Ulm (ots) - Bert Rürup soll es wieder einmal richten. Die Allzweckwaffe der deutschen Sozialpolitik bekommt noch kurz vor dem Fest des Friedens Arbeit. Er soll zusammen mit seinem Mannheimer Professoren-Kollegen Eberhard Wille nachrechnen, wer im Streit um die Folgen der Gesundheitsreform recht hat: die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Bayern, die Verluste in Milliardenhöhe für ihre Länder befürchten, oder Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, die von zweistelligen Millionenbeträgen redet. Der baden-württembergische Landeschef Günther Oettinger will sogar noch zusätzlich ein eigenes Gutachten in Auftrag geben. Das zeigt insbesondere eines: das abgrundtiefe Misstrauen in der Union gegen Schmidt. Ob CDU oder CSU, alle trauen der Ministerin nicht über den Weg. Denn sie fühlen sich immer wieder ausgetrickst von der Aachenerin und ihrem Ministerium, die Vereinbarungen immer wieder nicht in dem Sinn umsetzten, wie sie ausgemacht waren. Schon am 19. Januar soll der Bundestag die Reform endgültig verabschieden. Wie das so schnell gehen soll, ist angesichts der vielen offenen Punkte schleierhaft. Dafür spricht: Alle Beteiligten wissen, dass sie weder Ruhm noch Ehre erwerben können. Daher wollen sie das ungeliebte Thema möglichst schnell vom Tisch haben. Angesichts der schwierigen Materie droht schon wieder ein miserables Gesetz.