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Aus blau wird grün - Auch Burgen "leiden" unter Pigmentstörungen

Geschrieben am 08-12-2006

Ziesar (ots) -

Konservierungskonzept für gotische Ausmalungen auf Burg Ziesar und
in Marienkirche Herzberg - DBU fördert

Zwei Denkmäler an unterschiedlichen Orten, aber eine ähnliche
Problemlage: Die gotischen Wand- und Deckenmalereien auf Burg Ziesar
und in der Marienkirche Herzberg (beide Brandenburg) haben sich
drastisch verfärbt. "So sind etwa ehemals leuchtend rote Bereiche nun
braun. Der Hergang der chemischen Reaktionen ist aber nicht
geklärt", weiß Wilfried Sitte vom Amt Ziesar. Mit finanzieller
Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) von knapp
100.000 Euro wollen fünf Projektpartner interdisziplinär
umweltschonende Restaurierungstechniken entwickeln. Dabei möchten das
Amt Ziesar, das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege, die
Materialprüfungsanstalt Bremen, die Fachhochschule Potsdam und die
Kirchgemeinde Herzberg bisher nicht bekannte Zusammenhänge zwischen
den baulichen Gegebenheiten und den Pigmentumwandlungen klären. "Wir
hoffen, dass sich durch den Vergleich ein modellhafte Methode
entwickeln lässt, auch für Kirchen in Bergen und Stralsund", betonte
DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde.

Bisherige Untersuchungen deuten darauf hin, dass die
Farbveränderungen etwa der Bleipigmente und des Azurits (ein Mineral)
auf Luftstäube aus der Industrie zurückzuführen sind. Und gerade vorm
Zusammenbruch der DDR hat die Verwendung stark schwefelhaltiger
Braunkohle in Ostdeutschland zu starker Luftverschmutzung
beigetragen. Doch anders als der Ort Herzberg liegt die Burg Ziesar
nicht in einer traditionellen Industrieregion. "Trotz der
unterschiedlichen Umweltbelastung gibt es in beiden Gebäuden ähnliche
Schadensbilder", weiß Sitte. Inwiefern sich auch Klima, Mikrobiologie
und Salze auf die Pigmentveränderungen auswirken, wird das Team nun
vergleichend untersuchen.

Als ehemalige Residenz der Brandenburger Bischöfe zählt die Burg
zu den Hauptzeugnissen spätmittelalterlicher Schlossbaukunst in
Norddeutschland. Bilder der Wurzel Jesse, des Stammbaumes Marias und
einer Strahlenkranzmadonna - die Deckenmalerei in der Kapelle von
Burg Ziesar war jahrzehntelang verborgen. Nach der Reformation hatten
Gläubige die Flächen komplett weiß übergetüncht. Erst in den 50er
Jahren legten Restauratoren die Bilder in der Kapelle wieder frei.
Trotz der langen Ruhe veränderten sich genauso wie in der
nahegelegenen Marienkirche Herzberg Farbpigmente der Malerei
inzwischen drastisch: "Blaue Farben sind mittlerweile in Grüntöne
umgeschlagen. Außerdem erscheinen große Partien der freigelegten
Malerei ungewöhnlich undifferenziert und bräunlich schwarz", weiß
Sitte. Die Marienkirche verfügt in ihrem älteren Bestand über einen
Wandmalereizyklus aus dem 15. Jahrhundert von europäischem Rang.
Bilder des Jüngsten Gerichts, der Evangelisten und der Heiligen sind
nie übermalt worden. "Grün ausgemalten Wände mit blütenreichen
Rankenmotiven sollten dort dem Betrachter das Gefühl geben, in der
Natur zu stehen", erklärt Sitte. Heute sind die ehemals farbenfrohen
Blüten verschwärzt.

In einem ersten Schritt wird das Projektteam deshalb
herauszufinden, wie sich die Ursprungsfarben zusammensetzten. "Dann
müssen wir klären, was genau Grund und Auslöser für die
Pigmentveränderung war, um die passende Konservierungs- und
Restaurierungstechniken zu entwickeln", erläutert Sitte. Ist nach
rund drei Jahren eine Technologie entwickelt, soll diese an den
Gebäuden auch umgesetzt werden. Dass die Maßnahmen am Ende weder für
den Restaurator noch für die Umwelt schädlich sein soll, stellt eine
besondere Herausforderung innerhalb des Projektes dar.

Originaltext: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6908
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_6908.rss2

Pressekontakt:
Ansprechpartner
Franz-Georg Elpers
- Pressesprecher -
Katja Cherouny
Anneliese Grabara
Kontakt DBU:
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Telefon: 0541|9633521
Telefax: 0541|9633198
presse@dbu.de
www.dbu.de

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt
Wilfried Sitte
Amt Ziesar
Telefon: 0172/ 7990110
E-mail: wilfried.sitte@t-online.de


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