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Landgericht Hamburg stoppt Unterhaltungsfilm zum Thema Contergan

Geschrieben am 15.03.2006 - [Nächster Artikel]

Aachen (ots) - Die Aachener Pharmafirma Grünenthal GmbH hat vor
dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügungen gegen den WDR
sowie die Zeitsprung Film + TV Produktions GmbH erwirkt. Unter
Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000 Euro untersagt das
Landgericht Hamburg die Verbreitung von 15 Falschdarstellungen im
Drehbuch zum Zweiteiler mit dem vorläufigen Titel "Eine einzige
Tablette".

"Die Aufarbeitung dieses tragischen und sensiblen Themas
"Contergan" ist für das Genre eines Unterhaltungsfilms nicht
geeignet. Eine Aufarbeitung muss historisch einwandfrei und
nachvollziehbar sein. Oder aber es muss unmissverständlich klar sein,
dass es sich hier um eine reine Fiktion handelt ", betont Sebastian
Wirtz, Geschäftsführender Gesellschafter der Grünenthal GmbH.
"Bereits im Dezember 2005 hat Grünenthal um ein Gespräch mit
Vertretern der Produktionsfirma gebeten. Im Rahmen dieses Gesprächs
haben wir detailliert auf unsere Bedenken gegen den Film hingewiesen
und gleichzeitig angeboten, an einer zutreffenden und rechtlich
einwandfreien Aufarbeitung des Themas mitzuwirken. Leider wurden
wesentliche Änderungen des Drehbuchs abgelehnt. Daraufhin haben wir
formell die Abgabe von Unterlassungserklärungen gefordert, ebenfalls
ohne Ergebnis. Schließlich blieb uns zum Schutz unseres Unternehmens
und unserer Mitarbeiter nichts anderes übrig, als beim Landgericht
Hamburg umfassende Unterlassungsverfügungen zu erwirken, die die
filmische Verbreitung von 15 Szenen aus dem Drehbuch verbieten. Bei
diesen 15 Darstellungen handelt es sich um Schlüsselszenen, die die
geschichtlich verbürgten Ereignisse um Contergan schwerwiegend
entstellen."

Beispielsweise wird im Drehbuch dargestellt, die Behörden hätten
die Abgabe von Contergan verboten, nachdem Grünenthal das Medikament
ein Jahr und drei Monate nach der ersten Verdachtsäußerung noch immer
nicht aus dem Handel zurückgezogen habe. Tatsächlich hat Grünenthal
das Medikament bereits zwölf Tage nach dem ersten Verdachtsmoment aus
eigenem Entschluß vom Markt genommen; ein behördliches Verbot ist
niemals ergangen. Unzutreffend ist laut Grünenthal außerdem die
Darstellung, das erste Entschädigungsangebot der Firma habe 10
Millionen D-Mark betragen und sei mit der Maßgabe unterbreitet
worden, dass es sofort angenommen werden müsse, andernfalls es sich
täglich um eine Million DM verringere. Tatsächlich hat das
Unternehmen einen bedingungslosen Entschädigungsbetrag von 100
Millionen D-Mark angeboten und später auch ausgezahlt.

Die Grünenthal GmbH ist ein globales, forschendes und
produzierendes pharmazeutisches Familienunternehmen mit Sitz in
Stolberg bei Aachen. Als Spezialist im Bereich Schmerztherapie und
Verhütung beschreitet Grünenthal innovative Wege. Grünenthal
konzentriert sich dabei auf einige wenige, ausgewählte Aktionen in
Deutschland und in Lateinamerika. Das 1946 gegründete Unternehmen mit
Stammsitz in Deutschland ist weltweit mit sieben Produktionsstätten
aktiv und ist in 26 Ländern vertreten. Es beschäftigt in Deutschland
circa 1800, weltweit rund 4800 Mitarbeiter.

Originaltext: Grünenthal GmbH
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=25388
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_25388.rss2

Rückfragen bitte an:
Dr. Annette Fusenig
Tel.: +49 241 569-3345
Fax: +49 241 569-3539
Steinfeldstraße 2, 52222 Stolberg
E-Mail: annette.fusenig@grunenthal.com
 
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