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Kurzer Eingriff - mögliche Hilfe gegen Migräneattacken mit Aura

Geschrieben am 25-02-2010

Hamburg (ots) - Für eine Migränestudie werden Patienten gesucht

Kopf und Herz liegen so weit auseinander nicht. Schon seit
längerem wird ein Zusammenhang vermutet zwischen dem Auftreten der
Migräne und einem Loch in der Herzscheidewand, dem so genannten
persistierenden Foramen ovale (PFO).

In Deutschland leiden etwa 6 Prozent der Männer und 12 Prozent der
Frauen an Migräne. Eine Erkrankung, die den Betroffenen über Stunden
und Tage mit zum Teil heftigen, meist einseitig klopfenden,
pulsierenden oder pochenden Kopfschmerzattacken quält und mit
weiteren körperlichen Symptomen wie Übelkeit und extremer
Lichtempfindlichkeit einhergehen kann. 15 Prozent der Betroffenen
erleben vorher eine Aura gekennzeichnet durch Seh, Gefühls; oder
Sprachstörungen, in Extremfällen sogar Lähmungserscheinungen. Viele
Migränebetroffene sind während einer Attacke nicht arbeitsfähig - und
das oft über mehrere Tage im Monat. Die Ursachen dieser Erkrankung
sind weitestgehend unbekannt, ebenso schwierig stellt sich die
Behandlung dar.

Das könnte sich nun ändern. In einer internationalen Studie wird
ein völlig neues Therapiekonzept untersucht, bei der das so genannte
persistierende Foramen ovale (PFO) als Ursache einer so dramatischen
Schmerzerkrankung vermutet wird. Viele deutsche namhafte Experten
sind an dieser Studie beteiligt, unter anderem am Unfallkrankenhaus
Berlin die Klinik für Neurologie mit der Stroke Unit und
Frührehabilitation in Zusammenarbeit mit der Klinik für Innere
Medizin.

Riskante Abkürzung

Ursprünglich handelt es sich bei dem Foramen ovale um eine
klappenartige Öffnung in der Herzscheidewand zwischen dem rechten und
dem linken Vorhof. Diese Öffnung ist bei einem ungeborenen Kind, das
im Mutterleib über die Nabelschnur versorgt wird, normal. Es
verschließt sich aber in den ersten Lebenstagen nach der Geburt und
verwächst im Laufe des ersten Lebensjahres zu einer seichten Grube.
Bei etwa 20 Prozent aller Erwachsenen bleibt diese Öffnung aber
weiterhin bestehen und wird als persistierendes (anhaltendes) Foramen
ovale (PFO) bezeichnet. Dies kann zu Störungen führen, wenn über das
PFO ein Teil des Blutes aus der normalen Flussrichtung abgezogen
wird. Wegen der Umgehung der Lunge kann nicht nur die
Sauerstoffversorgung des Körpers leiden, sondern es können auch
kleinere Blutgerinnsel oder chemische Substanzen (wie
blutdruckwirksame Hormone aus der rechten Herzhälfte) aus dem venösen
Kreislauf ungefiltert direkt in die Arterien und damit schnell ins
Gehirn gelangen. Dass dies nicht unwahrscheinlich ist, stellten Ärzte
bei Tauchern fest, die in größeren Tiefen unter heftigen
Migräneattacken litten. Sie behandelten die Taucher erfolgreich mit
dem Einsatz eines speziellen Schirmchens, welches das PFO dauerhaft
verschloss, wodurch sich die Migräneattacken reduzierten.

Heute weiß man, dass bei einem verhältnismäßig hohen Anteil aller
Migränepatienten ein derartiges Verbindungsloch in der
Herzscheidewand zwischen linkem und rechtem Vorhof vorliegt.
Interessanterweise sind davon besonders jene Patienten betroffen, die
eine Aura vor der Schmerzattacke erleben. Wird dann die risikoreiche
Abkürzung über das PFO verschlossen, fließt das Blut mit seinen
Inhaltsstoffen ausschließlich über den Lungenkreislauf und wird dort
mit Sauerstoff angereichert. Eine Migräne, deren Ursache ein PFO war,
wird dann möglicherweise nicht mehr ausgelöst.

Schirmchen im Herzen

Früher wurden Löcher im Herzen mit aufwändigen Operationen und
entsprechend langwierigen Nachbehandlungen verschlossen. Heute kann
per Katheter über die Blutbahnen des Körpers ein kleines Schirmchen
direkt bis durch das Loch vorgeschoben werden. Die richtige Lage wird
per Ultraschallsicht und Röntgendurchleuchtung kontrolliert. Dann
wird das Schirmchen aufgespannt - insgesamt ein Eingriff von weniger
als einer Stunde.

Eine erste Studie in Großbritannien zeigte, dass 3 Monate nach PFO
Verschluss bei einem Teil der Migränebetroffenen deutlich weniger
Migräneattacken auftraten als zuvor, ließ aber noch viele andere
Fragen offen. Hierzu Dr. Paul Sparenberg, Oberarzt in der Klinik für
Neurologie am Unfallkrankenhaus Berlin: "Im Grunde wissen wir heute
noch zu wenig über die Ursachen der Migräne. Vielleicht werden wir
eines Tages auch feststellen müssen, dass es sich bei den heute unter
Migräne zusammengefassten Symptomkomplexen um völlig unterschiedliche
Krankheitsbilder handelt. Von einem Verschluss des PFO scheinen nach
bisherigen Erkenntnissen am ehesten Migränepatienten mit einer Aura
zu profitieren."

Antworten auf diese offenen Fragen könnte die neue Studie bringen,
die z.B. Aufschluss darüber geben soll "ob eine Besserung bei der
Migräne mit Aura nach PFO Verschluss erreicht wurde", so Dr.
Sparenberg, dessen Klinik zusammen mit der Klinik für Innere Medizin
eines der sechs deutschen Studienzentren ist. Die teilnehmenden
Studienzentren sind: Berlin, Halle, Itzehoe, Kiel, Münster und
Unterhaching.

Teilnahme an der Studie noch möglich

Für Migränepatienten, die an der Studie teilnehmen möchten, sind
unter anderem folgende Kriterien zu erfüllen: Eine Migräne mit Aura
und pro Monat mindestens fünf Migränetage oder drei Migräneattacken,
die bislang mit mindestens zwei herkömmlichen, vorbeugenden
Medikamenten nur schlecht oder gar nicht zu behandeln waren.

Bei Bedarf dürfen an maximal 9 Tagen Kopfschmerzmedikamente, an
maximal 14 Tagen pro Monat dürfen bei Bedarf Schmerzmedikamente
jeglicher Art eingenommen werden. "Unerlässlich für die
Studienteilnahme ist, dass die Patienten mindestens zweimal im Leben
eine Migräne mit Aura erlebt haben müssen. Besonders Patienten mit
dieser Migräneform könnten vom Eingriff zu profitieren", erklärt Dr.
Sparenberg. Das Vorliegen eines persistierenden Foramen ovale (PFO)
wird zunächst mit Hilfe einer speziellen Ultraschalluntersuchung der
Hirnbasisarterien mit Kontrastmittel und, bei entsprechenden
Hinweisen, auch des Herzens geklärt.

Informationen zur Studienteilnahme finden Patienten oder Ärzte
unter www.clinlife.de/prima oder kostenlos unter 0800 664 8080.

Autor: Dr. A. Müller Schubert

Originaltext: Clariness GmbH
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/78911
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_78911.rss2

Pressekontakt:
Janine Kresse
janine.kresse@clariness.com
Tel: 040 / 298 678 02


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