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Neue Ökobilanz des IFEU-Instituts sieht Getränkekarton vor PET-Flasche

Geschrieben am 26.10.2006 - [Nächster Artikel]

Wiesbaden (ots) - Eine neue Ökobilanz des Instituts für Energie
und Umweltforschung (IFEU), Heidelberg, hat die ökologischen Vorzüge
des Getränkekartons bestätigt: Im direkten Vergleich mit der
Einweg-Kunststoff-Flasche aus PET sind "bei allen durchgeführten
Systemvergleichen ökologische Vorteile erkennbar", heißt es in der
Studie. "Die Ergebnisse zeigen, dass der Getränkekarton vom
Umweltbundesamt (UBA) zu Recht als eine 'ökologisch vorteilhafte'
Verpackung qualifiziert wird und daher vom Pfand befreit ist",
kommentierte der Geschäftsführer des Fachverbandes Kartonverpackungen
für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN), Dr. Wilhelm Wallmann.

Der FKN habe die Studie in Auftrag gegeben, weil in den letzten
Jahren viele neue Verpackungen auf den Markt gekommen seien. Außerdem
hätten die Pfandregeln der Verpackungsverordnung die Getränke- und
Verpackungsmärkte erheblich in Bewegung gebracht: "Bei Bekanntgabe
der Ergebnisse der letzten UBA-Ökobilanzen vor vier Jahren hat die
PET-Flasche z.B. bei fruchthaltigen Getränken keine Rolle gespielt.
Inzwischen hat sie Mehrwegverpackungen und Einweg-Glasflaschen
weitgehend verdrängt und konkurriert zunehmend mit Getränkekartons",
erläutert der FKN-Geschäftsführer. Bei Milchgetränken sei eine
ähnliche Entwicklung nicht ausgeschlossen. Daher sei es an der Zeit
für eine "ökologische Standortbestimmung mit aktuellen Daten".

Ökologische Optimierungspotentiale bei PET berücksichtigt

Die Studie bilanziert Getränkekartons und PET-Flaschen mit einem
Füllvolumen von 0,2 bis 1,5 Liter für Fruchtsäfte, Fruchtnektare,
Eistee, Milchmischgetränke sowie Frischmilch mit unterschiedlich
langer Haltbarkeitsdauer. Es wurden Verpackungen untersucht, die 2005
auf dem deutschen Markt vertreten waren. Beim Getränkekarton sind
alle Verpackungs-Varianten entsprechend ihrer Marktanteile
berücksichtigt. Damit bildet die Studie den Gesamtmarkt repräsentativ
ab. Darüber hinaus wurden in einem "Zukunftszenario 2010"
technologisch denkbare Optimierungen der PET-Flasche - wie z.B.
geringere Flaschengewichte - unterstellt und mit aktuellen
Getränkekartons verglichen. Wallmann dazu: "Mit dieser konservativen
Rechnung 'alt gegen neu' wollten wir auf der sicheren Seite sein".
Ein weiteres "Zukunftszenario" betrifft die 1-Liter-PET-Milchflasche,
die man derzeit in Deutschland nicht kaufen kann, die aber in einigen
Nachbarländern angeboten wird.


Getränkekarton mit deutlichen Vorteilen bei Treibhauseffekt und
Energieverbrauch

Die Studie unterscheidet zwischen Verpackungen mit
unterschiedlichen Barriere-Eigenschaften. So werden für empfindliche
Produkten wie z.B. Säfte Verpackungen eingesetzt, die das Eindringen
von Licht und Luftsauerstoff weitgehend verhindern und eine
Haltbarkeit des Produkts von bis zu 12 Monaten ermöglichen. Bei
Getränkekartons wird zu diesem Zweck eine Aluminiumfolie verwendet.
Kunststoffflaschen werden aus mehreren Lagen hergestellt oder
beschichtet. Aufgrund des höheren Materialaufwandes schneiden diese
Verpackungen generell schlechter ab, als Verpackungen mit geringerer
Barrierewirkung. Dies gilt z.B. für Verpackung für Eistee und
Frischmilchprodukte.

Bei 1-Liter-Verpackungen für Fruchtgetränke mit langer
Mindesthaltbarkeitsdauer liegt der Getränkekarton in sechs von acht
Wirkungskategorien vor der Kunststoffflasche. Bei kleineren
Packungsgrößen ergibt sich ein ähnliches Bild. "Bemerkenswert", so
die Autoren der Studie, " ist der große Unterschied bei
Treibhauseffekt und fossilem Ressourcenverbrauch." Diese Kategorien
werden vom Umweltbundesamt in ihrer ökologischen Bedeutung als "sehr
groß" bzw. "groß" eingestuft. Nicht so deutlich fallen die
Unterschiede bei den 1,5-Liter-Eisteeverpackungen aus. Dort werden
sogenannte "PET-Monolayer-Flaschen" ohne Barriere eingesetzt.

Beim Vergleich von Verpackungen für Milchmischgetränken mit kurzer
Mindesthaltbarkeitsdauer ist der Getränkekarton mit Ausnahme der
Kategorien "Aquatische Eutrophierung" und "Naturraumbeanspruchung
Forst" in allen anderen Fällen ökologisch günstiger. Bei Frischmilch
zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier legt das Autorenteam
besonderen Wert auf die Feststellung: "Beim Treibhauseffekt und
fossilem Ressourcenverbrauch ist der Systemunterschied zwischen
Karton und PET-Flasche noch deutlicher ausgeprägt als bei den
betrachteten Saft- und Eistee-Verpackungen."


Hintergrund:

Der Endbericht der Studie "Ökobilanzieller Vergleich von
Getränkekartons und PET-Einwegflaschen" wurde vom IFEU - Institut für
Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH im August 2006
vorgelegt. Auftraggeber war der Fachverband Kartonverpackungen für
flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN), Wiesbaden, der die Interessen der
Hersteller von Getränkekartons (Tetra Pak GmbH & Co., SIG Combibloc
GmbH, Elopak GmbH) vertritt. Die Studie erfüllt die internationalen
Standards der DIN/ISO-Normenreihe14040-14043 und wurde von einem
kritischen Prüfungsausschuss (Critical Review) begleitet.
Vorsitzender des Ausschusses war Dipl. Univ.-Chemiker (M.Sc.) Paul W.
Gilgen von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und
Forschungsanstalt (EMPA). Der methodische Ansatz und die
Bewertungsmethode orientieren sich an den vom Umweltbundesamt (UBA)
durchgeführten Studien zum Vergleich von Getränkeverpackungen. Dem
fachlichen Begleitkreis gehörten u.a. Vertreter der abfüllenden
Industrie (Campina GmbH & Co. KG, Emig GmbH & Co. KG) und der
Entsorgungswirtschaft (DSD GmbH) an. Es war leider nicht möglich,
einen Verbandsvertreter der Kunststoffindustrie für die Teilnahme am
Projektbeirat zu gewinnen.


Fotos und Grafiken zum Thema finden Sie unter:

http://www.getraenkekarton.de/seiten/bilddatenbank.php?bilder=4

Originaltext: Fachverband Kartonverpackung für flüssige Nahrungsmittel e.V.
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=16022
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_16022.rss2



Pressekontakt:
Michael Kleene
Tel.: 0611 - 1878836
eMail: m.kleene@getraenkekarton.de
 
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