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Ende 2005 rund 81 000 Sozialhilfeempfänger

Geschrieben am 19.01.2007 - [Nächster Artikel]


Wiesbaden (ots) - Nach vorläufigen Angaben des Statistischen
Bundesamtes erhielten am Jahresende 2005 in Deutschland rund 81 000
Personen "Sozialhilfe im engeren Sinne", also laufende Hilfe zum
Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen. Infolge der gesetzlichen
Änderungen zum 1. Januar 2005 ging die Zahl der Hilfebezieher im
Vergleich zum Jahresende 2004 um 97,2% zurück. Die Sozialhilfequote,
das heißt der Anteil der Hilfebezieher an der jeweiligen Bevölkerung,
verringerte sich damit zum Jahresende 2005 auf 0,1%. 2004 hatten noch
rund 2,9 Millionen Personen oder 3,5% der Bevölkerung Sozialhilfe im
engeren Sinne bezogen. Die laufende Hilfe zum Lebensunterhalt soll
den Grundbedarf vor allem an Nahrung, Kleidung, Unterkunft und
Heizung decken ("soziokulturelles Existenzminimum").

Ursache für den drastischen Rückgang der Empfängerzahlen ist das
Inkrafttreten des "Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am
Arbeitsmarkt" (Hartz IV) zum 1. Januar 2005. Seitdem erhalten
bisherige Sozialhilfeempfänger im engeren Sinne, die grundsätzlich
erwerbsfähig sind, sowie deren Familienangehörige Leistungen nach dem
Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) "Grundsicherung für
Arbeitsuchende". Dieser Personenkreis wird ab 2005 nicht mehr in der
Sozialhilfestatistik nachgewiesen. Sozialhilfe im engeren Sinne
erhalten seit Anfang 2005 somit zum Beispiel nur noch vorübergehend
Erwerbsunfähige, längerfristig Erkrankte oder Vorruhestandsrentner
mit niedriger Rente.

Zur Struktur der Empfängerdaten am Jahresende 2005 ist Folgendes
festzustellen: Rund 69 000 oder 85% der Sozialhilfeempfänger im
engeren Sinne waren Deutsche, 12 000 oder 15% ausländische Mitbürger.
Die Empfängerquote der Ausländer (1,7 Hilfebezieher je 1 000
Einwohner) lag höher als die der Deutschen (0,9 Hilfebezieher je
1 000 Einwohner). Frauen stellten mit rund 41 000 Personen oder einem
Anteil von 51% etwas mehr als die Hälfte der Leistungsempfänger. Rund
17% der Sozialhilfeempfänger im engeren Sinne waren Kinder unter 15
Jahren.

Die höchste Empfängerdichte gab es Ende 2005 in den Stadtstaaten
Berlin (2,4 Empfänger je 1 000 Einwohner) und Bremen (2,3 je 1 000
Einwohner). Unter den Flächenländern wiesen Schleswig-Holstein (2,1
je 1 000 Einwohner) sowie Hessen und das Saarland (jeweils 1,5 je
1 000 Einwohner) die höchsten Quoten auf. Die niedrigsten Quoten
verzeichneten Thüringen und Baden-Württemberg (jeweils 0,5 je 1 000
Einwohner).

Die rund 81 000 Sozialhilfeempfänger im engeren Sinne lebten in
70 000 Haushalten; die überwiegende Mehrzahl davon (72%) waren
Einpersonenhaushalte.

Neben den Sozialhilfeempfängern im engeren Sinne gab es am
Jahresende 2005 noch rund 174 000 Personen, die Hilfe zum
Lebensunterhalt innerhalb einer Einrichtung (zum Beispiel Wohn- oder
Pflegeheime) erhielten. Auch in Einrichtungen überwog der Anteil der
Frauen mit 52%. Die Zahl der Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt
in Einrichtungen hat sich aufgrund gesetzlicher Änderungen gegenüber
dem Vorjahr mehr als verzehnfacht. Bis Ende 2004 wurde den
bedürftigen Personen in Einrichtungen der Lebensunterhalt als
Bestandteil der stationären Leistung oder Maßnahme (zum Beispiel
Eingliederungshilfe für behinderte Menschen oder Hilfe zur Pflege)
gewährt. Ab 2005 werden der Lebensunterhalt und die Maßnahmen für
diesen Personenkreis jeweils als separate Leistungen erbracht.
Dadurch werden die Leistungsberechtigten in Einrichtungen nunmehr
auch in der Statistik über die Empfänger von Hilfe zum
Lebensunterhalt erfasst.

