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Krankenhaus-Report 2006 erschienen - Schwerpunkt: Krankenhausmarkt im Umbruch / 3,7 Mrd. EUR Einsparpotenzial durch effiziente Krankenhausverwaltung

Geschrieben am 27.11.2006 - [Nächster Artikel]

Bonn (ots) -

- Querverweis: Die ausführliche Pressemitteilung inkl. Tabellen
liegt in der digitalen Pressemappe zum Download vor und
ist unter
http://www.presseportal.de/dokumente abrufbar -

Würden sich alle Krankenhäuser in Deutschland an den effizienten
Kliniken orientieren, könnten allein in der Verwaltung bis zu 3,7
Mrd. Euro jährlich eingespart werden. Zu diesem Ergebnis kommt der
diesjährige Krankenhaus-Report 2006 mit dem Schwerpunktthema
"Krankenhausmarkt im Umbruch". Dieses Potenzial ergibt sich aus einer
vergleichenden Effizienzanalyse der Verwaltungsausgaben der
Krankenhäuser. Die Analyse zeigt erhebliche Effizienzunterschiede
zwischen Bundesländern und Krankenhausträgern. Im Vergleich zu den
Kliniken in anderen Bundesländern sind die Berliner Krankenhäuser am
wenigsten effizient. So könnten in Berlin pro Krankenhausfall 509
Euro bei den Verwaltungskosten eingespart werden. Betrachtet man das
absolute Einsparvolumen, so liegt Nordrhein-Westfalen mit 721 Mio.
Euro an der Spitze. Im Trägervergleich weisen die öffentlichen
Krankenhäuser die schlechtesten Effizienzwerte bei der Verwaltung
auf, während freigemeinnützige und private Krankenhäuser deutlich
besser dastehen. Allein auf die öffentlichen Häuser entfällt ein
absolutes Einsparpotenzial von 2,9 Mrd. Euro.

Kennzahlen des Krankenhausmarktes

Im Jahr 2004 gab es in Deutschland 2 166 Krankenhäuser (2003: 2
197, -1,4 %) mit insgesamt 531 333 Betten (-2,0 %). Mit nur noch 75,5
% erreichte die Bettenauslastung einen neuen Niedrigstand. Insgesamt
16,8 Millionen Krankenhausfälle (-2,9 %) blieben im Durchschnitt 8,7
Tage im Krankenhaus (-1,6 %). Hier setzt sich der Trend einer
abnehmenden Verweildauer unverändert fort. Während die Anzahl der
Krankenhäuser, Betten und Fälle sowie Verweildauer und Auslastung
abnahmen, stiegen die pflegesatzfähigen Kosten 2004 auf rund 56,3
Milliarden Euro (+1,1 %). Die Kosten je Fall stiegen gegenüber dem
Vorjahr relativ stark auf durchschnittlich 3 350 Euro (+ 4,1 %). Beim
Personal zeigt sich entgegen allen Klagen über einen Ärztemangel ein
unverändert starkes Wachstum bei den Krankenhausärzten (+3,1 %). Eine
Abnahme findet sich dagegen vor allem bei den Pflegekräften (-3,3 %).

Erhebliche Unterschiede

Vergleicht man die Bundesländer, dann zeigen sich deutliche
Unterschiede in der Behandlungsintensität im Krankenhaus. Die meisten
Krankenhausbehandlungen je 100.000 Einwohner weisen Sachsen-Anhalt
(22.474) und das Saarland (22.209) auf. Am seltensten wurden die
Baden-Württemberger im Krankenhaus behandelt (17.540). Bei
Kreislauferkrankungen liegt die Behandlungshäufigkeit in
Baden-Württemberg mit 2.389 Fällen je 100.000 Einwohnern sogar um 68
% unter der des Saarlandes (3.493). Bei Krebserkrankungen reicht das
Spektrum von Sachsen-Anhalt mit 2.492 Fällen bis Hamburg mit nur
1.813 Fällen je 100.000 Einwohnern.

