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Zahlungsmoral bei Privatkunden und Öffentlicher Hand weiter gesunken

Geschrieben am 07.12.2006 - [Nächster Artikel]

Darmstadt (ots) -

- Querverweis: Grafik wird über obs versandt und ist unter
http://www.presseportal.de/grafiken abrufbar -

Unternehmen in Deutschland müssen immer länger warten, bis ihre
Rechnungen bezahlt werden. Aktuell beträgt der Zahlungsverzug 16,2
Tage über das vertraglich vereinbarte Zahlungsziel hinaus. So das
Ergebnis des aktuellen Risk Index Herbst 2006 von Intrum Justitia,
dem führenden europäischen Anbieter für Forderungsmanagement. Es ist
der höchste Wert, den Intrum Justitia seit 2003, dem Beginn der
zweimal jährlich durchgeführten Untersuchung, je gemessen hat. Im
Frühjahr 2006 lag der Zahlungsverzug bei 15,9 Tage, in 2003 bei 14,4
Tage.

Ursache für den Anstieg ist die mangelnde Zahlungsmoral bei
Privatkunden und bei der Öffentlichen Hand. In beiden Bereichen hat
sie sich nochmals verschlechtert: Privatkunden zahlen Rechnungen im
Durchschnitt nach 37,4 Tagen (Frühjahr 37,0), die Öffentliche Hand
lässt sich mit 48,6 Tagen (Frühjahr 48,0) noch mehr Zeit. Bei den
Geschäftskunden hingegen hat die Untersuchung eine Verbesserung
festgestellt. Hier liegt die Zahlungsdauer aktuell bei 45,8 Tagen,
nach zuletzt 46,4 im Frühjahr.

Durch die leicht verbesserte Zahlungsmoral der Geschäftskunden
haben sich auch die Forderungsverluste aus nicht bezahlten Rechnungen
positiv abgeschwächt. Nach 2,3 Prozent im Frühjahr müssen die
Unternehmen aktuell 2,0 Prozent ihrer Forderungen komplett als
Verlust abschreiben. Deutschland liegt damit jedoch immer noch über
dem EU-Durchschnitt, für den Intrum Justitia zuletzt einen Wert von
1,9 Prozent ermittelt hat.

Forderungsrisiken minimal verbessert

Insgesamt haben sich die Forderungsrisiken in Deutschland minimal
von zuletzt 155 auf jetzt 154 Indexpunkte verbessert. Der von Intrum
Justitia erhobene Risk Index basiert auf acht Subindizes, die sich
aus 21 Schlüsselwerten wie Zahlungsfrist, Zahlungsverzug und
Forderungsverlust berechnen. In die Berechnungen fließen sowohl
betriebswirtschaftliche Finanzkennzahlen als auch die Einschätzungen
der befragten Unternehmen ein. Ein Indexwert von 100 bedeutet, dass
keine Zahlungsrisiken bestehen. Der in der Herbstuntersuchung für
Deutschland ermittelte Wert bedeutet, dass eine ausgeprägte
Notwendigkeit für Maßnahmen zur Senkung des Gefährdungsrisikos
besteht.

"Unsere Untersuchung zeigt, dass sich die Forderungsrisiken in den
beiden Bereichen Geschäftskunden und Privatkunden weiter auseinander
entwickelt haben", so Klaus Gildhorn, Direktor Marketing & Sales von
Intrum Justitia Deutschland. "Während die Unternehmen von der
positiven wirtschaftlichen Entwicklung bereits profitieren, lässt
sich der gleiche Effekt bei den Privatpersonen nicht beobachten. Hier
ist es die Arbeitsmarktreform, die deutlich ihre Spuren hinterlässt."
Die erfreuliche Entwicklung der Forderungsrisiken bei den
Geschäftskunden sei jedoch mit Vorsicht zu genießen, erklärt
Gildhorn. "Zwar zeigen die meisten Basisindikatoren des Risk Index
eine positive Entwicklung auf, doch die Erfahrung zeigt auch, wie
schnell sich das Blatt wieder wenden kann." Insbesondere in einer
anziehenden wirtschaftlichen Entwicklung sei es oftmals so, dass die
Unternehmen höhere Risiken eingehen, welche dann bei einer
einsetzenden Wachstumsverflachung unvermittelt zu Tage treten.

