzbaupreises während der LIGNA+ HANNOVER 2007 wird dabei
zugleich zu einem Forum des zukunftsorientierten Holzbaus und der
Holzbaukultur werden. Während der Messe werden außerdem in Halle 17
vom Verband Niedersächsischer Zimmerer (VNZ) zwei Ein- bis
Zweifamilienhäuser sowie ein Pavillon in Holzbauweise errichtet.

Weitere Informationen zum gesamten Programm der LIGNA+ HANNOVER
2007 sowie zu einzelnen Angebotsschwerpunkten stehen im Internet
unter www.ligna.de und www.handwerk-holz-mehr.de.

Originaltext: Deutsche Messe AG Hannover
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=13314
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_13314.rss2

Ansprechpartnerin für die Redaktion:

Anja Brokjans
Tel.: +49 511 89-31602
E-Mail: anja.brokjans@messe.de

Weitere Pressetexte und Fotos finden Sie unter:
www.ligna.de/presseservice
 
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