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Werder Bremen-Presseservice: Stimmen zum Bundesliga-Spiel Werder Bremen - Energie Cottbus: Werders Glück in finaler Szene - Werders Pech bei finalen Pässen

Geschrieben am 04.11.2006 - [Nächster Artikel]

Bremen (ots) - Die Nachspielzeit im Spiel gegen Energie Cottbus
hielt die letzte einiger umstrittener Szenen bereit, mit dem das
Heimspiel des aktuellen Tabellenführers Werder Bremen gegen Energie
Cottbus das Publikum und das Personal auf den Trainerbänken in
Aufruhr versetzte. Tim Wiese war im Strafraum mit großem Risiko in
den Zweikampf mit Sergiu Radu gegangen, der daraufhin zu Boden ging.
"Ich glaube, dass ich den Ball berührt habe", sagte Wiese, war sich
aber nicht ganz sicher. Sein Vertrauen galt dem Schiedsrichter: "Er
stand sieben Meter weit weg und wird es schon richtig gesehen haben."

Ganz anders gesehen hatte es allerdings der Cottbuser Trainer
Petrik Sander. Er beruhigte sich nur langsam von seiner Aufregung,
die ihm wenige Sekunden vor dem Abpfiff noch einen Tribünenplatz
beschert hatte: "Wenn es da keinen Elfmeter gibt, dann weiß ich
nicht, wann! Aber wir werden nicht nachkarten." Werders
Geschäftsführer Klaus Allofs konnte den Ärger durchaus verstehen,
machte sich aber auch Gedanken über die Gründe für den ausgebliebenen
Pfiff: "Das war eine Szene, in der man sicher auch anders hätte
entscheiden können. Aber der Cottbuser Spieler hatte in diesem Moment
auch nur das Ziel, einen Elfmeter zu bekommen. Ich glaube, der
Schiedsrichter hat das erkannt und deshalb nicht gepfiffen."

Fest steht: Werder hatte Glück in dieser Situation, nicht zuletzt
wegen ihr musste man letztlich mit dem Punkt zufrieden sein. Dass war
gegen den Aufsteiger und nach den spektakulären Vorstellungen im
"goldenen Oktober" nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Wirklich
überrascht waren die Grün-Weißen, die vor dem Spiel großen Respekt
formuliert hatten, aber nicht: "Cottbus hat eine gute Mannschaft.
Über die Saison gesehen werden sie zwar etwas weiter unten stehen,
aber in einem einzelnen Spiel ist immer alles möglich", sagte Kapitän
Frank Baumann, der einen interessanten Vergleich zog: "Den Cottbusern
ist heute gegen vermeintlich große Bremer das gelungen, was wir in
der Champions League bisher gegen die Großen geschafft haben."

Energie-Coach Petrik Sander fand es schade, dass der
"Riesenaufwand" seiner Mannschaft nicht mit "Big Points" belohnt
worden war. Vor allem der Mut seiner Spieler imponierte ihm: "Wir
haben immer an uns geglaubt. Wenn es die Möglichkeit gab,
zuzuschlagen, dann haben wir sie wahrgenommen." Dieser Nachdruck des
Cottbuser Spiels wurde in der 53. Minute belohnt. Francis Kioyo
schickte den Ball aus über 20 Metern optimal in den Tor-Winkel der
Werderaner. "Den müssen wir früher abblocken", stellte Tim Wiese
klar. Per Mertesacker, der früh eine Grätsche angesetzt hatte und
Kioyo dann laufen lassen musste, sagte erst: "So einen Zweikampf mal
zu verlieren ist normal, dann ist man auf Hilfe angewiesen", um dann
hinzuzufügen: "Wie andere kann ich mich da nicht von Schuld frei
sprechen." Der Torschütze Kioyo hatte bei seinem Dribbling sogar
Zeit, sich allerhand Gedanken zu machen: "Ich war das ganze Spiel
vorn allein und wusste, dass ich nur eine Chance bekomme. Als Per
grätschte und den Ball nicht traf, habe ich gedacht: 'Das ist sie'.
Dann wollte ich so schnell wie möglich den Abschluss suchen, mich
konzentrieren und den Ball richtig treffen." Es ist ihm gelungen.

Doch nicht nur mit ihren Kontern machten die Cottbuser den Bremern
das Leben schwer. Vor allem die Energie-Hintermannschaft stand
sicher. Nur drei richtig dicke Chancen konnten sich die Grün-Weißen
herausspielen, nur eine davon nutzen. Vorbereiter Hugo Almeida und
Schütze Ivan Klasnic sicherten sich die Scorer-Punkte. Klaus Allofs
freute sich: "Das Tor ist für beide toll, Hugo hat sehr schön vor das
Tor geköpft, Ivan gut verwandelt. Ich hoffe, es gibt beiden weiteren
Auftrieb."

Zum Siegtreffer reichte es jedoch nicht mehr: Unglückliche finale
Pässe und viele Cottbuser Abwehrbeine verhinderten ihn. Aaron Hunt
nannte es so: "Sie standen sehr eng, da war es schwer für uns. Sie
haben das sehr gut gemacht." Per Mertesacker sah es ähnlich: "Cottbus
stand so tief und hat kämpferisch dagegengehalten, da sind wir nicht
richtig ins Laufen gekommen." Und Tim Wiese suchte wie seine Kollegen
vergebens nach der Lücke im Abwehrverbund: "Wir kamen nicht durch die
Schnittstellen." "Nicht" stimmt nicht ganz, die eine oder andere
Chance war ja da. Sie blieben lange ungenutzt, was für Per
Mertesacker ein entscheidendes Manko war: "Wir hätten in der ersten
Halbzeit in Führung gehen müssen! Wir wussten, dass es sonst schwer
wird." Zu schwer für drei Punkte. Doch die Mannschaft bleibt
zuversichtlich: "So etwas kann immer mal wieder passieren", sagte
Frank Baumann, "wir müssen nicht Fußballfeste abliefern, sondern wir
müssen hart arbeiten. Denn am Ende zählen nur die Punkte." Vielleicht
wird letztlich dieser eine aus dem Cottbus-Spiel im November ein ganz
wichtiger sein.

von Enrico Bach und Michael Rudolph

Originaltext: Werder Bremen GmbH & Co KG aA
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=52353
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_52353.rss2

Rückfragen bitte an:

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