Unternehmen verhängen häufiger Lieferstopps

Ebenfalls untersucht hat Intrum Justitia, nach welchen Kriterien
die Unternehmen vorgehen, wenn sie ihre Lieferungen und Leistungen an
einen säumigen Zahler einstellen. In 71 Prozent der Unternehmen wird
eine solche Entscheidung von der Geschäftsleitung gefällt, in 34
Prozent liegt die Entscheidungsbefugnis im Finanzbereich. Eine
automatisierte, IT-basierte Leistungseinstellung wird von 13 Prozent
der Unternehmen eingesetzt. Verhängen die Unternehmen einen
Lieferstopp, sind die Erfahrungen zwiespältig. Bei 19 Prozent der
Befragten hat sich danach die Kundenbeziehung verbessert, bei 26
Prozent jedoch verschlechtert. Die Mehrheit der Unternehmen (55
Prozent) hat die Erfahrung gemacht, dass sich die Kundenbeziehung
nicht wesentlich verändert hat.

Jedes dritte Unternehmen hat der Untersuchung zufolge in den
vergangenen zwei Jahren häufiger Lieferstopps verhängt als in den
Jahren zuvor. Häufigste Kriterien für eine Liefereinstellung sind:
Dauer der Außenstände, Höhe der Außenstände sowie die Bonität des
Kunden. Eine Einstellung der Lieferungen erfolgt im Durchschnitt 74
Tage nach Rechnungsfälligkeit. "Um hier gegenzusteuern", so Klaus
Gildhorn von Intrum Justitia, "empfehlen wir das rasche Mahnen nach
der 2-2-2-Formel. Erste Mahnung spätestens zwei Wochen nach
Rechnungsfälligkeit, Versand von lediglich zwei Mahnungen vor dem
Einleiten rechtlicher Schritte oder der Übergabe der Forderung an
einen professionell arbeitenden Dienstleister für
Forderungsmanagement."

Über Intrum Justitia

Intrum Justitia ist der führende Anbieter für Forderungsmanagement
in Europa. Rund 2.800 Mitarbeiter in 22 europäischen Ländern bieten
zurzeit mehr als 90.000 Kunden auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene
Dienstleistungen rund um Inkasso und Forderungsmanagement. Die Gruppe
mit Hauptsitz in Stockholm betreut ein Forderungsvolumen von
insgesamt rund neun Milliarden Euro. In 2005 erwirtschaftete sie
einen Umsatz von 384 Millionen Euro.

Das Leistungsportfolio umfasst das komplette Creditmanagement. Der
Arbeit von Intrum Justitia liegt eine Unternehmens-Philosophie
zugrunde, die sich in einer Botschaft zusammenfassen lässt: "Fair
pay...please!" Sie kennzeichnet, dass sich das Unternehmen mit seinen
Dienstleistungen als Mittler zwischen Gläubiger und Schuldner
versteht.

Originaltext: Intrum Justitia
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=54479
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_54479.rss2

Pressekontakt:
Intrum Justitia Holding GmbH
Ihr Ansprechpartner: Stefan Schär
Head of Research Intrum Justitia Group
Pallaswiesenstraße 180-182
64293 Darmstadt
Telefon: 06151 / 816 170
E-Mail: public-relations.epi@intrum.com

muehlhaus & moers kommunikation gmbh
Ihr Ansprechpartner: Heinz Burtscheidt
Moltkestraße 123-131
50674 Köln
Telefon: 0221 / 95 15 33-17
E-Mail: h.burtscheidt@muehlhausmoers.de
 
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