Berlin (ots) - Nach aktuellen Angaben des statistischen Bundesamts suchten im letzten Jahr 144 815 Deutsche ihr neues Glück im Ausland. Dies ist die höchste Zahl an Auswanderern seit 1954.
Auf Grund der geringeren bürokratischen Hürden nehmen europäische Länder mittlerweile schon acht der zehn Spitzenplätze bei den Zielländern der Auswanderer ein. Weit vorn auf Platz zwei (nach der Schweiz) liegt aber weiterhin das klassische Auswanderungsland USA mit insgesamt 13 569 Fortzüglern. Damit ist die Zahl der in die Vereinigten Staaten abwandernden Deutschen nach vorübergehenden Einbrüchen wieder auf das Niveau wie vor den Anschlägen vom 11. September gestiegen.
"Erstmals seit 2001 verzeichen auch wir wieder einen deutlichen Aufwärtstrend bei den Anfragen für die Beantragung von Visa und GreenCards für die USA" bestätigt auch Holger Zimmermann, Geschäftsführer der Beratungsstelle für Auswanderer "The American Dream". Das Unternehmen rechnet für das laufende Geschäftsjahr sogar mit einer Verdoppelung der Beratungsaufträge im Vergleich zum Vorjahr.
Im Gegensatz zu den innerhalb der europäischen Union umziehenden Deutschen bleiben die US-Auswanderer meist auch langfristig im Ausland. "Von über 6 000 Personen, die wir in den letzten Jahren bei einem Fortzug in die USA beraten haben, wissen wir nur von einer Handvoll Rückkehrern", so Zimmermann. Auch Probleme vor Ort seien eher selten: "Selbst mit geringen Englischkenntnissen und minimaler Qualifikation haben deutsche Auswanderer gute Aussichten auf einen Arbeitsplatz." Vorausgesetzt, man lässt sie überhaupt einreisen: Jährlich dürfen nur rund 600.000 Ausländer legal ins Land, während sich allein an der GreenCard-Lotterie im letzten Jahr 6,3 Millionen Personen beteiligten.
Am 3. Dezember ist wieder einmal Einsendeschluss für dieses weltweit einzigartige Programm, mit dem die USA um qualifizierte Einwanderer buhlen. 55 000 Aufenthaltsgenehmigungen werden verlost, darunter wie jedes Jahr auch etwa 1 000 an deutsche Bewerber. Voraussetzung sind mindestens ein Realschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung.
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