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Verschiedene Personalmanagementtypen durch Studie belegt: Marktstruktur und Unternehmensgröße entscheiden Typausprägung

Geschrieben am 30.11.2006 - [Nächster Artikel]

Freiburg (ots) - In einer gemeinsamen Studie der Haufe Akademie
und der Fachhochschule Deggendorf mit Unterstützung der Haufe
Mediengruppe wurden Geschäftsführer, Personalleiter und
Personalentwickler von 449 mittelständischen Unternehmen
unterschiedlicher Größenordnung zu den aktuellen und zukünftigen
Anforderungen an die Personalarbeit befragt. Eines der Ergebnisse der
Studie ist, dass sich drei sehr verschiedene Personalmanagementtypen
erkennen lassen, die stark von der Struktur der Märkte abhängen, in
denen sich die Unternehmen bewegen. Aber auch die Anzahl der
Mitarbeiter in den befragten Unternehmen scheint für den jeweils
vorherrschenden Personalertypus eine Rolle zu spielen.

Vor diesem Hintergrund konstatieren die Autoren der Studie dann
auch: "Mittelstand ist nicht gleich Mittelstand und Personalarbeit
ist nicht gleich Personalarbeit."

Unternehmen, die in einfach strukturierten Märkten überwiegend
Produkte und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs anbieten,
bedingen meist den Typ des "administrierenden Personalmanagers". Vom
Personaler wird hier erwartet, dass die personalwirtschaftlichen
Basisprozesse reibungslos und mit möglichst geringem Aufwand
ablaufen. Der "administrierende Personalertyp" beschäftigt sich
primär mit der Personalverwaltung oder Entgeltabrechnung. Themen wie
Personalstrategie und Beratung der Unternehmensleitung liegen ihm
eher fern. Fast jeder dritte Personaler in der vorliegenden Studie
konnte diesem Typ zugeordnet werden.

In Unternehmen hingegen, die in komplexen Märkten mit hohen
Veränderungsraten agieren und dort z. B. Hightech-Produkte oder
Hightouch-Dienstleistungen anbieten, wird eher ein "begleitendes und
beratendes Personalmanagement" angetroffen. Hier sind die Personaler
gefordert, das Management in Fragen der Unternehmensentwicklung zu
beraten und Führungskräfte bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Die
verwaltenden Prozesse werden als selbstverständlich ablaufend
vorausgesetzt. Der "beratende, begleitende Personalertyp" verbringt
wenig bis keine Zeit mit der Personaladministration oder -abrechnung.
Etwa 17 Prozent der an der vorliegenden Untersuchung teilnehmenden
Personaler waren diesem Typus zuzuordnen.

Zwischen diesen beiden Extrempolen ist der Typus des
"professionalisierten Personalers" einzuordnen, der vorwiegend in
Unternehmen auf anspruchsvollen Märkten anzutreffen ist.
Anspruchsvolle Märkte sind dadurch gekennzeichnet, dass entweder das
benötigte "Know-how-Niveau" oder die "Veränderungsrate" stark
ausgeprägt sind. In solchen Märkten sind die Anforderungen an die
Unternehmensführung und an die Mitarbeiter hoch, aber über
standardisierte Prozesse beherrschbar. Es werden klar definierte
Anforderungen an die Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen gestellt.
Von besonderer Relevanz sind die Prozesse Personalgewinnung,
Performance Management, Personalentwicklung, Personalführung und
Mitarbeiterbindung. Die administrierenden Basisprozesse werden
vorausgesetzt und müssen mit vertretbarem Mitteleinsatz gewährleistet
sein. Darüber hinaus unterstützen die
Personalmanagement-Verantwortlichen die Führungskräfte und
ausgewählte Mitarbeitergruppen wie High-Potentials bei der
persönlichen Entwicklung und in typischen Führungssituationen.

Aber nicht nur die Marktstruktur sondern auch die
Unternehmensgröße spielt bei der vorherrschenden Ausprägung der
einzelnen Personalertypen eine wichtige Rolle. Der "administrierende
Personalertyp" ist vorwiegend in kleineren Unternehmen und kleinen
Abteilungen zu finden, in denen vor allem generalistische Fähigkeiten
gefragt sind. So ist die Ein-Mann-Personalabteilung dreimal häufiger
mit dem "administrierenden Typ" besetzt als mit dem
"beratenden/begleitenden Typ". In Unternehmen mit über 500
Mitarbeitern hingegen sind die "administrierenden Typen" nur mit 12
Prozent vertreten.

Vor diesem Hintergrund überrascht es dann auch nicht, dass der
Stellenwert der Aus- und Weiterbildung stark vom Personalertyp
abhängt: Aus- und Weiterbildung spielt für die "beratenden,
begleitenden Personalertypen" eine bedeutend größere Rolle als für
die "administrierenden Personalertypen". 76 Prozent der befragten
"beratenden, begleitenden Personalertypen" schreiben der Aus- und
Weiterbildung einen hohen Stellenwert im eigenen Unternehmen zu. Bei
den "administrierenden Personalertypen" sind es nur 59 Prozent.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich laut
den Studienergebnissen dieser Trend für die Zukunft noch verstärken
wird. Bei der Frage, wie der Stellenwert von Aus- und Weiterbildung
zukünftig einzuschätzen sei, zeigte sich, dass der überwiegende Teil
derjenigen Personaler, die schon bisher der Aus- und Weiterbildung
einen geringen Stellenwert beigemessen haben, diese Haltung auch
zukünftig kaum ändern wird. Ganz anders dagegen sieht es bei den
Personalverantwortlichen, die den Nutzen aktiver Aus- und
Weiterbildung der Mitarbeiter für ihr Unternehmen erkannt haben. Hier
gibt der überwiegende Teil der befragten Personaler an, die
diesbezüglichen Anstrengungen zukünftig noch intensivieren zu wollen.

Die Studie ist online kostenlos abrufbar unter
www.haufe-akademie.de/studien.

Originaltext: Haufe Akademie
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=62071
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_62071.rss2

Kontakt:
Haufe Akademie GmbH
Pressestelle
Iris Paech
Lörracher Str. 9, 79115 Freiburg
Tel. 0761 4708-958
Fax 0761 4708-629
mailto:pressestelle@haufe-akademie.de
http://www.haufe-akademie.de
 
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