Ulm (ots) - Das ging aber fix: Gerade mal 24 Stunden ließ die Antwort des Düsseldorfer Energieriesen Eon auf die Ankündigung des spanischen Baukonzerns Acciona, beim Stromversorger Endesa einzusteigen, auf sich warten. Und sie fiel zudem auch noch ziemlich unzweideutig aus: Ohne mit der Wimper zu zucken, zieht Eon Chef Wulf Bernotat weitere zehn Milliarden Euro aus der prall gefüllten Kriegskasse, auf der Europas größter Energiekonzern sitzt. Die Botschaft ist eindeutig: Die Düsseldorfer wollen Endesa - vorderhand zumindest auch ohne viel Rücksicht auf den Preis. Mit jetzt 37 Milliarden Euro ist er bereits stattlich. Dabei ist noch nicht einmal sicher, dass es dabei bleibt. Es könnte nämlich gut sein, dass diese prompte Reaktion weitere Begehrlichkeiten weckt und so den Übernahmepreis weiter nach oben treibt. In jedem Fall bekommen jetzt die Gas- und Stromkunden quer durch die Republik wenigstens eine Ahnung von dem Ausmaß, in dem sie seit Jahr und Tag innerhalb des in der deutschen Energiewirtschaft vorherrschenden Oligopols mit Preisen gemolken werden. Sie wären bei einem auch nur halbwegs funktionierenden Wettbewerb so jedenfalls nicht ansatzweise zu bekommen. Damit ist zugleich das Wesentliche gesagt über die energiewirtschaftliche Blindheit, mit der die Politik bei der Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte geglänzt hat.