(Registrieren)

Lotto durch Glücksspielstaatsvertrag weiter auf Talfahrt / Umsätze des DLTB im 1. Quartal um mehr als 20 Prozent eingebrochen - Tiefe Einschnitte bei der Förderung des Breitensports und sozialer Proje

Geschrieben am 06-04-2010

Hamburg (ots) - Die Lottoumsätze befinden sich weiter auf rasanter
Talfahrt. Die staatlichen Lottogesellschaften haben im Vergleich zum
Vorjahresquartal von Januar bis März dieses Jahres 21,3 Prozent
weniger eingenommen. Hochgerechnet auf den Jahresumsatz bedeutet dies
ein Minus von rund 1 Milliarde Euro. In Folge werden den
Bundesländern in 2010 mehr als 400 Millionen Euro Steuern und
Zweckerträge fehlen. Zahlreiche Projekte aus Sport, Wohlfahrt und
Kultur, die aus dem Lotto-Topf gefördert werden, müssen daher mit
tiefen Einschnitten rechnen.

Insgesamt werden die Bundesländer bis zum Ende der vierjährigen
Laufzeit des Glücksspielstaatsvertrages voraussichtlich rund 14
Milliarden Euro Umsatz und damit 6 Milliarden Euro Steuern und
Zweckerträge verlieren. Im Jahr 2004 betrug der Umsatz des deutschen
Lotteriemarktes noch 10,8 Mrd. Euro, im Jahr 2009 ist der Umsatz auf
7,4 Milliarden Euro gesunken. Für 2011 wird ein Umsatz von lediglich
noch rund 6 Milliarden Euro erwartet.

Unerwartet ist diese Entwicklung nicht. Bereits Ende 2006 hatte
das unabhängige ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut in einer Studie zum
Glücksspielmarkt in Deutschland Rückgänge in dieser Höhe
vorhergesagt. Grund sind die massiven Werbe- und
Vertriebsbeschränkungen und das Internetverbot, die der
Glücksspielstaatsvertrag seit 2007 vorschreibt.

Allerdings gehen die Aufsichtsbehörden mit den Vorschriften höchst
inkonsequent um. Während die Verbote mit aller Schärfe gegen
gewerbliche Spielvermittler durchgesetzt werden, hat der Deutsche
Lotto- und Totoblock (DLTB) seine Werbeausgaben im vergangenen Jahr
nochmals gesteigert. Rund 51 Millionen Euro flossen in Anzeigen-,
Radio- und Plakatwerbung, wie aus einer aktuellen Statistik der
Nielsen Media Research GmbH hervor geht. Hinzu kommen noch erhebliche
Ausgaben insbesondere für die Jackpotwerbung in den Annahmestellen,
die nicht von Nielsen erfasst werden. Trotz dieser
staatsvertragswidrigen, erheblichen Werbeaufwendungen gelingt es den
staatlichen Lottogesellschaften allerdings nicht, die Umsatzeinbrüche
aufzuhalten. Insbesondere die von den gewerblichen Spielvermittlern
erwirtschafteten Spieleinsätze fehlen. Bis zur Einführung des
Glücksspielstaatsvertrages hatten Unternehmen wie Faber, Jaxx und
Tipp24 nahezu 20 Prozent zu den Umsätzen der Lottogesellschaften
beigetragen. Aufgrund des Staatsvertrages mussten viele ihr Geschäft
einstellen oder stark einschränken.

Derzeit analysiert eine Länderkommission im Rahmen der so
genannten Evaluierung die Auswirkungen des noch bis Ende 2011
geltenden Staatsvertrages. In Schleswig-Holstein haben die
Regierungsparteien CDU und FDP schon jetzt in ihrer
Koalitionsvereinbarung festgelegt, den Vertrag nicht fortzusetzen.
Andere Länder haben signalisiert, dem Beispiel Schleswig-Holsteins
folgen zu wollen.

Der Glücksspielstaatsvertrag war schon in seiner Entstehung
heftigst umstritten, weil seine Werbe- und Vertriebsrestriktionen mit
einer vermeintlichen "Lottosucht" begründet werden. Diese ist
inzwischen vielfach wissenschaftlich widerlegt worden. Erst vor
wenigen Tagen hatte der renommierte Glücksspielsuchtexperte Prof.
Tilmann Becker auf einem Symposium der Forschungsstelle Glücksspiel
an der Universität Hohenheim erneut die "Lottosucht" in aller
Deutlichkeit als blanken Unsinn bezeichnet. "Die verantwortlichen
Politiker sollten sich jetzt schleunigst mit allen Marktteilnehmern
an einen Tisch setzen, um ein vernünftiges Nachfolgemodell für den
desaströsen Staatsvertrag zu entwickeln", appelliert Norman Faber,
Präsident des Deutschen Lottoverbandes.

