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Leipzig (ots) - Von Ulrich Langer Freud und Leid liegen auch zwischen Weihnachten und Neujahr eng beieinander. Während der Deutsche Industrie- und Handelskammertag 30 000 neue Stellen für 2007 verspricht, dämpft der Einzelhandel die aufkeimende Hoffnung: 5000 Firmen der Branche droht die Pleite, 1000 mehr als im zu Ende gehenden Jahr. Im Gefolge werden 20 000 Arbeitsplätze mit hinabgerissen. Genauso viele, wie im Handwerk in den letzten zwölf Monaten verloren gingen. Ein allerorten einsetzender Jobsegen ist also nicht zu erwarten. Dennoch: Dass die Industrie das Personal deutlich aufstockt, ist ein gutes Zeichen. Wenngleich die gesamtwirtschaftliche Gemengelage eine Vollbeschäftigung ausschließt - die Wende am Arbeitsmarkt, der in den vergangenen Jahren mit betrüblichen Rekordzahlen "glänzte", ist zumindest geschafft. Im Durchschnitt rechnen Experten 2006 mit 4,5 Millionen registrierten Job-Suchenden. Ohne das damit verbundene zigfache Schicksal klein zu reden - immerhin ist eine halbe Million Menschen weniger betroffen als vor Jahresfrist. Wichtig an der Botschaft von den 30000 Stellen ist zudem das davon ausgehende Signal. Der Boden, auf dem das Wachstum steht, verfestigt sich. Ohne wettbewerbsfähige industrielle Basis ist eine Volkswirtschaft nicht einmal halb so viel wert. Die neuen Länder bekamen das nach der Wende schmerzhaft zu spüren, als im Schnitt fast 90 Prozent der Industriearbeitsplätze wegbrachen. Mit Dienstleistungen allein ist es eben nicht getan. Denn dann gehen dem Frisör, dem Gastwirt, dem Taxifahrer rasch die Kunden aus, weil sich kaum einer noch deren Offerten leisten kann. Wenn jetzt die sächsischen und thüringischen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes das überdurchschnittliche Wachstum beider Länder wieder grundlegend stützen, ist das nicht hoch genug zu schätzen. Selbst die Baubranche der Bundesrepublik, die seit zehn Jahren im Rückwärtsgang fuhr, vermochte dies zu stoppen. Auch das ist ein gutes Zeichen, zumal sich die Aufwärtsentwicklung nach Einschätzung von Fachleuten fortsetzen wird. Sicher, mit Unwägbarkeiten muss die Wirtschaft immer rechnen. Noch mag keiner genau sagen, in welchem Maße die Mehrwertsteuererhöhung den Aufschwung bremst. Noch weiß niemand, wie sehr sich die US-Konjunktur abkühlen wird. Noch ist ungewiss, welche Ölpreise künftig zu zahlen sind. Trotzdem: Die Anzeichen mehren sich, dass die deutsche Wirtschaft derart robust geworden ist, so manche negativen Veränderungen auf dem globalen Markt verkraften zu können.
Originaltext: Leipziger Volkszeitung Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6351 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_6351.rss2
Pressekontakt: Rückfragen bitte an: Leipziger Volkszeitung Redaktion Telefon: 0341/218 11558
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