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Werder Bremen-Presseservice: Stimmen zum Bundesliga-Spiel Werder Bremen - Hannover 96: Freude ja, Jubel nein - Die Geschichte dreier Tore

Geschrieben am 29.01.2007 - [Nächster Artikel]

Bremen (ots) - Nein, die Teildisziplin "Strafstoß" liegt den
Grün-Weißen irgendwie nicht so richtig in dieser Saison und schon in
der letzten war es ähnlich. Tim Borowski in Hamburg und Hannover,
Diego zuhause gegen Wolfsburg, Miroslav Klose in Duisburg und eben
jetzt zum Rückrundenstart gegen Hannover 96 - das sind fünf der
letzten sechs Werder-Elfmeter in der Bundesliga. Alle gingen sie
nicht ins Tor, nur Diegos Handelfmeter gegen Berlin ließ es rascheln
im Gehäuse. Ob er denn einen neuen, sicheren Schützen im Auge habe,
wurde Thomas Schaaf nach dem dennoch erfolgreichen Auftakt in die
zweite Saisonhälfte gefragt. Doch dem Werder-Trainer fiel, egal an
welchen Schützen gerichtet, nur eine Vorgabe ein: "Reinschießen!"

So wie im Training, denn "da ist die Quote um einiges höher", wie
Geschäftsführer Klaus Allofs zu berichten wusste, der aber den Grund
gleich hinterherschob: "Der Ernstfall ist nur schwer zu simulieren."
Dass es beim Ernstfall an diesem Sonntagabend Miroslav Klose traf,
kann man angesichts oben stehender Liste als Zufall ansehen. Der
Schütze selbst wusste es hinterher besser, irgendwie doch kein
Zufall: "Ich hatte mich eigentlich gut gefühlt, war mir sicher, dass
ich ihn rein mache, doch heute wollte ich es erzwingen, das geht dann
oft in die Hose. Es gibt eben so Tage." Kollege Torsten Frings hatte
so etwas schon geahnt, zeigte sich anschließend aber milde: "Miro
hatte heute einen schwarzen Tag, aber ich mache ihm keinen Vorwurf."
Schließlich jagte Klose die Kugel ja auch nicht ins Nirgendwo,
sondern scheiterte am starken Keeper Robert Enke. Es war fast ein
Privatduell zwischen Topstürmer hier und Toptorhüter da. Der Sieger
hieß an diesem Abend Enke. Für Klose nur auf den ersten Blick eine
unbekannte Situation: "Ich habe Robert nach dem Spiel gratuliert und
gesagt, dass man eben irgendwann seinen Meister findet. Das habe ich
nämlich auch schon beim Training der Nationalmannschaft gemerkt -
irgendwie liegt er mir nicht so." Bei der Gelegenheit stellte er
übrigens auch gleich klar, dass sein erster Alleingang aufs Gäste-Tor
nicht per Foul gestoppt wurde: "Ich trete ihm auf den Arm, ganz klar
kein Elfer!"

Elfer hin, Elfer her, das Fazit aller Beteiligten war
übereinstimmend: "Auch wenn wir den einen oder anderen Elfmeter schon
verschossen haben, wichtig ist, dass wir die Spiele gewinnen", trug
Unglücksrabe Klose zu seiner Entlastung vor. Thomas Schaaf und Klaus
Allofs sahen es ähnlich. Die Statistik gibt ihnen Recht. Borowskis
Fehlschüsse "brachten" ein 2:1 in Hamburg und das 4:2 im Hinspiel
gegen 96. Diegos Missgeschick tat beim 2:1 im Hinrundenfinale nix zur
Sache und Kloses "Fahrkarten" hatten auf das 5:3 in Duisburg genau so
wenig Einfluss wie auf das 3:0 an diesem Sonntag. Fünf verschossene
Elfer - fünf Siege, eine saubere Bilanz. "Wir brauchen die Elfmeter
nicht", schlussfolgerte Torsten Frings, "wir schießen auch so genug
Tore, sieht man doch." Gegen Hannover waren es wieder drei.

Damit stehen in dieser Spielzeit bereits 50 Werder-Tore zu Buche,
die Hälfte der von vielen Fans erträumten 100. "Die sind mir egal",
stellte Klaus Allofs klar, "mir wäre es am liebsten, wenn wir jedes
Spiel 1:0 gewinnen würden." Das gewünschte 1:0 in dieser Partie
steuerte Tim Borowski schon nach gut vier Minuten bei, es war sein
zweiter Saisontreffer. "Schon mal wieder gut so ein Tor", freute er
sich verhalten. Kollege Klose hatte ihm den Ball perfekt auf den Kopf
geflankt und sich auch danach trotz fehlendem Abschlussglücks als
Vorbereiter schadlos gehalten. Er nimmt es, wie es kommt: "Eine
Torvorlage freut mich wie ein eigenes Tor und wenn wir dann noch
gewinnen, sind alle glücklich". Sein Querpass auf Almeida vor dem 2:0
und sein Kopfball auf Enkes Oberkörper vor dem 3:0 ebneten den Weg
für die dringend benötigten weiteren Torerfolge.

Stichwort 3:0. "Klassischer Abstauber", kommentierte Torschütze
Per Mertesacker, einer dieser Tore jagenden Bremer Abwehrspieler, zu
seinem zweiten Saisontreffer. Richtig glücklich war er mit diesem
allerdings trotzdem nicht so recht. Die Verbundenheit zu seinem alten
Verein Hannover 96, von dem er elf Jahre lang ausgebildet wurde, ist
einfach noch zu groß: "Ich habe mich zwar für Werder gefreut, wollte
aber 96 auch nicht weh tun. Es war so ein Moment, wo einem einfach
nicht so nach Jubeln zumute ist." Freude ja, Jubel nein -
verständliche Reaktion des Sommer-Neuzugangs mit den zwei Herzen in
der Brust. "Es hat schon einen besonderen Reiz, wenn man so viele
bekannte Gesichter wieder sieht, mit denen man lange zusammen
gespielt hat. Da wurde schon ab und zu geflachst, was ich denn in
ihrem Strafraum zu suchen hätte", so Mertesacker, der trotzdem
irgendwie erleichtert war: "Jetzt bin ich froh, dass das Ganze vorbei
ist." Für Werder aber geht es nach der guten Vorbereitung und der
gelungenen Rückkehr in den Ernst des Lebens jetzt erst richtig los!

von Enrico Bach und Kevin Kohues

Originaltext: Werder Bremen GmbH & Co KG aA
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=52353
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_52353.rss2

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tino.polster@werder.de
Telefon: 0421/43459188
Fax: 0421/43459153
 
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