Insgesamt wandten die Kommunen und die überörtlichen Träger für
die Hilfe zum Lebensunterhalt im Jahr 2005 netto, das heißt nach
Abzug insbesondere von Erstattungen anderer Sozialleistungsträger,
lediglich noch 618 Millionen Euro auf; dies entspricht einem Rückgang
von 93,0% gegenüber dem Vorjahr, als noch 8,8 Milliarden Euro für
diese Hilfeart ausgegeben wurden. Rein rechnerisch wurden im gesamten
Jahr 2005 pro Einwohner rund 7 Euro für diese Hilfeart ausgegeben.
Der deutliche Ausgabenrückgang bei dieser Hilfeart ist - wie oben
bereits dargestellt - auf die Einführung des SGB II zum 1. Januar
2005 zurückzuführen.

Nähere Angaben zu den Sozialhilfeempfängern im engeren Sinne auf
Länderebene sind aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich:


Sozialhilfe im Ländervergleich
Empfänger/-innen laufender Hilfe zum Lebensunterhalt
außerhalb von Einrichtungen am 31. Dezember 2005
- Vorläufiges Ergebnis -


Empfänger/-innen Davon
insgesamt Deutsche Ausländer/
Verände- -innen
Länder Insge- rung Sozial- Zusammen Zusammen
samt gegen- hilfe-
über quote 2)
Vorjahr 1)
%


Baden-
Württem-
berg 5 397 - 97,7 0,05 4 474 923
Bayern 7 819 - 96,7 0,06 6 377 1 442
Berlin 8 266 - 96,9 0,24 7 012 1 254
Branden-
burg 1 453 - 98,1 0,06 1 387 66
Bremen 1 508 - 97,5 0,23 1 258 250
Hamburg 2 118 - 98,3 0,12 1 626 492
Hessen 9 382 - 96,1 0,15 7 381 2 001
Mecklen-
burg-
Vorpommern 1 357 - 98,1 0,08 1 270 87
Nieder-
sachsen 9 251 - 97,1 0,12 8 125 1 126
Nordrhein-
West-
falen 3) 17 684 - 97,6 0,10 14 680 3 004
Rheinland-
Pfalz 2 740 - 97,3 0,07 2 488 252
Saarland 1 586 - 96,5 0,15 1 415 171
Sachsen 2 468 - 98,2 0,06 2 290 178
Sachsen-
Anhalt 2 456 - 97,5 0,10 2 223 233
Schleswig-
Holstein 6 058 - 94,7 0,21 5 487 571
Thüringen 1 107 - 98,1 0,05 1 063 44
Deutsch-
land 4) 80 650 - 97,2 0,10 68 556 12 094

1) Der deutliche Rückgang der Empfängerzahlen ist auf das
Inkrafttreten des SGB II "Grundsicherung für Arbeitsuchende" zum
1.1.2005 zurückzuführen. 2) Anteil der Empfänger/-innen an der
jeweiligen Bevölkerungsgruppe in %; Bevölkerungsstand: 31.12.2005. 3)
Vorläufiges Ergebnis; geringfügige Untererfassung aufgrund noch
ausstehender Meldungen einiger Berichtsstellen. 4) Vorläufiges
Ergebnis.


Weitere Auskünfte gibt:
Zweigstelle Bonn,
Markus Dorn,
Telefon: (01888) 644-8534
E-Mail: sozialhilfe@destatis.de

ots-Originaltext
Statistisches Bundesamt
Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
Telefon: (0611) 75-3444
Email: presse@destatis.de
 
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