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ZDB-Präsident Loewenstein: "Lohn"erhöhung auch am Bau?

Geschrieben am 07.12.2006 - [Nächster Artikel]

Berlin (ots) - "Angesichts der hohen Belastung der Löhne durch
Steuern und Abgaben scheint die Lohnerhöhungsforderung führender
SPD-Politiker eher dem Wunsch entsprungen zu sein, höhere Einnahmen
für marode Sozialversicherungssysteme und öffentliche Haushalte zu
generieren, als tatsächlich den arbeitenden Menschen mehr Netto in
der Tasche zu belassen." Mit diesen Worten kommentierte Dr.-Ing.
Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes des
Deutschen Baugewerbes, die Forderungen nach höheren Löhnen.

Von 100 Euro mehr Brutto-Lohn erreichen die Beschäftigten am Bau
nur 60 Euro netto. Dem Baubetrieb entstehen jedoch Kosten in Höhe von
180 Euro, weil mit jeder Lohnerhöhung auch die Lohnzusatzkosten (im
Baugewerbe 80 %) steigen, d.h. Soziallöhne, Sozialabgaben und
Sozialkassenbeiträge werden mit in die Höhe getrieben. Davon
profitieren die Sozialkassensysteme aber mehr als der einzelne
Arbeitnehmer.

Würde man gar die Forderung der IG Metall nach 7 % mehr Lohn
ernst nehmen, entstünden einem durchschnittlichen Baubetrieb mit 12
Beschäftigten jährlich Kosten in Höhe von 45.000 Euro. Diese liegen
damit fast doppelt so hoch wie die Rendite, wenn man von einem
Jahresumsatz von 1,2 Mio. Euro und einer Umsatzrendite von 2 %
ausgeht.

Die ohnehin geringe Bereitschaft von Kapitalgebern im Bau zu
investieren würde hierdurch erneut sinken, für die betroffenen
Betriebe würden zwangsläufig Substanzverzehr und erhöhte
Insolvenzgefahr folgen. "Denn trotz leicht steigender Baupreise
können wir keine Kostensteigerungen verkraften. Auch
Wettbewerbssituation am Markt lässt die Weitergabe an die Kunden
nicht zu, zumal der derzeitige Aufschwung höchst fragil ist und
Zweifel hinsichtlich seiner Nachhaltigkeit bestehen." erklärte
Loewenstein. Für die mittelständische Bauwirtschaft stellt sich die
Lage nämlich mitnichten so dar, wie sie gerne von den Politikern
beschrieben wird, dass nämlich die Unternehmensgewinne nur so
sprudelten. Nach elf langen Jahren der Rezession ist die
Bauwirtschaft endlich in der Talsohle angekommen, von wo es langsam
wieder aufwärts geht.

"Gerne würden wir unseren leistungsstarken und hochbeanspruchten
Mitarbeitern, die mittlerweile mehr als 80 % der Belegschaft
ausmachen, mehr bezahlen, wenn es denn auch bei ihnen ankäme. Im
Hinblick auf die immer noch ungewisse weitere Entwicklung können wir
aber keine dauerhaften Kosten schultern. Daher schlagen wir vor, die
arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge, nämlich die tarifliche
Zusatzrente, zu verbessern. Denn auf diese Weise kommt das Geld dort
an, wo wir uns das wünschen." So Loewenstein.

Originaltext: ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=33001
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_33001.rss2

Pressekontakt:
Dr. Ilona K. Klein
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zentralverband Deutsches Baugewerbe
Kronenstr. 55-58
10117 Berlin
Telefon 030-20314-409, Fax 030-20314-420
eMail klein@zdb.de
 
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