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Deutscher Umweltpreis an Forscher Schulze und Unternehmer Huber

Geschrieben am 27-09-2006

Osnabrück (ots) -

DBU ehrt Ökosystemforscher und Abwasser-Spezialisten für
ihre Spitzenleistungen im globalen Umweltschutz

Die Träger des Deutschen Umweltpreises stehen fest: Der mit
500.000 Euro höchst dotierte Umweltpreis Europas geht an den
bayerischen Unternehmer Hans G. Huber (64) und den Ökosystemforscher
Prof. Dr. Ernst-Detlef Schulze (65) aus Jena. Huber erhält die
Auszeichnung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) dafür, dass er
mit großem Engagement gerade auch in Schwellen- und
Entwicklungsländern anwendbare, qualitativ hochwertige und robuste
Technologien zur Frischwasseraufbereitung und Abwasserbehandlung
entwickelt und erfolgreich vertreibt. Als Direktor des
Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena erforscht Prof. Schulze
Gründe der globalen Klimaerwärmung. Er startete das weltweit größte
Projekt, um die Kohlenstoffbilanz in Europa näher zu berechnen. "So
unterschiedlich ihre Arbeitsfelder sind - Zukunftssicherung liegt
beiden am Herzen", so DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Den
Umweltpreis übergeben wird Bundespräsident Horst Köhler am 29.
Oktober in Dresden.

"Klimaerwärmung und Wasserknappheit zählen zu den dringendsten
globalen Herausforderungen, die es zukünftig zu lösen gilt. Unsere
Umweltpreisträger leisten mit ihrer Weitsicht und ihrem Engagement
schon heute einen wichtigen Beitrag", betont Brickwedde. Wichtig sei
Prof. Schulzes Arbeit vor allem in Hinblick auf das Kyoto-Protokoll:
Darin verpflichtet sich Europa, von 2008 bis 2012 bis zu acht Prozent
weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre zu pusten als 1990. Eine
Maßnahme, um den Treibhauseffekt, also die Erderwärmung, zu
verlangsamen.

Schulzes Projekt "CarboEurope" ist die weltweit erste Initiative,
die in der Form gesicherte Daten zum Kreislauf des Treibhausgases
liefern wird. Wo besonders viel Kohlendioxid in Europa gebunden oder
auch frei gesetzt wird - das untersucht Prof. Schulze als Koordinator
an mehr als 100 Messstationen. "Ein Schlupfloch im Kyoto-Protokoll
ist, dass die Angaben darüber, wie viel Kohlendioxid tatsächlich in
den Wäldern gespeichert und in der Landwirtschaft freigesetzt wird,
nur sehr grob geschätzt werden kann. Wer seine Emissionen nicht
senken konnte, schätzt einfach die Filterfunktion seiner Wälder
günstig ein und erfüllt so die Auflagen. Durch 'CarboEurope' könnte
sich das ändern", weiß Brickwedde. Als einer der weltweit führenden
Ökosystemforscher prüft Schulze zudem, wie der Erdboden weltweit auf
eine mögliche Klimaerwärmung reagiert. "Dank Schulze steht Europa
damit an vorderster Front in der Klimaforschung", betont Brickwedde.

Prof. Schulze besteche nicht nur durch seine international sehr
bedeutenden Forschungsarbeiten, sondern auch als erfolgreicher
Wissenschaftsmanager. Der Forscher war Mitglied im wissenschaftlichen
Beirat für globale Umweltfragen (WBGU) und baute neben dem
Max-Planck-Institut in Jena auch das Bayreuther Institut für
terrestrische Ökosystemforschung auf.

Während Schulze mit dem Klimawandel eines der zentralen
Umweltprobleme anpackt, setzt sich Hans G. Huber für effektive
Wasserkreisläufe ein und geht damit ein weiteres globales Problemfeld
an. "Weg vom Abwasser, hin zum Wertstoff" - die Philosophie des
Unternehmers ziehe sich wie ein roter Faden durch seine
Produktpalette: Eine komfortable High-Tech-Toilette produziert Dünger
statt Abwasser, und seine Membranklärtechnik erlaubt eine dezentrale
Reinigung des Brauchwassers. Das mache sie vor allem für
Entwicklungsländer attraktiv: Nach Angaben des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Entwicklung haben rund 1,2 Milliarden Menschen keinen
Zugang zu sauberem Trinkwasser. Doppelt so vielen fehle ein
Abwassersystem. "Mit seinem herausragenden Engagement leistet Huber
einen Beitrag dafür, dass die Millenniumsziele der Vereinten
Nationen bis zum Jahr 2015 erfüllt werden", betont Brickwedde. So
soll die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser
haben, und die Zahl derjenigen, die ohne menschenwürdige und
umweltverträgliche Sanitär- und Abwassertechnik leben müssen, bis
2015 halbiert werden.

"Konventionelle Abwasserbehandlungsverfahren wie unsere zentralen
Kläranlagen sind auf die Bedürfnisse Europas ausgerichtet und
optimiert worden, aber in vielen Entwicklungsländern nicht
anwendbar", so Brickwedde. Huber habe frühzeitig erkannt, dass
Wasserreinigung dort dezentral, also direkt vor Ort, ohne teure
Kanalisation aufgebaut werden müsse. "Ihn zeichnen besonderer
unternehmerischer Mut und der Wille aus, Potenziale zu erkennen und
innovativen Technologien zum Durchbruch zu verhelfen", lobt
Brickwedde. Dass Ökonomie und Ökologie sich nicht ausschließen,
belegen auch die Unternehmenszahlen: Huber beschäftigt in Deutschland
470 Mitarbeiter (weltweit 750) und erreicht einen Jahresumsatz von 77
Millionen (weltweit 108 Millionen) Euro.


Originaltext: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6908
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_6908.rss2


Pressekontakt:

Ansprechpartner
Franz-Georg Elpers
- Pressesprecher -
Katja Cherouny
Anneliese Grabara
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Telefon: 0541|9633521
Telefax: 0541|9633198
presse@dbu.de
www.dbu.de

Kontakt zu den Preisträgern:
Prof. Dr. Ernst-Detlef Schulze
Max-Planck Institut für Biogeochemie
07745 Jena
Telefon: 03641/ 576100
Telefax: 03641/ 577100
detlef.schulze@bgc-jena.mpg.de
www.bgc-jena.mpg.de/bgc-processes/index.html


Hans Huber
Hans Huber AG, Maschinen- und Anlagenbau
92332 Berching
Telefon: 08462/ 201-0
Telefax: 08462/ 201-810
fb@huber.de
www.huber.de


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