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Zurückgehende Margen und exorbitante Explosion der Kosten für Orangensaftkonzentrat kennzeichnen das Jahr 2006 / Die deutsche Fruchtsaftindustrie zieht erste Bilanz zum Wirtschaftsjahr 2006

Geschrieben am 02.01.2007 - [Nächster Artikel]

Bonn (ots) - In einer ersten Bilanz zum Wirtschaftsjahr 2006 sieht
der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie keinen Anlass zum
Optimismus. Der allgemeine Konsumanstieg während des Fußballsommers
wirkte sich auf die Branche nicht aus. Er wurde überdies begleitet
von einer dramatischen Kostenexplosion bei Orangensaftkonzentrat, die
durch die sehr verhaltenen Preissteigerungen auf Seiten des Handels
nicht aufgefangen werden konnte. So lautet das Resümee für 2006: Beim
Absatz der Produkte per 31.12.2006 wurden im Vergleich zum Vorjahr
die Ziele nicht erreicht, beim Umsatz dagegen ist eine positive
Entwicklung zu verzeichnen. Diese fängt aber bei Weitem nicht die
Kostensteigerungen, insbesondere bei Orangensaftkonzentrat, auf.
Nicht berührt ist davon in gleichem Maße das Betriebsergebnis. Hier
klafft nach wie vor zwischen Aufwand und Ergebnis eine große Lücke.
Die Margen in der Fruchtsaftindustrie sind auch in 2006 weiter
zurückgegangen. Der Pro-Kopf-Verbrauch bei Fruchtsäften und
Fruchtnektaren wird im Jahre 2006 unter der 40-Liter-Marke bleiben.
Dabei zeichnet sich ab, dass trotz eines leichten Rückgangs bei
Apfelsaft dieser nach wie vor als des Deutschen liebstes Kind Platz 1
vor dem Orangensaft einnimmt. Orangensaft hat im letzten Jahren
aufgeholt.

Kostenexplosion bei Orangensaftkonzentrat

Kostensteigerungen bei Orangensaftkonzentrat aus Brasilien, dem
Hauptlieferant der deutschen und europäischen Fruchtsaftindustrie,
beeinflussten den dramatischen Verlauf des Wirtschaftsjahres 2006 in
der deutschen Fruchtsaftindustrie. Die Ursachen dafür sind
vielfältig. So z. B. niedrigere Produktion in Brasilien, bedingt
durch die Sanierung der Plantagen, niedrige Produktionsergebnisse in
Florida, verursacht durch Hurrikans und Pflanzenerkrankungen, sowie
die Entwicklung neuer Märkte, wie z. B. in China, Russland und
Osteuropa. Dies führt zu einer größeren Nachfrage und daraus
resultieren geringe Vorräte. Darüber hinaus war die brasilianische
Industrie konfrontiert mit einer dramatischen Abwertung des Real
gegenüber dem US-Dollar und niedrigere Gewinne für die Anbauer
bedeuten letztlich auch niedrigere Orangenproduktion. Die daraus
resultierenden Kostensteigerungen um mehr als 180 Prozent in den
letzten 15 Monaten zwangen die Unternehmen der deutschen
Fruchtsaftindustrie, deutliche Preissteigerungen pro Liter
Orangensaft umzusetzen. Diese müssen sich - wenn auch differenziert
zwischen den Fruchtsaftunternehmen - bis zu ca. 25 Cent pro Liter
Orangensaft bewegen. Nicht alle Handelshäuser haben diese dramatische
Entwicklung in der Fruchtsaftindustrie mit adäquaten Preismaßnahmen
zur Kenntnis genommen. Die Fruchtsaftindustrie wird weiter hartnäckig
darum kämpfen, die exorbitanten Kostensteigerungen bei
Orangensaftkonzentrat preiswirksam weitergeben zu können. Es ist zu
befürchten, dass es im Laufe des Jahres 2007 zu einer Verknappung bei
Orangensaftkonzentrat kommt.

Gute Apfelernte bringt steigende Apfelsaftproduktion

Die Apfelernte 2006 in Deutschland war gut, wenn auch nicht alle
Bundesgebiete gleichermaßen zufriedenstellende Ergebnisse bei der
Herstellung von Apfelsaft "einfahren" konnten. Die voraussichtliche
Keltermenge Apfelsaft im Jahre 2006 beträgt ca. 550 Millionen Liter
und liegt deutlich über der Herstellungsmenge 2005. Die Qualität der
Apfelsäfte ist hervorragend und trägt höchsten Verbraucheransprüchen
Rechnung.

Positives Image und Produktinnovationen

Fruchtsaft genießt nach wie vor ein uneingeschränkt positives
Image. Seine Bedeutung als Baustein einer gesunden und ausgewogenen
Ernährung ist unangefochten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
e. V. (DGE) betrachtet Fruchtsaft nicht als ein Getränk unter vielen,
sondern stuft Fruchtsaft als pflanzliches Lebensmittel ein. Damit
wird ein Glas Fruchtsaft im Rahmen der weltweiten Aktion "5 am Tag"
als genauso wertvoll angesehen wie eine Portion Obst oder Gemüse. Die
Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützt diese Bewegung mit
analogen Empfehlungen. Dies ist die ideale Voraussetzung, um den
klassischen Fruchtsaft als Basis für innovative fruchthaltige
Produkte mit Zusatznutzen einzusetzen. Fruchtsäfte mit Vitamin-,
Mineralstoff- oder Ballaststoffergänzungen liegen bereits heute im
Trend. Die Innovationsfähigkeit der Branche ist noch lange nicht
ausgeschöpft und gibt der gesamten Fruchtsaftindustrie Anlass, trotz
der schwierigen Situation positiv in die Zukunft zu schauen. Die
Rohstoffe und Fruchtsaftkonzentrate werden weltweit bezogen und die
Aufwendungen, die für die Qualitätskontrolle und -erhaltung betrieben
werden, honorieren die Verbraucher auch. Sie sind bereit,
entsprechende Preise zu bezahlen, weil sie wissen, dass die deutsche
Fruchtsaftindustrie Produkte aus Früchten herstellt, die von der
Natur produziert werden.

Originaltext: VdF Verband der dt. Fruchtsaft-Industrie
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=44111
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_44111.rss2

Pressekontakt:
Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V.
Klaus Sondhauß
- Geschäftsführer -
Mainzer Straße 253
53179 Bonn
Telefon (02 28) 9 54 60-0
www.fruchtsaft.org
 
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