Nach wie vor lieben die Verbraucher die Kerze. Wegen der längeren Tage geht zwar im Sommer der Verbrauch immer etwas zurück. Während der heißen Tage im Juni und Juli war in diesem Jahr dieser Rückgang aber nicht stärker als sonst. Dies teilte der Verband Deutscher Kerzenhersteller heute in Frankfurt mit.
Über den Sommer hat sich der Handel gut mit Kerzen aller Art eingedeckt. Er erwartet ein gutes Weihnachtsgeschäft. Wenn sich diese Einschätzung als richtig erweist, ist für Ende des Jahres mit Nachbestellungen zu rechnen.
Auf der Kostenseite hat der Sommer für die Kerzenhersteller keine Entspannung gebracht. Zwar sind die Ölpreise gesunken, gleichzeitig hat sich aber das Angebot für Paraffin auf den Weltmärkten weiter verringert. Dies hat zwei Gründe: Einerseits werden in den Raffinerien vermehrt neue Verfahren angewendet, so dass die Nebenprodukte der Schmierölherstellung ("Gatsche"), aus denen Paraffin hergestellt wird, bei der Produktion nicht mehr in den früheren Mengen entstehen. Zum anderen wird das in Asien hergestellte Paraffin mehr und mehr dort weiterverarbeitet - unter anderem in Kerzen - und deshalb nicht mehr auf dem Weltmarkt angeboten.
Diese Situation führte bereits letztes Jahr zu Preiserhöhungen von bis zu 35 Prozent. In diesem Jahr wurden zum Teil bereits bis zu 25 Prozent mehr für Paraffin gefordert, ohne dass eine Änderung dieses Trends abzusehen wäre. Die mittelständische deutsche Kerzenindustrie hat dem keine Einsparpotentiale entgegenzusetzen, sodass Preiserhöhungen die Folge sein werden.
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