Bei Männern dominieren alkoholbedingte Störungen als Hauptdiagnose
bei den Krankenhauspatienten, gefolgt von Brustschmerzen und
Verengungen der Herzkranzgefäße. Bei den Frauen ist der Brustkrebs
die häufigste Erkrankung. An zweiter Stelle stehen die Gallensteine,
dritthäufigste Diagnose ist die Herzmuskelschwäche.

Schwerpunkt Krankenhausmarkt im Umbruch

Der Krankenhaus-Report widmet sich in seinem Schwerpunkt den
Veränderungen im Krankenhausmarkt unter dem Einfluss der DRGs. Der
Gesetzgeber sieht für das Jahr 2009 eine umfassende Neuregelung des
Krankenhausmarktes vor. Der Report liefert im Blick auf diesen
Neuregelungsbedarf wichtige Impulse für Fragen der Planung,
Finanzierung und räumlichen Versorgung. U. a. nimmt das
Bundeskartellamt Stellung zu den Veränderungen im Krankenhausmarkt
und den Kritiken an seinen Regulierungsentscheidungen.

Laut Krankenhaus-Report müssen die Veränderungen im
Krankenhausmarkt nicht zwingend als Krise begriffen werden. Vielmehr
gebe es hinreichende Möglichkeiten, den Klinikmarkt wirtschaftlich
und ohne Qualitätseinbußen zu restrukturieren und durch Maßnahmen der
Planung und Regulierung auch die Versorgung in der Fläche zu sichern.
Der Anteil der privaten Kliniken steige weiter auf jetzt 25,6 %
(öffentliche: 36,0 %, freigemeinnützige: 38,4 %). Doch gebe es keinen
radikalen Wandel im Markt, sondern einen eher langsamen
Anpassungsprozess.

Mehr Konvergenzgewinner als -verlierer

2005 war das erste Jahr, in dem die Krankenhausbudgets stufenweise
an einen landesweiten Basisfallwert angepasst wurden
(Konvergenzphase). Die Anpassung führte zu mehr Konvergenzgewinnern
(53 %) als Konvergenzverlierern. Für fast die Hälfte der
Konvergenzverlierer (49 %) wurde das Budget aufgrund der
Kappungsgrenzen dennoch nur begrenzt abgesenkt. Insbesondere
Krankenhäuser unter 500 Betten gehörten zu den Konvergenzgewinnern.
Mit Blick auf die Träger haben freigemeinnützige Kliniken von der
Konvergenz profitiert. Durch die Budgetanpassung am meisten verloren
haben tendenziell öffentliche Krankenhäuser. Kliniken im ländlichen
Raum gehörten wiederum eher zu den Konvergenzgewinnern. Der
Krankenhaus-Report liefert für insgesamt 1.652 deutsche Krankenhäuser
detaillierte Informationen unter DRG-Bedingungen sowie ihrer
relativen Performanz im Zuge der Konvergenz.

Jürgen Klauber, Bernt-Peter Robra und Henner Schellschmidt
(Hrsg.):
Krankenhaus-Report 2006 - Schwerpunkt: Krankenhausmarkt im
Umbruch.
Schattauer-Verlag, Stuttgart, 49,95 Euro; 464 S., 65 Abb., 68 Tab.
ISBN: 978-3-7945-2490-7.

Auf der beiliegenden CD-ROM finden sich neben allen Abbildungen
und Tabellen die krankenhauspolitische Chronik von 2000 bis Juli 2006
(mit Dokumenten zum Herunterladen ab 2004) sowie das
Krankenhaus-Directory.

Mehr Infos im Internet: http://wido.de/khreport.html

Originaltext: Wissenschaftliches Institut der AOK
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=32063
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_32063.rss2

Pressekontakt:
Wissenschaftliches Institut der AOK
Tel.: 0228/843-393
Fax.: 0228/843-144
E-Mail: wido@wido.bv.aok.de

Rezensionsexemplare: Schattauer-Verlag, Frau Vollrath-Schwarz
Tel.: 0711 22987-20
Fax: 0711 22987-50
E-Mail: christine.vollrath-schwarz@schattauer.de
 
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