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Wirtschaftsrat der CDU: Position zur REACH-Diskussion
Geschrieben am 29.11.2006 - [Nächster Artikel] |
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Berlin (ots) -
EU-Umweltausschuss macht REACH zum Innovationskiller in Europa Know-how-Schutz nicht überzogenem Vorsorgedenken opfern!
Stellungnahme der Bundesfachkommission Umweltpolitik des Wirtschaftsrates der CDU e.V.
"Nach jahrelangen Verhandlungen liegt ein Vorschlag der EU-Regierungen zu REACH auf dem Tisch. Alle Zeichen standen bereits auf Umsetzung. In letzter Minute versucht nun der Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes, REACH ein anderes Gesicht zu geben. Drastische Verschärfungen und Innovationsbehinderungen wären die Folge. Wir appellieren an das gesamte Europäische Parlament, sich diesem Irrweg zu widersetzen", erklärte Dr. Große Entrup, Vorsitzender der Bundesfachkommission Umweltpolitik des Wirtschaftsrates.
Insbesondere die Beschlussempfehlungen des Umweltausschusses zum Zulassungsverfahren und zur Nanotechnologie haben die Wirtschaft in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Drohen doch langwierig erarbeitete Kompromisse zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produkte und Arbeitsplätze kurz vor der entscheidenden Abstimmung verworfen zu werden.
Die in der Hightech-Strategie der Bundesregierung zum wichtigen Wachstumsfeld erklärte Nanotechnologie soll nach dem Willen des EU-Umweltausschusses in das Zulassungsverfahren von REACH einbezogen werden. Dabei handelt es sich bei Nano lediglich um sehr kleine Teilchen, die nicht per se als Gefahr für Mensch und Umwelt eingestuft werden können. Dieser bedeutenden Zukunftstechnologie wird de facto ein Moratorium auferlegt, da die erforderlichen Tests und die Registrierung mehrere Jahre andauern können. Ein weiterer Leitmarkt würde dadurch zwangsläufig in einem anderen Land aufgebaut.
Auch das Zulassungsverfahren soll weiter verschärft werden. Dies ginge nicht nur zulasten der europäischen Stoffhersteller, sondern auch zulasten einer Vielzahl von Stoffanwendern aus allen Branchen unserer Wirtschaft. Nach dem Votum der EU-Umweltpolitiker würde die Genehmigung eines Stoffes für eine bestimmte Anwendung nach nur fünf Jahren automatisch ihre Gültigkeit verlieren. Eine derartige Regelung entzieht jedoch jedem Unternehmen die Planungssicherheit für die erforderlichen Investitionen. Gerade kleine und mittelständische Betriebe aller Branchen können unter solchen gesetzlichen Rahmenbedingungen kaum ihre Produktion fortsetzen und ihre Arbeitsplätze erhalten. Eine Abwanderung der betroffenen Technologien wäre unausweichlich.
Kein Verständnis hatte auch der Umweltausschuss für dringend notwendige Verbesserungen zum Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen. Umfangreiche Registrierunterla-gen werden durch die extra eingerichtete Chemikalienagentur im Internet veröffentlicht und damit frei zugänglich. Davon profitiert nicht die Umwelt sondern nur der Konkurrent aus den fernöstlichen Schwellenländern
"Die Beschlüsse des EU-Umweltausschusses heben das Ziel der REACH Verordnung völlig aus den Angeln, den Umgang mit Chemikalien sicherer zu machen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrien zu stärken. Sollte das EU-Parlament diese Verschärfungen annehmen, stellt es sich im Hinblick auf das Lissabon-Ziel, bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsstandort der Welt zu werden, selbst ein Bein" so Dr. Große Entrup. "REACH ist kein Spielwiese für Experimente; ohne die Elemente Wettbewerbsfähigkeit und Know-How Schutz wird REACH letztendlich scheitern."
Originaltext: Der Wirtschaftsrat der CDU Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=42899 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_42899.rss2
Pressekontakt: Wirtschaftsrat der CDU e.V. Erwin Lamberts Pressesprecher Luisenstraße 44 10117 Berlin Tel. 030/24087-301 Fax. 030/24087-305 E-Mail: e.lamberts@wirtschaftsrat.de
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