Ulm (ots) - Die Konsolidierung ist längst überfällig - in Zeiten des Euro und in Zeiten globaler Kapitalmärkte ohnehin. Insofern passt die Annäherung zwischen den Börsen in Frankfurt und Paris nicht in die lange Liste von Fusionsplänen, die derzeit fast täglich über die Ticker laufen. Dass ausgerechnet die Amerikaner den Börsenbetreibern vor allem an der Seine auf die Sprünge helfen müssen, ist peinlich. Die US-Technologie-Börse Nasdaq hat massives Interesse an der Londoner Börse, die sich partout nicht mit einem Konkurrenten auf dem Kontinent zusammentun will. Die Festlandsbörsen müssen reagieren, soll das Geschehen auf dem europäischen Kapitalmarkt nicht maßgeblich aus den USA gesteuert werden. Was sich letztlich in ungünstigen Preisen und für europäische Unternehmen und Anleger in nachteiligen Konditionen niederschlagen könnte. Verhandlungen zwischen Frankfurt und Paris sind deshalb überfällig. Einfach werden sie nicht, auch wenn sich die Regierungen auf beiden Seiten erstaunlich offen zu dieser Idee bekennen. Das war in Paris bei grenzüberschreitenden Fusionswünschen nicht immer so. Ein entscheidender Knackpunkt bleibt der Sitz einer gemeinsamen Börse: Paris wird sich schwer tun, die Regie an Frankfurt abzugeben. Umgekehrt gilt dies als unverrückbare Bedingung. An dieser Frage darf das Vorhaben nicht scheitern.