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AOK-Rabattoffensive erfolgreich: AOKs vereinbaren erstmals bundesweit auf breiter Ebene Arzneimittelrabatte

Geschrieben am 06.02.2007 - [Nächster Artikel]

Stuttgart (ots) - Alle 16 AOKs in Deutschland haben jetzt zum
ersten Mal gemeinsam mit pharmazeutischen Herstellern
Arzneimittelrabatte vereinbart. Nach Angaben der federführenden AOK
Baden-Württemberg wurden mit 11 verschiedenen Herstellern für
insgesamt 43 Wirkstoffe und Kombinationen Rabattkonditionen fixiert,
die bis zu 37 Prozent unter dem derzeitigen Apothekenverkaufspreis
liegen. So muss beispielsweise die AOK künftig für den Blutfettsenker
"Simvastatin" rund ein Fünftel weniger im Verhältnis zu allen anderen
vergleichbaren Packungen zahlen. "Wir rechnen bundesweit mit
jährlichen Einsparungen im interessanten zweistelligen
Millionenbereich. Eine Entlastung, die wir allein wegen der für 2007
erwarteten enormen Steigerung bei den Medikamentenausgaben von um die
7 Prozent dringend brauchen," so Dr. Christopher Hermann,
Vorstandsvize der AOK Baden-Württemberg. Bezüglich der Rabattangebote
insgesamt war laut Hermann trotz gegenläufiger Aktivitäten von
Pharmaverbänden und Einzelfirmen ein erfreulich großes Interesse der
Branche feststellbar: "Bei breit angewandten Wirkstoffen lagen uns
bis zu acht Angebote vor. Wir haben nach einheitlichen Kriterien
verglichen und für maximal drei Angebote je Wirkstoff einen Zuschlag
erteilt". Für ihre Rabattoffensive findet die AOK großen Rückhalt bei
den niedergelassenen Ärzten. Hermann: "In Baden-Württemberg haben wir
mit der Kassenärztlichen Vereinigung eine Vereinbarung geschlossen,
wonach Ärzte erstmals viele bewährte Arzneimittel über einen Zeitraum
von einem Jahr zu garantierten Niedrigstpreisen bei gleicher Qualität
verordnen können. Das schafft Transparenz für den Arzt, der bisher
oft einem Verwirrspiel mit vierzehntägigen Preisänderungen ausgesetzt
ist. Durch die Umstellung auf rabattierte Arzneimittel werden auch
für AOK-Versicherte Einsparungen bei der Zuzahlung möglich." Auf
Unverständnis stößt bei Hermann der "Aufstand" verschiedener
pharmazeutischer Hersteller: "Die wollen rigide an ihren
unrabattierten Höchstpreisen festhalten. Deshalb gehen verschiedene
pharmazeutische Unternehmen in dieser Angelegenheit rechtlich gegen
die AOKs vor, obwohl die AOKs gerade die wiederholte Aufforderung der
Politik ernst nehmen, für ihre Versicherten ein qualitativ
hochstehendes und kostengünstiges Versorgungsangebot zu schaffen".
Durch die Beschlüsse der Vergabekammer Baden-Württemberg und des
Sozialgerichtes Freiburg sehen sich die AOKs vollauf bestätigt,
gesetzeskonform zu handeln. So wurden die Anträge eines
Pharmaunternehmens auf Verbot der Zuschlagserteilung für den
gemeinsamen Abschluss der Rabattverträge abgelehnt. Bestätigt wurde
auch die Auffassung der AOK, dass die sozialrechtlichen Regelungen
vorrangig sind und überhaupt kein glaubhafter Anordnungsanspruch
besteht. "Wir müssen leider davon ausgehen, dass sich Lobbyverbände
jetzt nach dem Motto 'Wenn gegen kein Gesetz verstoßen wird, müssen
eben die Gesetze geändert werden', weiterhin um Gehör bei der Politik
bemühen werden - auf das Ergebnis dürfen wir gespannt sein," so
Hermann abschließend.

Die AOK Baden-Württemberg versichert 3,9 Millionen Menschen und
zahlt fast 9,8 Milliarden Euro pro Jahr an Leistungen in der Kranken-
und Pflegeversicherung. Weitere Informationen zur AOK
Baden-Württemberg im Internet unter www.aok-bw.de

Originaltext: AOK Baden-Württemberg
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=51195
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_51195.rss2

Pressekontakt:
AOK Baden-Württemberg
Hauptverwaltung
Pressestelle
Telefon: 0711 25 93-231
E-Mail: presse@bw.aok.de
 
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