Originaltext: Deutscher Lottoverband (DLV)
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/63869
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_63869.rss2

Pressekontakt:
Rüdiger Keuchel, Tel. 040 - 89 00 39 69, E-Mail:
info@deutscherlottoverband.de


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

260854

weitere Artikel:
  • Deutsche Dienstleister verweigern Online-Soforthilfe Hamburg (ots) - Verbraucher wünschen sich von Dienstleistern in Deutschland mehr Soforthilfeangebote im Internet. 72 Prozent der Kunden sind mit dem Informationsangebot auf den Firmenwebseiten unzufrieden. Sie kritisieren lückenhafte FAQ-Seiten sowie fehlende Live-Chats und Social-Media-Präsenz. Jedes vierte Unternehmen teilt selbst die Ansicht, die Kanalvielfalt nicht ausreichend für den Online-Kundenservice zu nutzen. Das sind die Ergebnisse des Wettbewerbs "Deutschlands kundenorientierteste Dienstleister", der 2010 zum fünften Mal mehr...

  • Ineffiziente Vertriebssteuerung bremst deutsche Versicherer aus / Studie von BearingPoint zeigt: Jeder zweite Versicherer plant Restrukturierung des Vertriebs Frankfurt am Main (ots) - Die Vertriebssteuerung in deutschen Versicherungen ist heutigen Marktanforderungen nicht gewachsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint ( www.bearingpoint.de ) unter 24 deutschen Versicherungsunternehmen. Demnach wird die Vertriebssteuerung zwar als zentrales Instrument erkannt und genutzt, das Potenzial aber nicht voll ausgeschöpft. So passen nur 35 Prozent der befragten Unternehmen ihre Vertriebsstrategie jährlich oder öfter an wirtschaftliche und mehr...

  • Initiative gegen den Akademikermangel: IHK begrüßt Engagement der FOM in München München (ots) - Die Zahlen der aktuellen OECD-Studie ("Bildung auf einen Blick", 2009) sind alarmierend: Bei der für die wirtschaftliche Entwicklung wichtigen Akademikerquote hat Deutschland im internationalen Vergleich weiter an Boden verloren. Zwar stieg der Anteil der Hoch- und Fachhochschulabsolventen in Deutschland von 1995 bis 2007 von 14 auf 23 Prozent, aber im OECD-Schnitt hat sich die Quote von 20 auf 39 Prozent fast verdoppelt. Gleichzeitig wird sich in Deutschland der demographische Wandel mit einem Rückgang von acht Millionen mehr...

  • Daiichi Sankyo Submits First New Drug Application for Oral Factor Xa Inhibitor, Edoxaban Tokyo, April 6, 2010 (ots/PRNewswire) - Daiichi Sankyo Company, Limited announced today that it has submitted a New Drug Application to the Ministry of Health, Labor and Welfare in Japan seeking approval of the anticoagulant, edoxaban, for the prevention of venous thromboembolism (VTE) after major orthopedic surgery. Edoxaban, being developed solely by Daiichi Sankyo, is an oral anticoagulant that directly and specifically inhibits Factor Xa, a clotting factor in the blood. Results from pivotal Phase III studies showed that once-daily oral mehr...

  • Westcon Security vertreibt ab sofort das vollständige Produktportfolio der SonicWALL-Sicherheitslösungen München (ots) - SonicWALL, führender Anbieter von Sicherheitslösungen für Netzwerkinfrastrukturen, schließt einen neuen Distributionsvertrag in Deutschland. Partner ist ab dem 1. April 2010 das Unternehmen Westcon Security Germany. Das Unternehmen bietet dann das vollständige Produktportfolio von SonicWALL an. Westcon Security, ein Unternehmensbereich der weltweit tätigen Westcon Group, ist ein spezialisierter Value-Added-Distributor von Security-Lösungen. Die Westcon Group befasst sich neben dem Thema Sicherheit auch mit den Bereichen mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht