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Theodor-Heuss-Preis 2006 an James D. Wolfensohn
Geschrieben am 20.03.2006 - [Nächster Artikel] |
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Stuttgart (ots) - Der frühere Präsident der Weltbank, James D. Wolfensohn, ist der Theodor-Heuss-Preisträger des Jahres 2006. Er erhält den 41. Theodor-Heuss-Preis für sein beispielloses Engagement, mit dem er sich gegen die gesellschaftliche Ausgrenzung der Roma einsetzt. Die Roma sind mit rund zehn Millionen Menschen die größte ethnische und kulturelle Minderheit in Europa. Gemeinsam mit anderen hat Wolfensohn sich ganz persönlich dafür eingesetzt, dass mit der "Decade of Roma Inclusion; 2005 - 2015" eine erste wegweisende konzertierte Aktion zur Integration der Roma in neun osteuropäischen Staaten ins Leben gerufen wurde, um den Teufelskreis aus Armut und Antiziganismus zu durchbrechen.
Die Roma sind in allen europäischen Ländern an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Sie leben in größter Armut, ihre Wohnverhältnisse sind erbärmlich, sie haben kaum Zugang zu sozialer und gesundheitlicher Versorgung, zu Bildung, Ausbildung und Arbeit und sie sind in besonderem Maße der Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung ausgesetzt. Während in Osteuropa ein öffentliches Bewusstsein für dieses Thema besteht, wird es in den Gesellschaften Westeuropas, insbesondere in Deutschland, noch kaum wahrgenommen.
Jahresthema 2006: "Armut und Ausgrenzung in Europa - am Beispiel Roma"
Die 41. Verleihung des Theodor-Heuss-Preises findet unter dem Motto "Armut und Ausgrenzung in Europa - am Beispiel Roma" am Freitag, dem 28. April 2006, um 16.00 Uhr, in Stuttgart, in der "Alten Reithalle" statt. Zwei dem Preis ebenbürtige Theodor-Heuss-Medaillen gehen an die Initiative "Schaworalle - Hallo Kinder" in Frankfurt/Main für ihr vorbildliches Konzept der pädagogischen Begleitung und Unterstützung von Roma-Kindern und an den Pakiv European Roma Fund in Sofia/Bulgarien für sein transnationales Engagement zur Überwindung der sozialen und wirtschaftlichen Ausgrenzung junger Roma. Die Laudatio hält Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul.
In einem Kolloquium, das am Tag der Preisverleihung in Stuttgart mit 40 jungen Roma unter Beteiligung von James D. Wolfensohn und Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Medien durchgeführt wird, werden die Aufgaben der Dekade aus den Bereichen Arbeit und Bildung vorgestellt und Lösungsansätze diskutiert.
Theodor-Heuss-Stiftung e.V.
Die überparteiliche Theodor-Heuss-Stiftung wurde 1964 nach dem Tode des ersten Bundespräsidenten von Hildegard Hamm-Brücher, seinem Sohn, Ernst Ludwig Heuss, und einem Kreis von Freunden des ersten Bundespräsidenten gegründet, um in Erinnerung an seine Persönlichkeit und sein politisches Lebenswerk alljährlich Beispiele für demokratisches Engagement, Zivilcourage und Einsatz für die Stärkung und Weiterentwicklung der Demokratie auszuzeichnen und damit "auf etwas hinzuweisen, was in unserer Demokratie getan und gestaltet werden muss, ohne dass es bereits vollendet ist" (Carl Friedrich v. Weizsäcker, 1965). Der Theodor-Heuss-Preis wurde 1965 zum ersten Mal vergeben. Zum 40-jährigen Bestehen der Stiftung erschien 2005 die von Beatrice von Weizsäcker verfasste Chronik "Demokratie ist keine Glücksversicherung - 40 Jahre Theodor-Heuss-Preis 1965 - 2005". Sie ist im Hohenheim Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich.
Originaltext: Theodor-Heuss-Stiftung Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=51298 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_51298.rss2
Pressekontakt:
Theodor-Heuss-Stiftung zur Förderung der politischen Bildung und Kultur e.V. Im Himmelsberg 16, 70192 Stuttgart, Frau Kathy Reymann Tel.: 0711 / 55 91 98, Fax: 0711 / 55 92 07 info@theodor-heuss-stiftung.de, www.theodor-heuss-stiftung.de
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