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Banken fürchten politische Einmischung

Geschrieben am 01.02.2010

Frankfurt am Main (ots) - PwC-Umfrage: Banker sehen staatliche
Eingriffe und Überregulierung als Hauptrisiken im Jahr 2010 / Sorge
vor Kreditausfällen bleibt hoch / Liquidität hat sich verbessert

Gut ein Jahr nach dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise hat sich die
Stimmung in der Bankenwelt klar gegen eine weitere staatliche
Einflussnahme gewendet. Wie aus einer gemeinsamen Umfrage der
Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers
(PwC) und des Centre for the Study of Financial Innovation (CSFI)
hervor geht, gelten "Politische Interventionen" derzeit als
Risikofaktor Nummer Eins. Auf dem zweiten Platz des
"Banking-Banana-Skins-Index" folgen Kreditrisiken. Die Furcht vor
Überregulierung steht auf Rang drei und damit noch vor der Sorge über
die Entwicklung der Weltwirtschaft. Der Index listet regelmäßig die
aus Sicht von Bankern, Aufsichtsbehörden und Branchenbeobachtern
größten Gefahren für die Bankenbranche auf.

"Die Befragten lehnen staatliche Interventionen in der
Bankenbranche nicht rundweg ab. Aus Sicht vieler Banker ist die
Haltung der Politik gegenüber dem Finanzsektor jedoch zu
intransparent und teils auch widersprüchlich", erläutert Markus
Burghardt, Leiter des Bereichs Financial Services bei PwC, die
Umfrageergebnisse.

Konkret sehen viele Befragte einen Zielkonflikt zwischen der
politischen Forderung nach einer Ausweitung der Kreditvergabe an
Unternehmen und der angestrebten Stärkung des Eigenkapitals. Zudem
kritisieren einige Banker, dass die unterschiedliche Haltung der
Staaten zu Stützungskrediten und -bürgschaften den internationalen
Wettbewerb in der Branche verzerrt.

Eng verknüpft mit der Sorge vor den Konsequenzen staatlicher
Eingriffe ist das von den Befragten wahrgenommene Risiko der
Überregulierung. "Hier dürften die anstehenden Änderungen bei der
Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IFRS und US-GAAP sowie die
geplanten Regelungen rund um die Eigenkapitalausstattung eine
wesentliche Rolle spielen. Es ist daher eine vorrangige Aufgabe für
Regulierungsbehörden und -gremien, bestehende Unsicherheiten
möglichst schnell auszuräumen", erläutert Burkhard Eckes, Leiter des
Bereichs Banking and Capital Markets bei PwC.

Die Risiken im Bankgeschäft insgesamt sind nach Einschätzung der
Befragten derzeit so hoch wie noch nie. Gleichzeitig sind nur neun
Prozent der Ansicht, dass die Banken gut auf die Gefahren vorbereitet
sind, während elf Prozent den Instituten eine schwache Verfassung
attestieren. In der letzten Umfrage von 2008 sahen noch 24 Prozent
die Banken gut aufgestellt, lediglich vier Prozent waren
gegenteiliger Auffassung.

Für den "Banking Banana Skins Index" befragten PwC und CSFI im
November und Dezember 2009 über 440 Branchenexperten aus 49 Ländern.
Gut 60 Prozent der Befragten sind Banker.

Wachsende Sorge vor Kapitalknappheit

Bei den Risiken mit unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen für den
Bankensektor stehen die Kreditrisiken wie schon in der Umfrage von
2008 auf dem zweiten Rang. "Nach Einschätzung einiger Befragter ist
die Finanzkrise im Kreditgeschäft noch längst nicht vorbei.
Insbesondere bei Immobilien- und Verbraucherkrediten befürchten viele
Experten größere Zahlungsausfälle", so Burghardt.

Auch in den Kernbereichen des Bankgeschäfts deutet der Risikoindex
nur auf eine Entspannung, nicht jedoch eine Entwarnung hin. So sackt
die Furcht vor einer Liquiditätsklemme gegenüber der Umfrage von 2008
zwar vom ersten auf den fünften Rang ab. Jedoch taucht die "mangelnde
Verfügbarkeit von Kapital" als Risiko erstmals im Ranking auf (Rang
sechs).

Deutlich weniger Sorgen als 2008 machen sich die Befragten über
die wirtschaftlichen Konsequenzen der Aktivitäten von Hedge Fonds,
die im Ranking von Platz 10 auf 18 gefallen sind. Auch das
Schadensrisiko durch illegale bzw. nicht autorisierte Transaktionen
einzelner Wertpapierhändler ("Rogue Trader") schätzen die Experten
geringer ein (Rang 20) als noch vor zwei Jahren (Rang 14).

Rang im Jahr 2010 Risiko/Risikoquelle Rang im Jahr 2008
1 Politische Interventionen -
2 Kreditrisiken 2
3 Überregulierung 8
4 Makroökonomische Trends 5
5 Liquidität 1
6 Kapitalverfügbarkeit -
7 Derivate 4
8 Qualität Risikomanagement 6
9 Zinsspannen 3
10 Aktienmärkte 7

Redaktionshinweis:

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist
in Deutschland mit 9.000 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von
rund 1,37 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet
Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie
in den Bereichen Deals und Consulting (Advisory).

Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/8664
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_8664.rss2

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Claudia Barbe
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Presseabteilung
Tel.: (069) 95 85 - 31 79
E-Mail: claudia.barbe@de.pwc.com
www.pwc.de


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